Erster Igel des Jahres

Die Igelsaison ist eröffnet. Nachdem die letzten Tage hier im Rheinland schon frühlingshafte Temperaturen hervor brachten, scheint es auch dem ersten Igel aus seinen Winterschlaf geholt zu haben. Völlig überraschend tauchte er das erste mal in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar an der Futterstelle auf und hat sich den Bauch mit Vogelfutter […]

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Originalbeitrag von Frank Schulz
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Autorennen in Köln-Lindweiler?

Köln | Ist es am Samstagnachmittag gegen 14:45 Uhr in Köln-Lindweiler zu einem Autorennen gekommen? Diese Frage stellt die Kölner Polizei nach einem Unfall auf der Kreuzung Unnauer Weg/Pescher Weg.

Illegales Rennen in Köln?: Fahrer beleidigt Beamte nach Unfall mit Verletzten

Drei Personen sind am Samstagnachmittag in Folge eines Autounfalls in Köln-Lindweiler verletzt worden.

Der 26-jährige Fahrer eines BMW stieß auf der Kreuzung Unnauer Weg/Pescher Weg mit einem Mercedes zusammen. Durch den Zusammenstoß wurde der Mercedes laut Polizei in eine Böschung geschleudert. Ersthelfer konnten den 69-jährigen Fahrer und seine 58-jährige Beifahrerin aus dem…Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

Rennen in Köln-Lindweiler?: Fahrer beleidigt Beamte nach Unfall mit Verletzten

Drei Personen sind am Samstagnachmittag in Folge eines Autounfalls in Köln-Lindweiler verletzt worden.

Der 26-jährige Fahrer eines BMW stieß auf der Kreuzung Unnauer Weg/Pescher Weg mit einem Mercedes zusammen. Durch den Zusammenstoß wurde der Mercedes laut Polizei in eine Böschung geschleudert. Ersthelfer konnten den 69-jährigen Fahrer und seine 58-jährige Beifahrerin aus dem…Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

Manderla-Mail Nr. 51

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

eine weitere Sitzungswoche geht zu Ende und wieder hat uns das Thema Corona beschäftigt. Wir sind bisher gut damit gefahren, die Schutzmaßnahmen immer auf das jeweilige Infektionsgeschehen abzustimmen. Dabei schauen wir nicht nur auf das was bisher geschehen ist und darauf was heute passiert, sondern auch auf mögliche Entwicklungen in der Zukunft. Das ist auch richtig so. Mit Blick auf die sozialen und wirtschaftlichen Härten, die die Schutzmaßnahmen leider auch mit sich bringen, wollen wir so früh, wie es vertretbar ist, aber auch so sicher wie möglich für mehr Freiräume sorgen.Wichtige Bausteine in der Pandemiebekämpfung sind Corona-Tests und Impfungen. Beide Kampagnen nehmen weiter an Fahrt auf. Die Liefermengen beim Impfstoff erhöhen sich und die Zulassung eines weiteren Impfstoffs wird bald erwartet. Wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels, brauchen aber in diesem Endspurt noch einmal Geduld und Verständnis. Beides hat der Großteil der Deutschen im Laufe des letzten Jahres in großem Masse gezeigt und dafür möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken. Gemeinsam schaffen wir auch diese Krise.

Bleiben Sie gesund!
Ihre

In diesem Newsletter:

– Diese Woche im Bundestag
– Kölner Ford-Standort wird Electrification Center
– Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten in Belarus
– Besuch bei Militärbischof Dr. Felmberg
– Corona-Schutzimpfung
– Anstehende Termine

Diese Woche im Bundestag

Drittes Corona-Steuerhilfegesetz
Wir haben ein Gesetz verabschiedet, welches unter anderem die Verlängerung der gewährten Umsatzsteuersatzermäßigung auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen mit Ausnahme der Abgabe von Getränken bis zum 31. Dezember 2022 vorsieht. Außerdem soll für jedes im Jahr 2021 kindergeldberechtigte Kind ein Kinderbonus von 150 Euro gewährt werden. Schließlich wird der steuerliche Verlustrücktrag für die Steuerjahre 2020 und 2021 nochmals erweitert und auf 10 Mio. Euro bei Einzelveranlagung und 20 Mio. Euro bei Zusammenveranlagung angehoben. Somit verschafft dieses Gesetz denjenigen Betrieben Liquidität, die vor der Wirtschaftskrise hohe Steuern bezahlt und ihren Verlustrückgang selbst vorfinanziert haben.

