Prozess in Köln: 23-Jähriger wegen Zwangsprostitution vor Gericht

Prozess in Köln: 23-Jähriger wegen Zwangsprostitution vor Gericht

Rundschau |

Prozess in Köln23-Jähriger wegen Zwangsprostitution vor Gericht

Lesezeit 3 Minuten
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Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft (Symbolbild).

Copyright: dpa

Eine 19 Jahre alte Frau wurde unter Androhung von Gewalt zur Prostitution gezwungen, ihr mutmaßlicher Peiniger muss sich nun vor Gericht verantworten.

In einem Saunaclub lernt ein damals 23-Jähriger eine 19 Jahre alte Prostituierte kennen. Die Frau verliebt sich in ihn, woraufhin der Mann sie unter seinen Schutz gestellt haben soll. Kostenpunkt anfangs: Die Hälfte der Einnahmen der Frau. Doch schon wenige Monate wollte der Mann alle ihre Einnahmen aus der Prostitution und soll hierfür massiv Gewalt eingesetzt haben.

Am Montag hat nun ein Prozess wegen eines Bündels an Vorwürfen gegen den heute 25-Jährigen begonnen: Neben Zwangsprostitution einer Person unter 21 Jahren lauten die Anklagepunkte auf einfache und gefährliche Körperverletzung, Nötigung sowie räuberische Erpressung in der Zeit von Anfang 2022 bis Ende Juni 2023.

Zur Durchsetzung dieser Forderung setzte er körperliche Gewalt und Drohungen ein“.

Staatsanwältin in der Anklageverlesung

Laut Anklage lernten sich der Angeklagte und die heute 21-Jährige, die in dem Prozess als Nebenklägerin auftritt, in einem Saunaclub bei Düsseldorf kennen. Die Frau verliebte sich in den jungen Mann, der sie fortan „unter seinen Schutz stellte“ und die Hälfte ihrer Einnahmen beanspruchte. Der Angeklagte soll die Frau „bei der Prostitutionsausübung begleitet und ihre Annoncen, in denen sie sich als Prostituierte anbot“ verwaltet haben, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Nach wenigen Monaten soll der 25-Jährige dann aber alle Einnahmen der Frau für sich eingefordert haben. „Zur Durchsetzung dieser Forderung setzte er körperliche Gewalt und Drohungen ein“, sagte die Staatsanwältin. Die Gewalt zeigte Wirkung, die Frau überließ dem 25-Jährigen ihren gesamten Verdienst von bis zu 8000 Euro wöchentlich. „Dabei nutzte der Angeschuldigte bewusst das auf Furcht, Zwang und Zuneigung beruhende Herrschafts- und Abhängigkeitsverhältnis zu der Geschädigten aus“, so die Anklage.

Als die Nebenklägerin im Februar 2022 angekündigt habe, einen Kundentermin ohne den Angeklagten wahrnehmen zu wollen, soll der 25-Jährige der Frau unter anderem an den Haaren gerissen haben. Bei einer anderen Gelegenheit soll er die Frau mit einem Ladekabel gedrosselt haben. Als die Frau im November 2022 nach einem Job in Hannover nur rund 400 Euro an den Angeklagten abgeliefert haben soll, soll dieser der Frau einen Schlag in die Rippen versetzt haben. Mehrere tausend Euro soll er dann in ihren Sachen gefunden und an sich genommen haben.

Als die Geschädigte dem Angeklagten im Juni 2023 mitgeteilt habe, sich nicht weiter für ihn zu prostituieren, soll der Angeklagte sie und ihre Familie massiv bedroht haben. Außerdem habe er einen Betrag von 30 000 Euro gefordert, mit dem die Nebenklägerin sich „freikaufen“ sollte. Per WhatsApp-Chat soll er sie in den Tagen darauf aufgefordert haben, für ihn weiter zu arbeiten und ihre Schulden abzuarbeiten. Nach der Anklageverlesung stellte Verteidiger Dietmar Bonn einen Antrag auf Aussetzung der Verhandlung, der stattgegeben wurde. Bonn hatte beklagt, dass ihm wesentliche Teile der Akte von der Staatsanwaltschaft vorenthalten worden seien und eine angemessene Verteidigung so nicht möglich sei.

Der Prozess soll im Sommer neu terminiert werden

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