Lage bleibt dennoch angespannt: So viele neue Wohnungen wie lange nicht – Stadtbezirk Ehrenfeld ist Spitzenreiter

Lage bleibt dennoch angespannt: So viele neue Wohnungen wie lange nicht – Stadtbezirk Ehrenfeld ist Spitzenreiter

Rundschau |

Lage bleibt dennoch angespanntSo viele neue Wohnungen wie lange nicht – Stadtbezirk Ehrenfeld ist Spitzenreiter

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Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Ehrenfeld, hier entstanden die meisten neuen Wohnungen.

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Für kinderreiche Familien bleibt es aber kompliziert, in Köln eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden.

In Köln sind voriges Jahr so viele Wohnungen fertiggestellt worden wie seit 2018 nicht mehr. „Damit trotzt Köln dem bundesweiten Trend“, sagt Andree Haack, Dezernent für Stadtentwicklung. Insgesamt wurden laut Stadt 3533 Wohnungen fertiggestellt, das bedeutet einen Anstieg von 51,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Denn im Jahr 2022 waren lediglich 2327 Wohnungen vollendet worden. Die Entwicklungen im Überblick:

Viele Bauprojekte wurden fertiggestellt

Die positive Entwicklung im kriselnden Wohnungsbau ist laut Stadt auf die Vollendung zahlreicher Bauvorhaben zurückzuführen, die Verwaltung spricht selbst von einer „überdurchschnittlich hohen Zahl“ fertiggestellter Wohnungen, denn in Köln wurde seit 2015 jedes Jahr der Bau von durchschnittlich 2680 Wohnungen finalisiert. Dennoch liegt das einst von Oberbürgermeisterin Henriette Reker ausgerufene Ziel von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr in weiter Ferne.

Nach wie vor befinden sich viele Wohnungen in der Warteschleife. Trotz der hohen Fertigstellungsrate gibt es immer noch 9415 Wohnungen, deren Bau genehmigt, aber noch nicht abgeschlossen ist. Der „Bauüberhang“ befindet sich laut Stadt auf „hohem Niveau“, ging aber voriges Jahr um fünf Prozent zurück. Den größten Überhang gibt es in den Stadtteilen Ehrenfeld (716), Marienburg (596) und Kalk (438).

Baubranche hofft auf geringere Auflagen

Auch bei den erteilten Baugenehmigungen wurde eine Steigerung erzielt. Insgesamt wurden 3211 Wohnungen genehmigt, eine Steigerung von 170 Wohnungen (5,5 Prozent) im Vergleich zu 2022. Überragend ist dieser Wert jedoch nicht, der Jahresdurchschnitt liegt seit 2015 bei rund 3200 Baugenehmigungen im Jahr. Durch ein „Maßnahmenpaket“ will die Stadt nun den Wohnungsbau beleben, unter anderem sollen Investoren bei großen Bauprojekten weniger Grünfläche pro Bewohner schaffen müssen. „Ein weiterer Impuls wären aber ganz bestimmt geringere Kosten für städtische Grundstücke gewesen. Weniger hohe Vorgaben bei der Erschließung oder der Erstellung von Grünflächen könnten ebenfalls die Kosten senken“, sagt Kathrin Möller, Vorständin der GAG Immobilien AG. Insgesamt seien jedoch Freiräume wichtig und „eine zu hohe Verdichtung kontraproduktiv“.

Am meisten werden Drei-Zimmer-Wohnungen gebaut

Für kinderreiche Familien bleibt es kompliziert, in Köln eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden. Am häufigsten wurden voriges Jahr Drei-Zimmer-Wohnungen fertiggestellt, nämlich 1140 Stück. Es folgen Zwei-Zimmer-Wohnungen (1018). Dagegen entstanden nur 619 Vier- und 379 Fünf-Zimmer-Wohnungen. Am geringsten ist die Zahl der neuen Ein-Raum-Apartments (377), ein Rückgang um 12,4 Prozent.

In Ehrenfeld wurden die meisten Wohnungen fertig

Mit großem Abstand sind im Stadtbezirk Ehrenfeld die meisten neuen Wohnungen gebaut worden. Allein hier wurden 1035 der stadtweit 3533 Wohnungen fertig. Es folgen die Bezirke Porz (626) und Mülheim (507). Wenig Bewegung gibt es in Lindenthal (plus 188 Wohnungen), Nippes (180), Kalk (161) und Chorweiler (131). Die wenigsten Wohnungen entstanden in der Innenstadt (83). In Ehrenfeld wird derzeit unter anderem das riesige Max-Becker-Areal an der Widdersdorfer Straße bebaut, allein hier sollen rund 1700 Wohnungen entstehen. Die hohe Zahl der Neubauten in Ehrenfeld ist auf mehrere kleine und mittlere Bauprojekte zurückzuführen.

Gesamtzahl der Wohnungen steigt kontinuierlich

In Köln gibt es insgesamt 572.090 Wohnungen, im Jahr 2015 lag die Zahl noch bei 554 018. Auch hier dominieren Drei-Zimmer-Wohnungen (30,4 Prozent), gefolgt von Wohnungen mit vier Zimmern (24,5 Prozent), fünf und mehr Zimmern (20 Prozent), zwei Zimmern (17,7 Prozent) und einem Zimmer (7,5 Prozent). Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 76,38 Quadratmetern. Jeder Kölnerin und jedem Kölner stehen durchschnittlich 39,89 Quadratmeter zur Verfügung.


Mehr geförderter Wohnraum

2,2 Prozent betrug im vergangenen Jahr der Anstieg der geförderten Wohnungen. Dies ist der größte Anstieg seit 2018. Insgesamt gibt es in der Stadt 37.905 Wohnungen, bei denen sich die Stadt bei hilfsberechtigten Personen an der Miete beteiligt.

Das Branchenportal „Immowelt“ hat die Belastung der Mietzahlungen für Singles in 106 kreisfreien deutschen Städten untersucht. Für eine 50-Quadratmeter-Wohnung wird in Köln durchschnittlich 813 Euro Miete verlangt. Im Schnitt belastet die Miete das Nettoeinkommen bei Single-Haushalte mit 33 Prozent. In 45 Städten übersteigt die Quote 30 Prozent, Spitzenreiter ist München (40 Prozent), es folgen Berlin, Hamburg (36 Prozent) sowie Rosenheim und Offenbach (35 Prozent). (tho)

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