Sozialschutz-Paket IIIAuch haben wir ein Gesetz beschlossen, das die sozialen Folgen der Corona-bedingten wirtschaftlichen Krise abfedern soll. Teil dieses Pakets ist die Verlängerung des vereinfachten Zugangs zu den Grundsicherungssystemen sowie der erleichterten Vermögensprüfung beim Kinderzuschlag bis zum 31. Dezember 2021. Zudem werden die Sonderregelungen für gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schulen, Kindertagesstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Ebenfalls verlängert wird das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz. Erwachsene Leistungsberechtigte der sozialen Mindestsicherungssysteme sollen eine einmalige finanzielle Unterstützung in Höhe von 150 Euro je Person für das erste Halbjahr 2021 erhalten. Schließlich wird im Künstlersozialversicherungsgesetz geregelt, dass ein Unterschreiten des für eine Versicherung mindestens erforderlichen Jahreseinkommens von 3.900 Euro auch im Jahr 2021 keine negativen Auswirkungen auf den Versicherungsschutz in der Künstlersozialversicherung hat. 

Rechte für Verbraucher 
Viele kennen das: Plötzlich klingelt das Telefon, der Anrufer macht für ein Produkt Werbung und versucht, den Angerufen zum spontanen Abschluss eines Vertrages zu drängen. Gerade ältere Menschen fallen so immer wieder auf Betrüger rein. Gegen solch fiese Maschen soll bald das „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ helfen, dass der Bundestag in Erster Lesung beraten hat. Die Position von Verbrauchern soll gestärkt werden, so dass sie nicht mehr so leicht über den Tisch gezogen werden können. 

Bessere Chancen für Frauen
Mehr Frauen in Führungspositionen – das ist das Ziel eines Gesetzentwurfs, den wir diese Woche diskutierten. Die Regelungen richten sich zum einen an große Unternehmen der Privatwirtschaft. Geplant ist unter anderem, dass künftig in Vorständen von großen börsennotierten Unternehmen, die mehr als drei Mitglieder haben, mindestens ein Mitglied eine Frau und ein Mitglied ein Mann sein muss. Der Bund will mit gutem Beispiel vorangehen: In Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes soll künftig im Vorstand mindestens eine Frau sitzen müssen, wenn der Vorstand aus mehr als zwei Mitgliedern besteht. Außerdem soll bei den gesetzlichen Krankenkassen, den Renten und Unfallversicherungsträgern und der Bundesagentur für Arbeit künftig mindestens eine Frau im Vorstand vertreten sein.

Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien
Ob es um Honorare und Gehälter, Auftritts- oder Ausstellungsmöglichkeiten, die Vergabe von Preisen und Stipendien oder um die Besetzung von Führungspositionen in Kultureinrichtungen geht – Frauen haben oft noch schlechtere Chancen als Männer. In diesem Antrag der Koalitionsfraktionen fordern wir deshalb Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und künstlerischem Beruf, mehr Datenerhebungen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage von Künstlerinnen und Künstlern und – nach Geschlechtern getrennt – zur Vergabe von bundesgeförderten Preisen und Stipendien. Jurys und die Aufsichtsgremien des Rundfunks sind ausgewogen zu besetzen. Zur faireren Bezahlung von Künstlerinnen und weiblichen Kreativen werden Honorarempfehlungen in den Förderrichtlinien angeregt.
 
Afrika-Debatte
Eine zentrale Debatte drehte sich am Mittwoch um die Afrikapolitik im globalen Kontext. Fest steht: Unser Nachbarkontinent wird für Deutschland und Europa immer wichtiger. Die Bevölkerung Afrikas wird sich bis 2050 voraussichtlich auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Das hat ökologische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen. Deutschland sollte daher in eigenem Interesse noch enger mit den Staaten Afrikas zusammenarbeiten und dort zu Wachstum und Wohlstand sowie zu Sicherheit und Stabilität beitragen.

Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung
Wir bringen einen Gesetzentwurf ein, der Transparenz in Qualität und Versorgung der Versicherten bei Krankenhausbehandlungen weiter verbessert. Leistungen für die Versicherten sollen ausgeweitet werden, indem beispielsweise der Anspruch auf Einholung einer Zweitmeinung für weitere planbare Eingriffe erweitert wird. Ambulante und stationäre Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten sollen in Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung umgewandelt werden. Für die Behandlung von Adipositas ist ein neues strukturiertes Behandlungsprogramm vorgesehen. Weiterhin soll die Koordination in Hospiz- und Palliativnetzwerken gefördert werden.Kölner Ford-Standort wird Electrification Center
Ab 2023 wird im Ford-Werk in Köln-Niehl das erste batterie-elektrische Volumenmodell von Ford in Europa vom Band rollen. Damit leistet Ford einen maßgeblichen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität der Zukunft. Es handelt sich um eine Investition von einer Milliarde US-Dollar in die Modernisierung der Fahrzeugfertigung in Köln. Das ist das größte Investment, das Ford jemals in Köln getätigt hat. Mit dieser Investition baut Ford seinen Kölner Standort zum Ford Cologne Electrification Center aus.
  
