„Südstadt wird immer hässlicher“: Stadt Köln entfernt Blumenbeet ohne Patenschaft – Anwohnerin ist sauer

„Südstadt wird immer hässlicher“: Stadt Köln entfernt Blumenbeet ohne Patenschaft – Anwohnerin ist sauer

Rundschau |

„Südstadt wird immer hässlicher“Stadt Köln entfernt Blumenbeet ohne Patenschaft – Anwohnerin ist sauer

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Die Stadt Köln hat ein Baumbeet entfernt, das die Nachbarschaft in der Südstadt bepflanzt hatte.

Copyright: Stephanie Linke

Das Baumbeet entsprach laut der Stadt Köln nicht den speziellen Vorgaben und wurde deshalb entfernt.

Vor dem Café Walter in der Südstadt stand bis vor kurzen neben einem Baum noch eine bunte Blumenpflanze. Jetzt ist die Stelle um den Baum herum mit Erde und Sand befüllt, von der Blume ist nichts mehr zu sehen, stattdessen sei das Beet jetzt zum „Kackhaufen für Hunde“ mutiert, beschwert sich Anwohnerin Stephanie Linke. Sie sei stocksauer, erzählt sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Die Südstadt wird immer hässlicher, heruntergekommener und wenn Bürgerinnen und Bürger etwas tun, um sie zu verschönern, wird das direkt von der Stadt wegreglementiert.“

Stadt Köln: Spezielle Vorgaben für Baumbeete

Bereits vor einem Monat hatte das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen das Beet beschildert, um darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um „Pflegearbeiten ohne Patenschaft“ handle und deshalb entfernt werden würde, wenn sich innerhalb eines Monats niemand melde.

„Bürgerschaftliches Engagement ist wichtig und die Stadt Köln ist immer sehr dankbar für engagierte Bürger und Bürgerinnen. Allerdings muss die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen“, begründet die Stadt Köln auf Anfrage. „Daher gibt es für Baumbeete spezielle Vorgaben, die Paten und Patinnen bei der Übernahme eines Beetes mitgeteilt werden und die grundsätzlich beachtet werden müssen“, heißt es weiter in der Stellungnahme.

In dem Fall des Beetes in der Südstadt sei durch die Gestaltung unter anderem der Baumschutz gefährdet gewesen. Grund dafür sei die Erdaufschüttung rund um den Baum gewesen. „Bei einer Erdaufschüttung müssen mindestens 50 Zentimeter rund um den Stamm freigelassen werden“, erklärt die Stadt Köln. Außerdem sei das Beet von einer defekten Umrandung umgeben gewesen, die für eine erhöhte Unfallgefahr gesorgt hätte.

Anwohnerin der Südstadt: „Der Fokus der Stadt Köln liegt komplett falsch“

Anwohnerin Stephanie Linke hält all das für „schwachsinniges Deutschtum“. Für sie stehe das Blumenbeet symbolisch, dafür, wie die Stadt handle. „Der Fokus liegt komplett falsch“, sagt sie, „die Südstadt hat sich fürchterlich verändert, sie ist nur noch Partymeile und Saustall“.

Ihren Beobachtungen zufolge würde die Stadt sich nicht genug darum kümmern, der Verdreckung durch Feiernde, Betrunkene und Obdachsuchende entgegenzuwirken. Stattdessen würde das Ordnungsamt aber sehr genau darauf achten, ob Hunde in Parks nicht angeleint sind. Ein verrückter Fokus für die Kölnerin.

Sie wünscht sich, dass mehr auf die Bedürfnisse und Bedenken der Anwohnenden eingegangen wird. „Die Stadt versteht, glaube ich, überhaupt nicht, wie wir Bürgerinnen und Bürger uns hier fühlen“, sagt sie. „Das Beet braucht doch keine Patenschaft, wir können uns ja auch ohne Regeln drum kümmern, es hat niemanden gestört“, so Linke.

Für die Stadt gilt aber, dass Regeln eingehalten werden müssen. Was bei der Gestaltung eines Baumbeetes beispielsweise beachtete werden müsse, wird in einer Baumpatenfibel online erklärt. Außerdem könne sich immer beim Grünflächenamt gemeldet werden.

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