Neue Pläne für das Depot: So soll es im Carlswerk in Köln weitergehen

Neue Pläne für das Depot: So soll es im Carlswerk in Köln weitergehen

Rundschau |

Neue Pläne für das DepotSo soll es im Carlswerk in Köln weitergehen

Lesezeit 3 Minuten
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Garten Garten Foto: Ana Lukenda

Copyright: Ana Lukenda

Guten Ideen treffen auf viele offene Fragen. Nach intensiven internen Beratungen liegt nun ein Konzept vor, wie das Depot in Zukunft bespielt werden soll.

Seit der Rat der Stadt Köln im vergangenen Jahr beschlossen hat, dass das Depot als Kulturort erhalten bleibt und das neue Zuhause der zukünftigen Tanzsparte der Bühnen und der freien Tanzszene sein soll, wurde von Vertretern aller Beteiligter ein Konzept ausgearbeitet. Das Resultat liegt nun vor – und thematisiert gleichzeitig viele offene Fragen.

Für das Schauspiel dient das Depot 2 demnach als Spielstätte im Rechtsrheinischen und ersetzt damit nach dem Wiedereinzug am Offenbachplatz die Halle Kalk.

150 Vorstellungen pro Jahr

Geplant sind neben vier Neuproduktionen und einer Wiederaufnahme auch Gastspiele. In einem Musterspielplan sind hierfür insgesamt 60 Vorstellungen angesetzt. Hinzukommen 25 Aufführungen der freien Szene.

Die zukünftige Tanzsparte der Bühnen soll an 35 Abenden pro Jahr das Depot 1 bespielen, die freie Szene an 30. Insgesamt wären dies 150 Vorstellungen.

In einem alternativen Musterspielplan kommt man auf 180 Vorstellungen pro Spielzeit, wobei für diese Erweiterung die Finanzierung in Teilen noch zu klären sei.

3,4 Millionen Euro Produktionskosten

Während man bei Variante 1 von rund 3,4 Millionen Euro Produktionskosten ausgeht, kämen für Variante 2 noch einmal 350 000 Euro hinzu.

Die Frage bleibt allerdings, ob 150 oder auch 180 Vorstellungen pro Spielzeit genug sind, um zwei solche Bühnen zumindest ansatzweise wirtschaftlich zu bespielen. Zum Vergleich: Das Schauspiel kam auf circa 380 Vorstellungen in Depot 1 und 2.

Auch muss das Depot insgesamt für diesen neuen Betrieb ertüchtigt werden. Eine Machbarkeitsstudie von Nattmann & Bruns Architekten vom Oktober 2022 geht von insgesamt 2,283 Millionen Euro aus.

Darin ist allerdings neben dem dringend notwendigen Umbau der Toiletten im Foyer auch der Ersatz der Bühnentechnik enthalten. Außerdem sollen, wenn sie von den Kosten her umsetzbar sind, Probebühnen gebaut werden. Denn das Depot soll nicht nur Abspielstätte, sondern auch Produktionsort sein, was natürlich gerade für die freie Szene von besonderer Bedeutung ist.

Vielfältige Synergien

Man erhofft sich darüber hinaus Synergien zwischen Gästen, freier Szene und Tanzsparte sowie den Austausch mit anderen Tanzinstitutionen der Stadt wie der Hochschule für Tanz, der Sporthochschule oder dem Tanzarchiv. Langfristig könne man sich auch vorstellen, „Teil des Bündnis Internationaler Produktionshäuser“ zu werden.

Auch bei der Leitungsstruktur will man neue Wege beschreiten, freie Szene und Bühnen sollen (möglichst) gleichberechtigt über die Geschicke des Hauses entscheiden können.

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Die Leitung setzt sich zusammen aus einer neutralen Geschäftsführung (eine Stimme mit Vetorecht), der freien Szene (zwei Stimmen) und der Bühnen Köln (je eine Stimme für Schauspiel und Tanz). Die Geschäftsführung ist dabei allerdings dem Geschäftsführenden Direktor der Bühnen (zur Zeit Patrick Wasserbauer) direkt unterstellt.

Arbeit auf Augenhöhe

Aufgabe dieses Gremiums, das personell noch nicht besetzt ist, sei es vor allem, ein komplettes Programm für das Depot zusammenzustellen, „oberste Maxime“ sei, hier ein „Einvernehmen auf Augenhöhe“ zu erzielen. Konzept dieses Konzeptes ist allerdings auch seine Veränderbarkeit.

Dieses neue „Kooperationshaus“ habe „Modellcharakter“, „Veränderungen, Reflexionen und Weiterentwicklungen in Programm und Organisation sind Teil des Konzeptes.“

Viele gute Ideen treffen hier auf viele ungeklärte Fragen für einen Kulturort, bei dem es sich auf jeden Fall, ihn weiterhin mit kulturellem Leben zu füllen. 

Doch bei all den Plänen: Zunächst einmal muss gesichert sein, dass das Schauspiel wieder an den Offenbachplatz zurückkehrt.

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