Quelle: FordVerfolgung von Menschenrechtsaktivisten in Belarus

Es gibt auch noch gute Nachrichten! Mikhail Zhamchuzhny aus Belarus, dessen Patenschaft ich vor einiger Zeit übernommen hatte, wurde aus der Gefangenschaft entlassen. Er ist ein Menschenrechtsaktivist und war einer der am längsten inhaftierten politischen Gefangenen in Belarus.
 
Nun habe ich die Patenschaft von Frau Tatsiana Lasica übernommen, die aufgrund ihrer Arbeit im Kampf um die Einhaltung der Menschenrechte in Belarus im Januar festgenommen wurde.
 
Ich fordere die sofortige Freilassung der Menschenrechtsaktivistin Tatsiana Lasica. Es ist ein legitimes Recht, sich für die Einhaltung von Menschenrechten einzusetzen und die Verfolgung von Menschen, die dies tun, ist inakzeptabel und ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Deshalb ist die Verhaftung von Frau Lasica als politisch motiviert einzuordnen.
 
Mikhail Zhamchuzhny vor Gericht (Foto: spring96.org)


Tatsiana Lasica (Foto: spring96.org)

Besuch bei Militärbischof Dr. Felmberg
Am 10.02.21 besuchte ich das Evangelische Militärbischofsamt in Berlin. Militärbischof Dr. Felmberg hat seit Oktober letzten Jahres dieses verantwortungsvolle Amt inne. Das unter besonderen Hygieneauflagen geführte, aber dennoch sehr anregende und interessante Gespräch war der Auftakt zu einer zukünftig engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit. Als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (KAS) liegt mir das Wohl unserer Soldatinnen und Soldaten in besonderer Weise am Herzen und ich weiß um den Wert einer guten und umfassenden Seelsorge für unsere Truppe, die gerade in dieser Zeit Beeindruckendes leistet. Ein wesentliches Thema unseres Gespräches war folglich auch die Amtshilfe, die die Bundeswehr seit nunmehr fast einem Jahr deutschlandweit durchführt. Bischof Dr. Felmberg wies in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass die Coronahilfe seitens der Bundeswehr einen unentbehrlichen Faktor in der Pandemiebekämpfung darstellt und unbedingt weitergeführt werden muss. Eine Auffassung, die auch ich teile.
 

Mit Bischof Dr. Felmberg

Corona-Schutzimpfung
Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen an. In letzter Zeit wurden immer wieder Impftermine abgesagt – oft wird die AstraZeneca Impfung als Grund angegeben. Dieser Impfstoff hat in den letzten Tagen in den Medien einen schlechteren Ruf bekommen als die anderen Impfstoffe, aber dies sind Falschmeldungen. Der AstraZeneca Impfstoff ist gut und sicher. Bitte – wenn Sie die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, gehen Sie hin. Es ist unsere größte Hoffnung, diese Krise so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Auch ich würde mich mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen.

Weitere Informationen dazu können Sie hier nachlesen.

Informationen zur Impfung in Köln finden Sie hier.

Anstehende Termine
27. Februar: Klausurtagung der CDU Köln (digital)
28. Februar: Gottesdienst Reminiszere  (digital)
1. März: Vorstandssitzung der CDU Köln (digital)
 

Der Beitrag Manderla-Mail Nr. 51 erschien zuerst auf Webseite der Bundestagsabgeordneten Gisela Manderla.

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Falsche und irreführende Behauptungen zu Impfstoffen gegen HIV, Grippe und Krebs im Umlauf

Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln

Nutzer verbreiten auf Facebook (zum Beispiel hier und hier) ein Bild mit Text, offenbar um Stimmung gegen die Covid-19-Impfung zu machen und Zweifel aufgrund der schnellen Entwicklung zu säen. Auf dem Bild ist zu lesen: „Es gibt keine Impfung gegen HIV nach 40 Jahren Forschung. Es gibt keine wirksame Impfung gegen Grippe. Es gibt keine Impfung gegen Krebs nach 100 Jahren Forschung. Nichts hilft. Und plötzlich erscheint auf mysteriöse Weise ein Virus und innerhalb eines Jahres gibt es einen Impfstoff, den die gesamte Bevölkerung nehmen soll. Nein Danke!“ 

Die aufgestellten Behauptungen zu Impfungen gegen die verschiedenen Erkrankungen und Viren sind größtenteils falsch oder lassen wichtigen Kontext aus. Wir haben sie im Einzelnen überprüft. Die Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen lässt sich nicht so einfach mit der Impfstoff-Entwicklung gegen andere Viren vergleichen. 

