„Regionalität wird wichtiger“: Spargel, Erdbeeren, Pfingstrosen – auf Kölner Wochenmarkt ist der Frühling zu spüren

„Regionalität wird wichtiger“: Spargel, Erdbeeren, Pfingstrosen – auf Kölner Wochenmarkt ist der Frühling zu spüren

Rundschau |

„Regionalität wird wichtiger“Spargel, Erdbeeren, Pfingstrosen – auf Kölner Wochenmarkt ist der Frühling zu spüren

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Besucher des Wochenmarkts am Auerbachplatz in Köln-Sülz lassen sich vom Regen nicht stören.

Copyright: Alexander Schwaiger

Obst, Gemüse, Blumen: Was hat Saison? Was kommt bald? Wie sind die Preise? Wir haben den Wochenmarkt am Auerbachplatz in Köln-Sülz besucht.

Ruth Buhs besucht den Wochenmarkt am Auerbachplatz in Sülz regelmäßig. Die 78-Jährige wohnt seit 1973 in der Sülzburgstraße. Am Blumenstand von Tobias Baum nimmt sie einen Bund Tulpen mit, 10 Stück für 6 Euro. „Die machen sich doch jetzt schön auf dem Esstisch“, sagt sie.

Die Brüder Jens und Tobias Baum sind mit ihrem Geschäft „Blumen Baum“ seit über 25 Jahren auf dem Sülzer Wochenmarkt vertreten. Den Betrieb gibt es schon seit über 50 Jahren, die als „Blumenbrüder“ bekannten Männer führen ihn in zweiter Generation.

Wochenmarkt Auerbachplatz in Sülz: Pfingstrosen im Aufwind und mehr Kunden im Frühling

Welche Frühlingsblumen haben gerade Saison? Tulpen, unübersehbar – aber was gibt es noch? „Hyazinthen, Stiefmütterchen, Hornveilchen“, antwortet Tobias Baum. Hinter der Tulpenschar stehen die ersten Pfingstrosen, deren Anzahl sich bei seinem Stand in den nächsten Wochen stetig vergrößern werde, so Baum.

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Im Frühling laufe das Geschäft besser. Sonne und höhere Temperaturen ziehen mehr Kunden an. „Außerdem wollen alle im Frühjahr ihre Gärten und Balkone fertig machen, also kommen mehr Menschen auf den Markt“, sagt Baum.

Wetterbedingungen beeinflussen Landwirtschaft – Erdbeer-Saison in Aussicht

Im Vergleich zum sonnigen Wetter vom Wochenende ist es am Dienstag, 9. April, grau und verregnet. Der Regen bereitet Karl-Josef Langen Sorge. Seit 1991 ist der Landwirt in dem Bauernbetrieb „Langen“ tätig, das Geschäft hat er von seinem Großvater übernommen. „Es regnet schon länger einfach zu viel“, sagt er. „Jetzt müsste eigentlich vieles gepflanzt werden, aber die Böden sind zu matschig.“ Laut dem Landwirt sei ein „gesundes Mittelmaß“ beim Wetter nötig, nicht zu trocken und nicht zu nass.

Die Spargelernte habe der Regen aber erfreulicherweise nicht beeinträchtigt, so Langen. Weißen Spargel gibt es für 14,95 Euro das Kilo, ein halbes Kilo grünen Spargel für 7,95 Euro. Auch Erdbeeren haben langsam Saison. Auf deutsche Freiland-Erdbeeren müsse man noch etwas warten, aber „wenn es jetzt 8 bis 10 Tage trocken und mild bleibt, könnte es die ersten Freiland-Erdbeeren in gut zwei Wochen geben“, schätzt er. Erdbeeren aus deutschen Gewächshäusern gibt es schon, eine Schale am Stand von Landwirt Langen kostet 5,95 Euro.

Frühjahrs-Highlight Spargel und saisonale Aussichten

Aus der Masse an Obst und Gemüse stechen rötliche, lange Stängel heraus – ein Kilogramm Rhabarber gibt es für 3,50 Euro. Beliebt für Soßen und Pesto ist derzeit auch der Bärlauch, 2,95 Euro kostet ein Bund auf dem Wochenmarkt.

Und was ist in nächster Zeit auf dem Markt zu finden? „Im Mai gibt es die ersten süßen Kirschen, Pflaumen gibt es etwa ab Juli“, sagt der Landwirt. Und beim Gemüse? Erstmal würden sich die Deutschen jetzt am Spargel erfreuen, sagt Langen und lacht. Im April beginne dann noch die Saison des Rübstiels, auch Rübengrün genannt.

Theo Aßenmacher ist seit 36 Jahren Lebensmittelhändler. An seinem Stand stehen mehrere dunkelgrüne Boxen voller verschiedener Äpfel. „Das sind Äpfel-Sorten aus dem Siebengebirge. Ich mache die Erfahrung, dass die Leute keine Äpfel mehr von der Südhalbkugel, etwa Neuseeland, wollen. Den Kunden wird Regionalität wichtiger“, erklärt der Lebensmittelhändler. 

Nicht so regional sind dagegen zwei ungewöhnliche Obstsorten in seiner Auslage, Ananasse und Mangos. „Wir bieten die Exoten nur im Winter an, im Sommer gibt es dann heimisches Obst und Beeren“, sagt Aßenmacher. Eine Ananas kostet 3,95 Euro.


Kölner Wochenmärkte

  • Übersicht Kölnerinnen und Kölner können auf insgesamt 66 Wochenmärkten an 39 Standorten frische Ware einkaufen.
  • Öffnungszeiten Die meisten Märkte sind zwischen 7 und 13 Uhr geöffnet. Aufgebaut wird ab 6 Uhr, abgebaut ist in der Regel bis 14 Uhr.
  • Geografischer Überblick Wer einen Markt in seiner Nähe sucht oder einmal einen Neuen probieren möchte, kann sich bei der Stadt Köln über eine interaktive Karte informieren (https://www.stadt-koeln.de/wochenmaerkte). Klickt man auf einen Markt, sieht man auf einen Blick die Öffnungszeiten und die Adresse.
  • Zeitlicher Überblick Wer will, kann sich die Märkte auch nach Wochentagen sortiert anzeigen lassen: Am Donnerstag ist unter anderem Markt auf dem Rudolf- oder dem Chlodwigplatz, auf dem Wiener Platz in Mülheim, an der Waldfriedstraße in Niehl oder auf dem Liverpooler Platz in Chorweiler.
  • Extra Jenseits der regulären Wochenmärkte werden in Köln auch regelmäßig Ökomärkte veranstaltet: am Donnerstag auf dem Neusser Platz im Agnesviertel und auf dem Maternusplatz in Rodenkirchen.

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