„Sie ist ein Vorbild“: Nichts tun ist keine Option – 99-jährige Kölnerin hält sich mit Sitzgymnastik fit

„Sie ist ein Vorbild“: Nichts tun ist keine Option – 99-jährige Kölnerin hält sich mit Sitzgymnastik fit

Rundschau |

„Sie ist ein Vorbild“Nichts tun ist keine Option – 99-jährige Kölnerin hält sich mit Sitzgymnastik fit

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Katharina Feldenkirchen bei einer Übung bei der Sitzgymnastik.

Copyright: René Denzer

Immer Montagsabends trainiert Käthe Feldenkirchen in einer Kölner Turnhalle. Ihr Rat an junge Menschen: „Fangt früh mit dem Sport an und bleibt dabei.“

Ohne Sport geht bei Katharina Feldenkirchen gar nichts, und da spielt es keine Rolle, dass die rüstige Zündorferin bereits 99 Jahre alt ist. Einmal die Woche kommt sie in die Turnhalle der Grundschule Schmittgasse zur Sitzgymnastik. Ihre Trainerin Ursula Eichelhardt ist stolz auf die älteste Teilnehmerin. „Sie ist ein Vorbild für andere hier in der Gruppe“, sagt sie.

Start beim TV Rheingold Zündorf im Jahr 1967

Eichelhardt und Katharina Feldenkirchen, die von allen nur Käthe gerufen wird, kennen sich schon seit Jahren. 1967 ist Käthe zum TV Rheingold Zündorf gekommen. Damals hatte Ursula Eichelhardt eine Hausfrauen-Gymnastik-Gruppe gegründet. Jeden Montag trafen sie sich von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle an der Schmittgasse.

Mit zunehmenden Alter wechselte Käthe in verschiedene Übungsgruppen. Seit einigen Jahren besucht die 99-Jährige den Kurs Sitzgymnastik. Nicht jede Übung klappt so wie früher, sagt Käthe. Das nervt schon. „Aber was will man machen“, sagt die 99-Jährige. Nichts tun ist keine Option für sie.

„Den linken Unterarm in den Rücken, den rechten Arm hoch über den Kopf ausstrecken“, Ursula Eichelhardt gibt Anweisungen. Dann werden die Seiten getauscht. Katharina Feldenkirchen sitzt der Trainerin gegenüber. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. „Ich sage immer: Solange Käthe mir gegenübersitzt, sitze ich hier“, sagt die Trainerin, die selbst 79 Jahre alt ist.

Kontakte mit anderen Menschen halten sie jung – und der Sport

Bei der nächsten Übung sollen Käthe und die andere Mitglieder der Sitzgymnastikgruppe mit den Händen links und rechts die Beine herunter zum Boden gleiten. „Aber ohne Kopfsprung“, sagt Ursula Eichelhardt und lacht. Die ehemalige Sportlehrerin hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, und das kommt bei den Damen der Gruppe an.

Gelacht wird gerne und viel. Das gehört auch dazu, sagt Käthe Feldenkirchen. Sie selbst hat auch Humor. „Ich habe meine Hörgeräte nicht an“, sagt sie zu ihrer Sitznachbarin. „Wenn du was falsch machst, mach’ ich es auch falsch.“ Gerade die Kontakte mit den anderen Leuten hält sie neben dem Sport weiter jung, sagt sie.

Zum Training kommt Katharina Feldenkirchen oft mit ihrem Auto – so nennt sie scherzhaft ihren Rollator. Die Seniorin ist selbst auch noch aktiv in Zündorf unterwegs. Einkäufe erledigt sie selbst, auch gekocht wird zu Hause. Um auch im Alter fit zu sein, hat Feldenkirchen für andere einen Tipp: „Fangt früh mit dem Sport an und bleibt dabei.“ Und wenn die eine oder andere Übung mit zunehmenden Alter mal nicht mehr klappen will, „dann legt den Fokus darauf, was klappt“.

Für das kommende Jahr haben die Mitglieder der Sitzgymnastikgruppe Großes vor. Am 2. Februar 2025 wollen sie Käthes „Hundertsten“ feiern. Dann soll in der Halle die Post abgehen.

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