Einer der auf Facebook verbreiten Beiträge zu Impfstoffentwicklungen (Quelle: Facebook / Screenshot und Schwärzung vom 24. Februar 2021: CORRECTIV.Faktencheck)
Einer der auf Facebook verbreiten Beiträge zu Impfstoffentwicklungen (Quelle: Facebook / Screenshot und Schwärzung vom 24. Februar 2021: CORRECTIV.Faktencheck)

1. Behauptung: Es gebe nach 40 Jahren Forschung keine Impfung gegen HIV

HIV, das Humane Immundefizienz-Virus ist ein Virus, das die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt. Die Deutsche Aidshilfe erklärt: „Ohne Behandlung kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von Aids.“ 

Aids lässt sich jedoch mit einer HIV-Therapie medikamentös verhindern, so können Menschen mit HIV gut und lange leben. Weiter schreibt die Deutsche Aidshilfe: „Im Bereich HIV wird viel geforscht. Eine Heilung ist zwar noch nicht möglich, aber die Behandlungsmöglichkeiten werden immer besser.“ Dieser Kontext fehlt in dem auf Facebook verbreiteten Bild. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt: „Impfstoffe gegen HIV werden entwickelt und befinden sich in verschiedenen Stadien der klinischen Erprobung, aber derzeit hat sich noch keiner als wirksam erwiesen.“

Die Impfstoffentwicklung ist schwierig, da sich HI-Viren ständig verändern

Es ist folglich korrekt, dass es bislang keinen HIV-Impfstoff gibt, allerdings ist die Entwicklung sehr kompliziert. Die Deutsche Aidshilfe erläutert, dass sich die Entwicklung einer wirksamen Impfung schwierig gestalte, weil HIV sich ständig verändert: „So entstehen unzählige Formen von HIV. Manche Antikörper zum Beispiel, die eine bestimmte Variante von HIV erfolgreich bekämpfen, helfen bei einer anderen überhaupt nicht.“

Virologe Hendrik Streeck erklärte in einem Interview 2018, dass es weltweit eine „große Bandbreite von HIV“ gebe. Die Viren unterschieden sich äußerlich stark, weshalb es schwierig sei, einen gemeinsamen Angriffspunkt zu finden. Als weitere Ursachen dafür, dass die Entwicklung schwierig ist, nennt Streeck die Tatsache, dass HIV im Vergleich zu anderen Viren nur wenige Oberflächenmoleküle habe. Auch deren hoher Zuckeranteil sei ein Problem, da der Mensch dagegen „nur schlecht eine langlebige Immunantwort bilden“ könne. Ein weiteres Problem sei, dass „virale Erbsubstanz nach der Infektion fester Bestandteil des menschlichen Genoms“ sei. 

Zudem erklärt Virologe Streeck in einem Interview mit dem Magazin Pharma Fakten ein weiteres, praktische Problem der HIV-Impfstoff-Forschung: „Wir müssen ja abwarten, ob sich Leute mit HIV infizieren oder nicht, wobei zugleich alles getan wird, um HIV-Infektionen zu verhindern. Daher dauert so ein Versuch mehrere Jahre, bis man überhaupt ein Ergebnis sehen kann. Anders verhält es sich bei anderen Impfstoffen – dort erhält eine Studiengruppe den Erreger, die andere nicht. Das verbietet sich bei HIV schon aus ethischen Gründen.“

Dennoch wird viel an Impfstoffen gegen HIV geforscht, wenn auch teils erfolglos: Vor rund einem Jahr beispielsweise sei eine Studie mit einem potenziellen Impfstoff laut Ärztezeitung abgebrochen worden, weil das Vakzin keine Schutzwirkung vor einer Infektion mit dem HI-Virus gezeigt habe. Die Nichtregierungsorganisation „International Aids Vaccine Initiative“ (IAVI) informiert regelmäßig über Entwicklungen im Bereich der HIV-Impfstoffentwicklung. Seit 1987 wurden mehr als 30 HIV-Impfstoffkandidaten in etwa 60 Phase-1/2-Studien getestet, an denen mehr als 10.000 gesunde Freiwillige teilnahmen, schreibt die WHO

2. Behauptung: Es gebe keine wirksame Impfung gegen Grippe

Das ist falsch. Es gibt „saisonale Impfstoffe” gegen Influenza, diese können sich in ihrer Wirksamkeit jedoch unterscheiden. 

