Studie zu Uber und Co.: Taxibranche in Köln sieht sich akut gefährdet

Studie zu Uber und Co.: Taxibranche in Köln sieht sich akut gefährdet

Rundschau |

Studie zu Uber und Co.Taxibranche in Köln sieht sich akut gefährdet

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Unter Druck: Taxifahrer spüren die große Konkurrenz.

Copyright: Thomas Banneyer

Die Existenz der traditionellen Taxibranche steht in Köln auf dem Spiel. Um die Situation zu stabilisieren, raten Experten zur Reduzierung der Taxi-Lizenzen.

Das Mobilitätsverhalten der Kölnerinnen und Kölner verändert sich. Immer mehr Menschen steigen vom Auto auf Busse und Bahnen, Fahrräder und E-Scooter um. Die Stadt Köln hat sich nun gefragt, wie sich die Entwicklungen auf das Taxigewerbe auswirken. Ein Gutachter sollte klären, ob es zukünftig mehr oder wenige Taxi-Lizenzen braucht, damit die Betriebe von ihrem Gewerbe leben können. Die Firma Linne und Krause GmbH kam zu der Empfehlung: Die Zahl der Taxigenehmigungen von derzeit 1154 solle nicht erhöht, sondern perspektivisch abgebaut werden. Das sei notwendig, um die Situation der Betriebe zu stabilisieren.

Viele Faktoren spielen mit

Aufgrund einer „Gemengelage aus Pandemie-Folgen, semiprofessionellen Taxibetrieben und Mietwagenanbietern, die ihre Fahrten teilweise zu Dumpingpreisen anbieten, liege eine akute Gefährdung der Funktions- und Existenzfähigkeit des Kölner Taxigewerbes vor. Bei dem derzeit anhaltenden Nachfrageeinbruch in der Größenordnung von rund einem Drittel der Touren seien fast alle Taxibetriebe in ihrer Existenz gefährdet, stellt der Gutachter fest. Eine Erhöhung der Lizenzen würde die Lage für die Betriebe noch einmal verschlechtern. Das Gutachten soll bei einer möglichen Versagung von Taxikonzessionen eine gerichtsfeste Grundlage sein, heißt es in in einer Mitteilung der Verwaltung an die Stadt.

Das fordern wir von der Stadt schon lange. Wir sind ständig im Austausch mit der Stadt. Doch die ist dazu nicht bereit.

Fikret Sinir, Taxi-Ruf, zu Festpreisen und Tarifkorridoren

Für Fikret Sinir aus dem Vorstand von Taxi Ruf Köln kommt das Gutachten und die Mitteilung der Stadt einem „Armutszeugnis“ gleich. Um die Konkurrenzfähigkeit der Taxis zu gewährleisten, seien Festpreise und Tarifkorridore nötig. „Das fordern wir von der Stadt schon lange. Wir sind ständig im Austausch mit der Stadt. Doch die ist dazu nicht bereit“, sagt Sinir. Zuletzt demonstrierten im Oktober hunderte Taxifahrer für faire Wettbewerbsbedingungen und gegen die Dumpingpreise der Mietwagen-Anbieter. Andere Städte wie München haben die Festpreise für Taxis bereits eingeführt. Das klassische Taxi ist durch die vielen über Apps erreichbare Dienste stark bedroht. Anbieter wie Uber oder Freenow werben mit oft deutlich günstigeren Preisen dynamischen Festpreisen und Rabatten um ihre Kunden. Doch gerade für ältere Kölnerinnen und Kölner oder nicht App-affine Menschen ist das Taxi ein wichtiger Bestandteil des Verkehrsangebots.

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