Unfallgefahr und Kommunikation: Stadt Köln reagiert auf Bedenken zum Bau des neuen Rheindükers

Unfallgefahr und Kommunikation: Stadt Köln reagiert auf Bedenken zum Bau des neuen Rheindükers

Rundschau |

Unfallgefahr und KommunikationStadt Köln reagiert auf Bedenken zum Bau des neuen Rheindükers

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Die Schaffung des neuen Rheindükers beschert dem Süden Flittards eine große Baustelle. Foto: Uwe Schäfer

Copyright: Uwe Schäfer

Die Linke in der BV Mülheim wies auf Unfallgefahr an der Baustelle hin und monierte eine fehlende Info-Veranstaltung. Jetzt reagierte die Stadt.

Etliche offene Fragen hatte die Fraktion der Linken in der Bezirksvertretung Mülheim zu einem der aktuell größten Vorhaben der Stadtentwässerungsbetriebe (Steb), dem Bau eines neuen Rheindükers, der das Abwassersystem der linksrheinischen Stadtteile mit dem Großklärwerk im rechtsrheinischen Stammheim verbinden soll. Nun liegt eine Antwort der Stadt auf diese Fragen vor.

Abwasser-Hochdruckleitungen sind in die Jahre gekommen

Das Stammheimer Klärwerk reinigt mehr als 80 Prozent der häuslichen und gewerblichen Abwässer der Stadt. Doch die Abwasser-Hochdruckleitungen, die die beiden Rheinseiten verbinden – Rheindüker genannt – sind in die Jahre gekommen. Im Jahr 1928 gebaut, sind sie nicht für eine Millionenstadt ausgelegt.

Im Oktober vergangenen Jahres haben die Arbeiten für den neuen Düker begonnen, der unter anderem ein größeres Fassungsvermögen haben wird. Der Startschacht liegt in Stammheim, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Großklärwerk und des Naturschutzgebiets Flittarder Rheinaue. Der Zielschacht befindet sich in Niehl, parallel zum Standort des bisherigen Dükers. Der erste Spatenstich erfolgte Ende Januar.

Unfallgefahr wegen spielenden Kindern auf Erdwällen

„Warum gab es nicht auch im Rechtsrheinischen eine Informationsveranstaltung wie im August 2023 in Niehl?“, fragte die linke Bezirksvertreterin Beate Hane-Knoll bei der Sitzung im November 2023. Sie hatte damals auch bemängelt, dass es weder in Stammheim noch in Flittard Schilder gebe, die auf die Baustelle hinweisen.

Da aber schon Erdarbeiten stattfanden, wurden zu jenem Zeitpunkt bereits Erdwälle aufgeschüttet, die Kindern als Spielplatz dienten. Hane-Knoll: „Das hat zu Unfallgefahr geführt.“ Die Erdwälle müssten abgesperrt werden. Sie wollte außerdem wissen, ob eine Lärmbelästigung für Anwohner besteht und ob das Naturschutzgebiet in Mitleidenschaft gezogen wird.

„Die Bürgerinformationsveranstaltung wurde im Dezember durchgeführt“, antwortete nun die Stadtverwaltung. Auch seien Baustellenschilder aufgestellt worden. Die hoch aufgetürmten Erdwälle würden sukzessive von der Baustelle abgefahren, sodass lediglich der Mutterboden auf der Baustelle verbleibe: „Dieser wird in kleineren Mieten seitlich gelagert.“

Baustelle weit genug von direkter Wohnbebauung entfernt

Eine Lärmbelästigung sehen die Verantwortlichen nicht: „Die Baustelle ist von direkter Wohnbebauung so weit entfernt, dass es zu keinen nennenswerten Lärmemissionen kommen wird.“ Die landwirtschaftlichen Flächen sollen nach der Baumaßnahme wiederhergestellt werden. Dies gelte auch für die genutzten Flächen in der Flittarder Rheinaue. Die entsprechenden Genehmigungen seitens der Bezirksregierung und der Stadt würden vorliegen. „Die Maßnahme wird von einer beauftragten ökologischen Bauüberwachung begleitet“, heißt es in der Antwort.

Ganz zufrieden war Hane-Knoll bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung mit den Antworten nicht: Es sei zwar schön, dass sowohl die Bürgerinformation als auch die Sicherungsmaßnahmen vorgenommen wurden, doch: „Mir fehlt die Information darüber, wer die Mitglieder der ökologischen Bauüberwachung sind und ob diese kompetent genug sind.“

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