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, erklärt: „Es wird zwischen Impfstoffen gegen die saisonale Grippe, die jeden Winter auftritt, und präpandemischen und pandemischen Influenzaimpfstoffen unterschieden, die bei drohenden Grippe-Pandemien zum Einsatz kommen.“ 

Susanne Stöcker, Pressesprecherin des PEI schrieb auf Anfrage von CORRECTIV.Faktencheck in einer E-Mail, dass das nicht bedeute, dass jede Saison ein neuer Impfstoff entwickelt werden müsse: „Die Zulassung für Grippeimpfstoffe erfolgt einmalig. Aber da die Influenzaviren sich ständig verändern (streng genommen durch Fehler bei der Vermehrung – so, wie auch die Mutationen bei SARS-CoV-2 entstehen), müssen die Antigene jedes Jahr angepasst werden.“ Der Impfstoff als solcher sei immer gleich, nur die wirksame Komponente – das Antigen (Hämagglutinin und Neuraminidase) –, müssten jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Virusstämme angepasst werden.

In Deutschland sind verschiedene Influenzaimpfstoffe zahlreicher Hersteller erhältlich, die alle die von der WHO festgelegten Antigene enthalten, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI). Antigene sind Stoffe, die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und daraufhin meistens bekämpft werden, zum Beispiel durch die Bildung spezifischer Antikörper.

Die Wirksamkeit einer Influenza-Impfung kann bis zu 80 Prozent betragen

Die Wirksamkeit beziehungsweise Schutzwirkung der Influenza-Impfung sei geringer als bei vielen anderen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen, schreibt das RKI. Die Impfeffektivität könne in den einzelnen Saisons sehr unterschiedlich sein und sich auch bei den einzelnen Virustypen unterscheiden. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab, wenn sich zum Beispiel Virustypen verändern. 

Aber das RKI schreibt auch: „Bei einer sehr guten Übereinstimmung der zirkulierenden Influenza­viren mit dem Impfstoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung bis zu 80 Prozent beobachtet. Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Immun­antwort, sodass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt. […] Dennoch können auch ältere Menschen ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, im Mittel durch die Impfung in etwa halbieren. Dies bedeutet bei einer Wirksamkeit von 41 bis 63 Prozent bei älteren Erwachsenen.“

3. Behauptung: Es gebe keine Impfung gegen Krebs nach 100 Jahren Forschung

Diese Behauptung ist größtenteils falsch. Es existieren Schutzimpfungen gegen Erreger, die indirekt Krebs verhindern und so die Zahl der durch Infektionen ausgelösten Krebsarten senken können, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Einen Impfstoff zu entwickeln ist vor allem dann möglich, wenn Infektionen bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen, erklärt die Deutsche Krebsgesellschaft auf Ihrer Webseite. 

So gibt es beispielsweise seit 2008 die sogenannte HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Dazu schreibt die Deutsche Krebsgesellschaft: „Eine wichtige Ursache für die Entstehung dieses Krebses sind humane Papillomaviren (HPV), die beim Sex übertragen werden. Gegen diese Viren steht heute eine Impfung zur Verfügung.“ Mit der HPV-Impfung lasse sich die Rate von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals nachweislich deutlich reduzieren.

Auch eine Impfung gegen das Hepatitis-B-Virus existiert. Eine schwere Erkrankung an Hepatitis B kann bei einem chronischen Verlauf Leberkrebs auslösen, schreibt das RKI. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut ebenso wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfung gegen Hepatitis B bereits bei Kindern durchzuführen.

Laut WHO sind 15 Prozent der Krebserkrankungen weltweit auf Infektionen zurückzuführen. In Deutschland waren es laut dem Deutschen Ärzteblatt im Jahr 2018 vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen, die auf Infektionen zurückgingen.

In der Krebsforschung gibt es therapeutische Ansätze, die nach dem Prinzip einer Impfung funktionieren

Zudem gibt es „therapeutische Ansätze, die nach dem Prinzip einer Impfung funktionieren“, wie die Deutsche Krebsgesellschaft erläutert. Das sind Impfungen, die durchgeführt werden, wenn eine Person bereits an Krebs erkrankt ist. Sie sollen den Krankheitsprozess günstig beeinflussen, beziehungsweise in frühen Stadien vielleicht sogar zu einer Heilung führen können. „Mit verschiedenen Strategien versucht man, dem Immunsystem beizubringen, den Tumor selbst zu erkennen und zu bekämpfen“, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)

„Dazu gehören im weiteren Sinne auch die in Deutschland bereits zur Behandlung verschiedener Krebsarten des Blutes oder von Gewebetumoren zugelassenen sogenannten monoklonalen Antikörper“, schreibt die Deutsche Krebsgesellschaft

Grundsätzlich ist die Forschung an Therapien und Impfstoffen bei Krebs viel komplexer und schwieriger, als beispielsweise beim Coronavirus, weil sich Tumorzellen ständig weiterentwickeln. Auch können sie eine Ausweichstrategie gegen eine Immunantwort entwickeln, erläutert das DKFZ: „Zum Beispiel, indem sie sich ‘unsichtbar’ für das Immunsystem machen. Oder indem sie die Immunreaktion hemmen. So können sie der Immunabwehr entkommen.“ Krebs-Immuntherapien zielten deshalb darauf ab, die Ausweichstrategien der Krebszellen gezielt zu umgehen und die körpereigene Abwehr direkt auf die Krebszellen zu lenken.

