Köln-Deutz: Weltkriegsbombe im Rhein erfolgreich entschärft – große Auswirkungen

Köln-Deutz: Weltkriegsbombe im Rhein erfolgreich entschärft – große Auswirkungen

Rundschau |

Dass eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wird, ist in Köln wahrlich keine Seltenheit. Am Mittwoch brachte der Fund einer amerikanischen Zehn-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder allerdings so einiges durcheinander.

Ungewöhnlich war schon der Fundort: Am Vormittag hatte ein Schwimmbagger bei Arbeiten in der Fahrrinne des Rheins, auf Höhe des Deutzer Kennedy Ufers, den Blindgänger entdeckt. Von der Baggerschaufel musste die Weltkriegsbombe vorsichtig auf einen Ponton, also eine schwimmende Insel, abgelegt werden. Dort wurde sie dann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf entschärft. Nach der Entschärfung wurde der Blindgänger mit Hilfe eines Kranwagens der Feuerwehr auf einen Lastkraftwagen gehoben, mit dem sie dann schließlich abtransportiert wurde.

Hotel-Gäste des Hyatt wurden ebenfalls evakuiert

Während bei Bombenfunden in anderen Teilen der Stadt manchmal Tausende Kölnerinnen und Kölner evakuiert werden müssen, waren es beim gestrigen Bombenfund in Deutz gerade mal zehn Anwohnende, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Dennoch waren viele Menschen betroffen: Zahlreiche Mitarbeitende von Firmen mussten ihre Büros verlassen, darunter HDI, der Landschaftsverband Rheinland und die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit EASA. Auch etliche Gäste des Hyatt mussten das Hotel zum frühen Nachmittag verlassen.

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Spannend wurde es für viele Mitarbeitende der Kölner TV-Sender RTL und n-tv. Auch ihre Büros und Studios lagen im Evakuierungsradius. Um den Sendebetrieb aufrecht zu erhalten, verlegten sie ihre Livesendungen während der Übertragung spontan in den Rheinpark. So moderierte etwa RTL-Moderatorin Roberta Bieling die zweite Stunde ihrer Nachrichtensendung „Punkt 12“ von der Terrasse des Park-Cafés. „Das war ein aufregender Tag“, resümierte eine sichtlich aufgeregte Bieling nach der Sendung. Die Regie der Nachmittagsprogramme übernahm das RTL-Studio in Berlin, teilte der Sender mit.

Personenschiffe mussten Liegeplätze am Rhein verlassen

Aufgeregt waren sicher auch viele Bahnreisende. Durch die rund zweistündige Sperrung der Hohenzollernbrücke im Nah- und Fernverkehr kam zu Zugausfällen und Verspätungen. „Knapp 1300 Züge fahren täglich über die Hohenzollernbrücke“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. „Das hat natürlich große Auswirkungen auf den Zugverkehr.“ Der Bahnhof Messe/Deutz wurde während der Bombenentschärfung überhaupt nicht mehr angefahren.

Ebenfalls wegen der Entschärfung gesperrt waren etliche Straßen, unter anderem der Rheinufertunnel auf Höhe des Maritim Hotels im Linksrheinischen und der Auenweg im Rechtsrheinischen. Auch die Schifffahrt zwischen Kennedy- und Konrad-Adenauer-Ufer wurde eingestellt. Personenschiffe, die am linken Rheinufer festgemacht hatten, mussten kurzfristig ihre Liegeplätze verlassen. Etliche Passagiere von Flusskreuzfahrten mussten geduldig auf die Rückkehr ihrer Schiffe warten. Um 16.06 Uhr wurde, so meldete es die Stadt, die Weltkriegsbombe in Deutz erfolgreich entschärft. Neben rund 60 Kräften des Kölner Ordnungsamtes waren die Feuerwehr, die KVB, die Bahn AG, Landes-, Bundes- und Wasserschutzpolizei an dem Einsatz beteiligt.

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