Patenschaft von Martin Schulz: Warum Kölner Schüler Europa wichtig finden

Patenschaft von Martin Schulz: Warum Kölner Schüler Europa wichtig finden

Rundschau |

Patenschaft von Martin SchulzWarum Kölner Schüler Europa wichtig finden

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Martin Schulz in der Kölner Europaschule.

Copyright: Johannes Spätling

Erstmals dürfen schon 16-Jährige an der Europawahl teilnehmen. Wie sie denken, zeigte sich in einer Diskussion mit Martin Schulz.

Europa und dem Rheinland war und ist er besonders verbunden: Martin Schulz war noch vor ein paar Jahren EU-Parlamentspräsident, SPD-Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat. Heute ist er Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Die Europaschule Köln nahm sein vorbildliches Handeln auf europäischer Ebene zum Anlass, ihn um die Übernahme einer Schulpatenschaft zu bitten, die am Samstag feierlich in der Zollstocker Gesamtschule unterzeichnet wurde.

„Rund 1300 Schülerinnen und Schüler mit über 60 verschiedenen kulturellen Hintergründen leben bei uns die Vision eines friedlichen Miteinanders in der Welt“, erklärte Schulleiter Kai Gruner. Die Gesamtschule hat Partnerschulen in ganz Europa und der Welt.

Plädoyer für Respekt und Toleranz

In seiner Festrede warnte Schulz vor aktueller Euroskepsis, zudem scheute der 68-Jährige nicht vor politischen Botschaften. „Aktuell wollen Parteien mit einem dämonischen Geist für das Volk sprechen – wir müssen zeigen, dass wir die Mehrheit sind. Die Idee von Europa muss bleiben, denn sie steht für Respekt und Toleranz, genau wie die Europaschule“, forderte Schulz.

Unter anderem beschäftigt viele Schüler die Frage, ob angesichts von Extremismus in den sozialen Medien junge Menschen die Demokratie verlernen. Schulz bat die jungen Anwesenden, sich zu engagieren, auf Demos zu gehen und „den Kompromiss als wesentlichen Kern der Demokratie zu fördern, auf der Grundlage von Respekt, Toleranz und Menschenwürde“.

Schulz: Demos dürfen keine Eintagsfliegen sein

Fiona (17) fragte Schulz, wie stabil und zukunftsfähig Demokratie angesichts des Rechtsrucks in Deutschland sei. Der Politiker merkte an, dass die überwältigende Mehrheit sich glücklicherweise zur Demokratie bekenne. Jedoch seien die Rechten am Lautesten, und die Mehrheit schweige oder tue nichts. Man müsse zeigen, wer die Minderheit und wer die Mehrheit sei. Stefano (18) fragte Schulz, ob er die Demos in Köln für wirksam halte. „Ja – aber das dürfen keine Eintagsfliegen sein“, sagte der, „Die überwältigende Mehrheit in Deutschland hat praktisch nie an einer Demonstration teilgenommen. Wenn das nur einmal passiert, gehen die Leute nach Hause und sagen ‚Denen haben wir es aber gezeigt!‘“. Aber die Rechten gingen ständig auf die Straße – da müsse dagegen gehalten werden. Und auf die Frage von Marina (17), ob er die Jugend als demokratiemüde bezeichnen würde, sagte Schulz: „Die Jugend an sich gibt es nicht.“ Er glaube an die junge Generation.

Schüler schätzen Europa

Hoffnung für Europa ging auch aus den persönlichen Meinungen der Schüler hervor. Viele von ihnen dürfen mit 16 oder 17 Jahren zum ersten Mal bei der Europawahl am 9. Juni wählen. Joe (17) geht vor allem zur Wahl, damit „nicht die extremen Parteien die Stimmen bekommen. Ich finde es super, dass auch Minderjährige an dieser Wahl teilnehmen können, denn das bildet die Gesellschaft ab.“ Und Lara (17) findet es genau wie ihre Freunde Marina und Jan (17) gut, „dass wir endlich die Chance haben, mitzuentscheiden. Wir wollen auf jeden Fall zur Wahl gehen. Wir wollen eine Stimme gegen das Falsche machen, das wird echt Zeit.“

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