Das Ziel zahlreicher in der Entwicklung befindlicher Tumorimpfungen ist es, das Immunsystem gegen veränderte Proteine der Krebszellen zu lenken, erläutert das DKFZ: „Jedoch können solche Impfungen nur dann wirken, wenn die Tumorzellen das krebstypisch veränderte Protein passend zurechtgeschnitten dem Immunsystem präsentieren.“ Dazu habe es bereits erste klinische Prüfungen gegeben, erklärt auch Susanne Stöcker vom PEI. Auch mit mRNA-Technik beschäftigt sich die Krebsforschung schon seit Jahren. Das Ziel auch hier: für jeden Krebspatienten eine individuell passende mRNA-Therapie zu entwickeln.

Warum konnte ein Impfstoff gegen Covid-19 innerhalb von Monaten entwickelt werden?

Die Beiträge in Sozialen Netzwerken suggerieren mit dem Vergleich mit anderen Erkrankungen, dass es zweifelhaft sei, warum gegen das Coronavirus innerhalb kurzer Zeit Impfstoffe entwickelt werden konnten. Es gibt dafür jedoch verschiedene Gründe.

Das PEI schreibt zur Beschleunigung des Verfahrens auf seiner Webseite, die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Impfstoffe sei enger gewesen, und man habe die Prozesse effizienter gestaltet, „ohne Abstriche bei der Sorgfalt zu machen“. „Dies hat auch zu deutlichen Optimierungen der Verfahrensabläufe und einem Zeitgewinn bei der Entwicklung geführt.“ So seien Daten bereits parallel zu den klinischen Studien von der EMA ausgewertet worden („Rolling-Review-Verfahren“). 

Phase-3-Studien wurden mit tausenden Menschen durchgeführt

Bei der Entwicklung von Impfstoffen gibt es stets drei Phasen von klinischen Studien, bei denen sie an Menschen erprobt werden. Bei den drei Corona-Impfstoffe, die aktuell in der EU zugelassen sind, wurden jeweils alle drei Phasen durchgeführt. Biontech hat die Ergebnisse der Phase-3-Studie Anfang Dezember im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Anfang Dezember erschienen auch erste Ergebnisse der Phase-3-Studie zum Impfstoff von Astrazeneca im Journal The Lancet. Ende Dezember wurde auch die Phase-3-Studie von Moderna im New England Journal of Medicine veröffentlicht. 

Redigatur: Till Eckert, Sarah Thust

Die wichtigen, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Erläuterungen der Deutschen Krebsgesellschaft zum Thema Impfung: Link
  • Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur HIV-Impfstoffentwicklung: Link (Englisch)
  • Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zu saisonalen Influenza-Impfstoffen: Link
  • Informationen des Robert-Koch-Instituts zur Grippeschutzimpfung: Link

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Nach Injektion verschwundene Nadel ist kein Betrug, sondern ein Sicherheitsmechanismus

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„Bitte lasst euch nicht impfen alles nur dummes Gelaber“, ist auf dem Instagram-Kanal „Deutschlandrechtundmeinung“ zu lesen. Daneben: Ein kurzes Video einer Injektion mit einer Spritze. Nach der Injektion ist die Nadel verschwunden und das Bild friert ein: „Where’s the need[le]“, steht darunter. „Wo ist die Nadel?“

Ein Standbild aus dem in Sozialen Netzwerken verbreiteten Video (Quelle: Instagram / Screenshot und Schwärzungen: CORRECTIV.Faktencheck)

Es wird suggeriert, dass die Nadel im Arm stecken geblieben sein könnte oder es sich bei der Impfung um einen Betrug handele („Fake-Impfung“). Dem Video fehlt jedoch Kontext: Die scheinbar verschwundene Nadel ist ein Sicherheitsmechanismus, der verhindert, dass sich jemand an benutzten Kanülen sticht. Bei solchen Sicherheitsspritzen, die etwa hier und hier abgebildet und beschrieben werden, „schnellt die Kanüle durch festen Druck auf den Kolben automatisch in den Spritzenzylinder zurück und verriegelt sich irreversibel“.

BBC-Video zeigt eine Corona-Impfung in den USA

Das Video kursiert bereits seit Dezember 2020. Auf Facebook, wo das Video mit größerem Bildausschnitt ebenfalls verbreitet wurde, ist zu sehen, dass es sich um ein Video des Senders BBC handelt. Eine Google-Suche nach „BBC needle disappears“ führt zu einem Artikel der BBC vom 20. Dezember, in dem das Video und der Verbleib der Nadel erklärt werden. 

