„Im Hard Techno gehen Frauen gerade ab“: So lief das Kultur-Event „Im Rahmen der Kunst“ in Ehrenfeld

„Im Hard Techno gehen Frauen gerade ab“: So lief das Kultur-Event „Im Rahmen der Kunst“ in Ehrenfeld

Rundschau |

„Im Hard Techno gehen Frauen gerade ab“So lief das Kultur-Event „Im Rahmen der Kunst“ in Ehrenfeld

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Die 22-Jährige DJ Medosa legte auf der Veranstaltung auf.

Copyright: Katharina Kampen

Im „Bumann und Sohn“ fand das Kultur-Event mit After-Show-Party statt. Die jungen Künstler und Künstlerinnen erzählen von ihren Inspirationen. 

Die Kulturveranstaltung „Im Rahmen der Kunst“ hat am Ostersonntag so einige kreative Impulse geschaffen. Junge Newcomer präsentierten im „Bumann und Sohn“ ihre besonderen Gemälde, Fotografien oder Musik. Viele davon zum ersten Mal. 

Der Künstler Robert C. Mroczynski aus Düsseldorf malt abstrakte Acryl-Gemälde. „Ich versuche das Gefühl der Selbstermächtigung in meinen Bildern einzufangen. Ich möchte den Rezipienten dazu motivieren, seine Komfortzone zu verlassen.“ Seine Bilder seien kontrastreich und ausdrucksstark. Die Formen entstehen aus dem Affekt, teilweise schmettert er die Farben auf die Leinwand. Seine Arbeit als Sprachwissenschaftler sei strukturiert. „Hier habe ich etwas, wo es keine Regeln gibt“, sagt Mroczynski.

Kulturveranstaltung in Ehrenfeld präsentiert junge Künstler 

„Für das Nähen habe ich zwei linke Hände“, sagt Anna Simon, Gründerin von dem Fashion-Label „Crroco Studio“ aus Köln. Deshalb habe sie als Teenagerin mit dem Häkeln angefangen. Was sie daran liebt: „Es gibt keine Abkürzung, Masche für Masche. Man bekommt ein Gespür für die Zeit, hat die Möglichkeit Farben zu kombinieren.“ Ihre Inspiration nimmt sie aus Urlaubsorten wie Frankreich oder Portugal. Sie möchte das Lebensgefühl und die Farben in den Stadtalltag bringen.

Die 22-jährige DJ und Produzentin Medosa legte auf. „Ich habe schon früh mit Musik begonnen. Wir konnten uns die Stunden nicht leisten, deshalb habe ich es mir selber beigebracht“, sagt sie. In der Schule spielte sie Saxophon im Orchester.

Vor drei Jahren kam sie nach Köln und fing an ihre eigene Musik zu produzieren, eine Mischung aus Afro-Beats, House und Techno. Auch wenn es in größeren Clubs immer noch schwieriger sei hereinzukommen, weil sie aus ihrem bestehenden Pool wählen, würden Frauen in der „Underground-Szene“ immer mehr. „Im Hard Techno gehen Frauen gerade ab“, so Medosa.

Live-Acts sorgen im „Bumann und Sohn“ für Stimmung

Der Schriftsteller und Dichter Nico Feiden trug seinen Lyriktext vor. Dabei kritisiert er die „Stadtromantik“ und den Umgang der Gesellschaft mit dem Klimawandel. „Wer hört das Gras noch wachsen unter dem Asphalt? Die Plastiksonne hat den Wachsbudda verwelkt. Die Klumpen sind heilig, Hochhäuser heilig, Banken heilig, Stadt heilig“, heißt es in seinem Text.

Auch übt er Kritik an den sozialen Medien: „Mir reichen diese Bilder im Netz, Hashtag Instagram Realität, vom Lavendel der Provence, den Eisgipfeln der Dolomiten, die Kupel der Santa Maria Del Fiori. Du hast das alles schon gesehen.“ 

Charlotta Schleifenbaum von „Im Rahmen der Kunst“ moderierte die Veranstaltung: „Es ist immer schön zu sehen, wie vielfältig das Publikum ist. Es ist sehr tolerant und interessiert“, sagt sie. Sie ermutigt junge Künstler dazu, ihre Kunst auszustellen: „Viele Leute lassen sich einschüchtern aus Angst, dass sie nicht so gut sind, wie die anderen“, erzählt die Moderatorin. „Das Team sucht immer nach neuen Leuten und zeigt, wir sehen euch.“

Mittlerweile bekommen sie mehr als 200 Bewerbungen im Jahr. Am Abend performten Künstler wie Rapper Benniap und Wunderkind. Der Musiker Omar begeisterte mit einer spontanen Tanzeinlage. DJ Tjark sorgte mit seinen Elektro-Beats für Stimmung und machte auf der After-Show-Party den Abschluss.

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