Kein Schweinefleisch mehr in Supermärkten? Diese Forderung stammt nicht von Cem Özdemir

Kein Schweinefleisch mehr in Supermärkten? Diese Forderung stammt nicht von Cem Özdemir

Quelle: CORRECTIV.Faktencheck!

Auf Tiktok verbreitet sich Anfang April 2024, noch während dem muslimischen Fastenmonat Ramadan, in mehreren Beiträgen ein Bild von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Darauf steht „Aus Respekt vor allen Muslimen: Kein Schweinefleisch mehr in Supermärkten.“ Es wird suggeriert, diese Aussage oder Forderung stamme von Özdemir. So verstehen es auch Nutzerinnen und Nutzer in tausenden Kommentaren unter den Beiträgen. Viele nehmen die Beiträge als Anlass für rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen.

Solche Pläne oder Forderungen gibt es aber nicht. Es gibt keine Hinweise, dass Cem Özdemir sich so geäußert hat.

Kein Schweinefleisch mehr in Supermärkten? Diese Forderung stammt nicht von Cem Özdemir
Ein Beitrag auf Tiktok mit der angeblichen Aussage hat tausende Likes und Kommentare (Quelle: Tiktok; Screenshot und Schwärzung: CORRECTIV.Faktencheck)

Özdemir-Büro nennt angebliches Schweinefleisch-Verbot eine „Falschmeldung“

Cem Özdemirs Büro schreibt auf Nachfrage, dass es sich dabei um eine „Falschmeldung“ handele. Über eine Google-Suche finden sich keine Belege, dass der Grünen-Politiker jemals so eine Forderung oder Aussage gemacht hat. Auch auf seinen Facebook- und X-Profilen findet sie sich nicht. Auf der Webseite des Landwirtschaftsministeriums, wo über Gesetzesvorhaben aus dem Ressort berichtet wird, steht nichts über das angebliche Verbot.

Özdemir brachte 2023 ein Gesetz durch den Bundestag und Bundesrat, wonach beim Kauf von Schweinefleisch in Supermärkten mit einem Logo über die Haltungsbedingungen aufgeklärt werden muss. Seit Februar 2024 müssen Supermärkte, Metzgereien, Hofläden und Wochenmärkten zudem auch die Herkunft von Fleisch kennzeichnen.

Immer wieder verbreiten sich Falschbehauptungen zu angeblichen Forderungen nach Verboten von Schweinefleisch in Märkten oder der Gastronomie. CORRECTIV.Faktencheck berichtete schon mehrfach dazu.

Redigatur: Gabriele Scherndl, Sophie Timmermann 

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