Auch die Faktenchecker von AFP haben sich Anfang Februar mit dem Video befasst. Demnach stammt der Videoausschnitt aus einem Beitrag, der am 16. Dezember auf dem Youtube-Kanal der BBC hochgeladen wurde (ab Minute 1:53 im Beitrag). 

Das Material wurde am 15. Dezember in einem Krankenhaus in Norwich im US-Bundesstaat Connecticut aufgezeichnet. Dort erhielten 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die erste Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffes, wie unter anderem ein regionaler Fernsehsender berichtete. In dem Beitrag des Senders WFSB 3 ist zu sehen, wie weitere Personen im selben Raum geimpft werden, der in dem Video aus den Sozialen Netzwerken zu sehen ist, und dass dort die Nadeln mit Sicherheitsmechanismus verwendet wurden. 

Falschmeldungen über vermeintliche Schein-Impfungen gegen Covid-19 gibt es immer wieder, etwa bezüglich US-Vizepräsidentin Kamala Harris, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder oder CSU-Politiker Roland Grillmeier

Redigatur: Alice Echtermann, Matthias Bau

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck: 

  • Webseiten mit Erklärung zu Sicherheitsnadeln: Link, Link
  • Englischsprachiger Artikel bezüglich des Videos auf der Seite der BBC (20. Dezember 2020): Link
  • Video der BBC vom 16. Dezember 2020 auf Youtube: Link
  • Video des US-Lokalsenders WFSB3 vom 15. Dezember 2020 auf Youtube: Link

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Für Erika Steinbachs Behauptung über die Herkunft von Corona-Patienten gibt es keine Grundlage

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Erika Steinbach, parteilose Politikerin und Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, behauptet in einem Tweet vom 11. Februar, dass 50 Prozent der Corona-Patienten in Krankenhäusern „aus dem arabischen Raum“ stammten. Das habe sie „von verschiedenen Seiten glaubhaft gehört“. Die Behauptung wurde auch von Blogs wie Philosophia Perennis aufgegriffen.

Erika Steinbachs Tweet mit der unbelegten Behauptung, 50 Prozent der Covid-Patienten stammten „aus dem arabischen Raum“ (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Das Bundesgesundheitsministerium schreibt auf unsere Anfrage, ob bei Covid-Fällen Nationalitäten gemeldet werden: „Nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 9) wird die Nationalität nicht gemeldet.“ 

Tatsächlich steht im entsprechenden Paragrafen des Infektionsschutzgesetzes nichts von Nationalität oder Herkunft. Es müssen lediglich Daten wie Name, Geschlecht, Wohnsitz und die Diagnose gemeldet werden, aber in der Meldung wird der Geburtsort nicht abgefragt.

Für Steinbachs Behauptung gibt es demnach keine Belege und keine statistische Grundlage.

Redigatur: Uschi Jonas, Alice Echtermann

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck:

  • Paragraf 9 des Infektionsschutzgesetzes: Link

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Irreführende Spekulationen zum „Lockdown“, der angeblich zum Ramadan endet

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„Wie im Vorjahr: Corona-Lockdowns enden rechtzeitig vor Ramadan-Beginn“: Unter dieser Überschrift macht der Blog Unser Mitteleuropa Stimmung gegen Muslime in Deutschland und Österreich. Der Artikel stellt die unbelegte Behauptung auf, es werde „unter dem Deckmantel der Corona-Pandemiebekämpfung“ ein „Feldzug gegen christliche Feiertage und Hochfeste“ geführt. Der Beitrag wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 500 Mal auf Facebook geteilt und verbreitete sich auch auf Telegram im Kanal „Eva Herman Offiziell“.

Das stimmt nicht. Die Corona-Maßnahmen richten sich in Deutschland nicht nach religiösen Gruppen; sie gelten für alle Menschen. 

Wie unsere Recherchen ergaben, endete der „Corona-Lockdown“ im vergangenen Jahr  weder in Deutschland noch in Österreich vor Ramadan-Beginn. Wie lange die Ausgangsbeschränkungen in diesem Jahr gelten werden, steht zudem noch nicht fest und ist Spekulation.

Nein, der „Corona-Lockdown“ endete 2020 nicht vor Ramadan-Beginn

Der Fastenmonat Ramadan für Muslime richtet sich nach dem Islamischen Mondkalender und wandert rückwärts in den Jahreszeiten. Im vergangenen Jahr dauerte er vom 24. April bis zum 23. Mai. In diesem Jahr beginnt er am 13. April. 

Die Überschrift bei Unser Mitteleuropa ist also bereits falsch, denn der „Corona-Lockdown“ 2020 endete nicht „rechtzeitig vor Ramadan-Beginn“. Zu Beginn des Fastenmonats blieben viele Moscheen laut Medienberichten geschlossen. In Deutschland einigten sich Bund und Länder erst am 30. April 2020 darauf, Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen bundesweit unter Auflagen wieder zu ermöglichen. 

