Starker Rückgang: Geburtenzahl in Köln fällt auf niedrigstem Stand seit 1986

Starker Rückgang: Geburtenzahl in Köln fällt auf niedrigstem Stand seit 1986

Rundschau |

Infografik

Starker RückgangGeburtenzahl in Köln fällt auf niedrigstem Stand seit 1986

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Säuglinge liegen auf einer Neugeborenenstation nebeneinander. (Symbolbild)

Copyright: dpa

Die Kölnerinnen bekommen immer weniger Kinder. Im vergangenen Jahr ist die Geburtenrate auf den tiefsten Stand seit 37 Jahren gesunken.

Der Geburtenrückgang in Köln setzt sich weiter fort. Wie die Rundschau bereits exklusiv berichtete, wurden im vergangenen Jahr nur noch 9099 kleine Kölnerinnen und Kölner geboren. Das waren 712 weniger als im Vorjahr – ein Minus von 7,3 Prozent. Nun ergab eine Anfrage bei der Stadtverwaltung: Das ist die niedrigste Geburtenzahl seit 37 Jahren. 1986 kamen 8826 Kölner Babys zur Welt. Damals lebten allerdings nur 966.307 Menschen in Köln – 129.213 weniger als heute.

Im Jahr 2021 war die Zahl der neugeborenen Kölner noch um 3,8 Prozent auf 11.127 Kinder gestiegen. Seitdem ist die Entwicklung stark rückläufig. Innerhalb von zwei Jahren gab es in Köln einen Geburtenrückgang um 2028 Kinder – ein Minus von 18,2 Prozent. Gründe dafür konnte die Stadt auf Anfrage nicht nennen. Eine Sprecherin teilte mit: „Es kann keine abschließende Erklärung für diese Entwicklung gegeben werden. Köln lag mit dem deutlichen Rückgang der Geburten in den vergangenen Jahren im deutschlandweiten Trend.“

In NRW war die Zahl der Neugeborenen 2023 im Schnitt um 5,0 Prozent zurückgegangen. Bundesweit stellten die Statistiker nach vorläufigen Zahlen einen Rückgang um 7,5 Prozent fest. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) erklärte dazu, Frauen hätten wegen der Corona-Impfung auf Schwangerschaften verzichtet und später wegen des Ukraine-Kriegs und anderer Krisen ihren Kinderwunsch aufgeschoben.

Einwohnerzahl steigt auf neuen Höchstwert

Wie eine Langzeitbetrachtung verdeutlicht, hält die Zahl der Geburten in Köln mit der Bevölkerungsentwicklung nicht Schritt. Seit dem Höchststand im Jahr 2016 ist die Geburtenzahl deutlich zurückgegangen, während die Einwohnerzahl weiter wächst (siehe Grafik).

Die Zahl der Sterbefälle in Köln ging im vergangenen Jahr auf 10.581 zurück (Vorjahr: 10.682). Angesichts der niedrigen Geburtenzahl bedeutet das unterm Strich ein Minus in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung von 1482 Personen. Trotzdem lebten nach Angaben der Stadt Ende 2023 so viele Menschen in Köln wie noch nie. Die Einwohnerzahl stieg um 3402 Personen (plus 0,3 Prozent) auf 1.095.520 Personen. 3556 von ihnen waren mit Nebenwohnsitz in Köln gemeldet. Der Anteil der Frauen lag mit 560.480 Personen weiterhin über dem der Männer (535.040).

Grund für das Bevölkerungswachstum ist der Zuzug von Menschen aus dem In- und Ausland. Unterm Strich kamen voriges Jahr 4499 mehr Personen nach Köln als aus der Stadt wegzogen. Die Zuwanderung aus dem Ausland nahm allerdings um fast ein Viertel auf 21.244 Personen ab (Vorjahr: 27.969 Personen). Laut Stadtverwaltung lag dies vor allem daran, dass weniger Menschen aus der Ukraine nach Köln kamen.

Die Zahl der in Köln lebenden Menschen mit Migrationshintergrund stieg um 10.793 auf 463.966 Personen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 42,4 Prozent. Rund jeder fünfte Kölner (20,9 Prozent) hat keinen deutschen Pass. Die Zahl der Einwohner mit ausländischer Staatsbürgerschaft wuchs voriges Jahr um 7523 auf 228.555 Personen.

Immer mehr Single-Haushalte in Köln

Die niedrige Geburtenrate spiegelt sich auch in der Haushaltsstruktur wieder. Während die Zahl der Privathaushalte in Köln insgesamt um 3298 auf 571.643 stieg, sank die Zahl der Haushalte mit Kindern um 615 auf 102.857. In 51 Prozent dieser Haushalte lebt nur ein Kind, Haushalte mit zwei Kindern machen 37 Prozent aus. In mehr als der Hälfte der Kölner Haushalte (51,7 Prozent ) lebt nur eine Person, die Zahl der Single-Haushalte stieg um 3460 auf 295 808.

Ende 2023 lebten in Köln 176 034 Kinder und Jugendliche unter 18, das sind 16 Prozent der Einwohner. Ihre Zahl war leicht rückläufig. 655 538 Kölnerinnen und Kölner sind zwischen 18 und 59 Jahre alt. Die Zahl der Einwohner ab 60 Jahren legte um 4073 Personen auf 263 948 zu.

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