Wasserqualität: Rheinenergie informiert zu Weltwassertag – Neptunbad mit nachhaltiger Methode

Wasserqualität: Rheinenergie informiert zu Weltwassertag – Neptunbad mit nachhaltiger Methode

Rundschau |

WasserqualitätRheinenergie informiert zu Weltwassertag – Neptunbad mit nachhaltiger Methode

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Sarah Thienhaus mit Passantin auf dem Neptunplatz in Köln-Ehrenfeld.

Copyright: Hans-Willi Hermans

Am Weltwassertag erklärt die Rheinenergie, wie Trinkwasser in der Region gesichert wird. Kölns Neptunbad versorgt sich unabhängig mit Wasser.

Ganz hinten in der Tiefgarage des Neptunbads steht Kasper Lewandovicz am Einstieg in den Brunnen. Ein paar Stufen geht’s hinunter, dann stehen wir in einem ganz klassischen, runden Schacht von drei Metern Durchmesser, die Wände sind aus Ziegelsteinen. Von diesem Absatz aus führt eine Wendeltreppe noch einmal knapp vier Meter hinab in die Tiefe, dann hat man den Grundwasserpegel erreicht, der bei etwa 12 Metern unter der Erdoberfläche liegt. „Einmal im Monat muss ich da runter, den Wasserstand messen“, erklärt Neptunbad-Mitarbeiter Lewandovicz.

Weltwassertag: Neptunbad in Köln setzt auf Eigenwasserversorgung

Das Neptunbad, inzwischen ein beliebtes Wellness-Center, kann sich dank des eigenen Brunnens, der 1912 bei der Errichtung des Jugendstil-Baus als Badeanstalt gleich mit gebuddelt wurde, selbst mit Wasser versorgen. Dafür sorgen zwei Pumpen, die Tag und Nacht arbeiten. „Aber so ein eigener Brunnen ist eine absolute Seltenheit in Köln“, erklärt Sebastian Lammerich von der Rheinenergie. Das Unternehmen ist für die gesamte übrige Trinkwasserversorgung in Köln und Umgebung zuständig, inklusive Bergisch Gladbach, Frechen, Dormagen oder Brühl. Pro Jahr sind das immerhin 90 Millionen Kubikmeter.

Kurze Führungen zum Brunnen unter der Tiefgarage haben die Mitarbeiter der Rheinenergie und einige Landwirte in ihre Info-Aktion zum diesjährigen Weltwassertag einbezogen, die sinnigerweise auf dem Neptunplatz stattfindet, der ja nach dem griechischen Gott der Meere benannt ist. Und dann präsentieren an diesem Tag dort auch noch die Händler des Wochenmarkts ihre Ware – Aufklärung zwischen Brunnen und Karotte sozusagen. „Haltet mir bloß das Trinkwasser sauber“, mahnt scherzhaft eine ältere Dame, die gerade ihre Einkäufe erledigt hat. „Das trinke ich jeden Tag.“

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Überwachte Qualität: 1200 Messstellen in Köln

„Ich auch, mindestens eineinhalb Liter, das können Sie unbesorgt zu sich nehmen“, entgegnet Stefan Schiffmann, Abteilungsleiter für Wasserressourcen bei der Rheinenergie. „Wir haben 1200 Messstellen und können tatsächlich Spuren von Medikamenten oder Hormonpräparaten im Grundwasser feststellen. Aber auch nur, weil die Messinstrumente inzwischen so präzise sind. Das liegt weit, weit unterhalb der Grenzwerte.“

Das Wasser von Kölle sei tatsächlich so „joot“, wie es das Lied verheißt, bestätigt Lammerich: „Auch die Geschichte von den maroden Leitungen in alten Häusern ist nicht so dramatisch, weil das Wasser so viele Mineralien enthält. Die kleiden die Rohre von innen aus.“ Aufbereiten müsse man das Leitungswasser wirklich nur in Extremfällen.

Arbeitsgruppen zum Schutz des Grundwassers – Methoden zur Bindung von Reststickstoff

Damit das so bleibt, wurde im Jahre 1986 der Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im linksrheinischen Kölner Norden gegründet, rechtsrheinisch kooperiert die Rheinenergie mit den Stadtwerken Niederkassel und Troisdorf im „Arbeitskreis Drunter und Drüber – Ackerbau und Wasser Langeler Bogen“. Im Frühjahr trifft man sich regelmäßig mit Landwirten zu Begehungen auf den Feldern: „Dann sprechen wir über die individuell notwendigen Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen“, berichtet Sarah Thienhaus, Referentin für Nachhaltigkeitsmanagement bei der Rheinenergie.

Gemeinsam erarbeitet man Strategien, um das Eindringen von ungesunden Rückständen ins Grundwasser zu verhindern. „Wir säen zum Beispiel nach der Ernte im August Zwischenfrüchte wie Senf oder Rettich aus, deren einziger Zweck es ist, den Reststickstoff zu binden“, erzählt Landwirt Günter Hecker. Die Kosten für solche Schutzmaßnahmen werden auf den Endverbraucher umgelegt, der dafür einen Cent pro Kubikmeter zahlt.

Die Sauberkeit des Trinkwassers hat der Arbeitskreis im Griff, aber wie sieht es mit der reinen Menge aus, angesichts der trockenen Sommer vor 2023? Auch kein Problem, meint Stefan Schiffmann und zeigt ein Diagramm, auf dem zu erkennen ist, dass der Grundwasserpegel Anfang der 70er Jahre schon einmal niedriger war als etwa 2022 und trotzdem niemand verdurstet ist. Nicht nur der Rhein liefere ständig Nachschub. „Außer heißen Sommern hat der Klimawandel ja auch Starkregen-Ereignisse zur Folge“, erklärt Schiffmann. „Berechnungen haben ergeben, dass die Niederschlagsmenge in unserer Gegend bis 2100 sogar um fünf Prozent zunimmt.“

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