In Österreich beschloss die Regierung zehn Tage vor Ende des Ramadans, am 13. Mai, Lockerungen für „Einrichtungen zur Religionsausübung“. Ab dem 15. Mai waren Gottesdienste mit Auflagen wieder möglich. Das Tragen einer Maske sowie das Einhalten des Mindestabstands mussten aber eingehalten werden – in Moscheen wie in Synagogen und Kirchen. 

Ob Corona-Maßnahmen bis Ostern (4. April) gelten werden, ist unklar

Wann der „Lockdown“ in diesem Jahr endet, ist bisher nicht abzusehen. Die aktuellen Corona-Maßnahmen gelten in Deutschland noch bis zum 7. März 2021. In Österreich soll die Lage am 1. März erneut bewertet werden. Wie es danach weitergeht, dazu haben sich beide Länder bisher nicht geäußert.

Unser Mitteleuropa behauptet: „Sowohl in Deutsch­land, als auch in Öster­reich werden die Corona-Lock­downs nämlich bis Ostern (4. und 5. April) andauern (vermut­lich auch noch während der Oster­fest­tage) und kurz vor dem Beginn des Ramadan, der heuer am 12. April beginnt, enden. Das kündigte nicht nur schon Sach­sens CDU-Minis­ter­prä­si­dent Michael Kret­schmer an (‘Oster­ur­laub kann es dieses Jahr leider nicht geben’), sondern auch Öster­reichs Bundes­kanzler Sebas­tian Kurz.“

Doch weder in Deutschland noch in Österreich ist es beschlossene Sache, dass der „Lockdown“ bis Ostern andauern wird. Medienberichten zufolge bezogen sich Kretschmer und Kurz auf Einschränkungen für Tourismus und Kultur, die ihrer Meinung nach bis Ostern andauern werden. 

  • Kretschmer sagte Bild am Sonntag (13. Februar, Paywall): „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben.“ Auch Gaststätten, Hotels und Theater sollten bis nach Ostern geschlossen bleiben. Andere Medien wie das ZDF griffen diese Aussagen auf. Sie bedeuten jedoch keinen Beschluss für ganz Deutschland. 
  • Kurz sagte laut Vienna Online (15. Februar), er gehe von weiteren Öffnungsschritten „rund um Ostern“ aus. Für Gastronomie- und Hotelbetriebe sowie Theater, Konzert- und Opernhäuser und Kinos sollte es bis Ostern aber bei der Schließung bleiben.

Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sind schon jetzt unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Laut einem Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie vom 19. Januar sind derzeit in Deutschland „Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen“ unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die Voraussetzung: „Der Mindestabstand von 1,5 Metern wird gewahrt, es gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt, Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmenden sind beim zuständigen Ordnungsamt spätestens zwei Werktage zuvor anzuzeigen, sofern keine generellen Absprachen mit den entsprechenden Behörden getroffen wurden.“

In Österreich ist die Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten laut der Katholischen Presseagentur Österreich seit dem 7. Februar wieder erlaubt. Der Besuch von Kirchen zur persönlichen Andacht sei die ganze Zeit über möglich – unter Beachtung der FFP2-Maskenpflicht und des Mindestabstands von zwei Metern zu anderen Personen. „Veranstaltungen zur Religionsausübung“ bilden laut einem Regierungsbeschluss vorerst bis Ende Februar eine Ausnahme von dem generellen Veranstaltungsverbot. 

Fazit

Es stimmt nicht, dass der „Corona-Lockdown“ im vergangenen Jahr „rechtzeitig vor Ramadan-Beginn“ endete. Zudem gelten die Corona-Beschränkungen gleichermaßen für Kirchen, Synagogen und Moscheen. Bis wann die Einschränkungen noch gelten, ist Spekulation. Für Gottesdienste werden jedoch auch aktuell schon Ausnahmen gemacht – mit strengen Auflagen.

Redigatur: Alice Echtermann, Uschi Jonas

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck: 

  • Staatliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus / Auswirkung auf die Kirchen in Deutschland (Stand 23. Februar 2021): Link 
  • Mitteilung der Bundesregierung Deutschland – „Gottesdienste sollen wieder möglich sein“ (30. April 2020): Link
  • Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in Deutschland (19. Januar 2021): Link
  • Aktuelle Maßnahmen der Bundesregierung Österreichs (22. Februar 2021): Link
  • Änderung der Covid-19-Lockerungsverordnung im Bundesgesetzblatt für Österreich (13. Mai 2020): Link
  • Mitteilung der Katholischen Presseagentur Österreich zu Lockerungen ab 7. Februar 2021: Link

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