Heumarkt in Köln: Politik muss schnell über Genehmigung zum „Public Viewing“ entscheiden

Heumarkt in Köln: Politik muss schnell über Genehmigung zum „Public Viewing“ entscheiden

Rundschau |

Heumarkt in KölnPolitik muss schnell über Genehmigung zum „Public Viewing“ entscheiden

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Der Heumarkt soll zur großen Fan-Zone während der WM-Spiele in Köln werden.

Copyright: Stadt Köln

Der Heumarkt soll als zentrale Public-Viewing-Fläche während der Fußball-EM dienen. 

Die Zeit drängt. Am 14. Juni beginnt die Fußball-EM im eigenen Land, und noch ist die von der UEFA von Austragungsorten geforderte Fan-Zone nicht beschlossen. Das soll sich nun ändern, am kommenden Montag soll der Ausschuss allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen (AVR) über das Platzkonzept auf dem Heumarkt entscheiden. Vorgestellt wurde es bereits der Bezirksvertretung Innenstadt, die allerdings wenig amüsiert war ob der Kurzfristigkeit der Unterrichtung: „Wir haben die Vorlage ein paar Stunden vor der Sitzung bekommen. Das geht eigentlich gar nicht“, erklärte Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) seinen großen Unmut vor der Sitzung im Rathaus.

Nachdem Roncalliplatz und Neumarkt aufgrund fehlender Kapazitäten schnell aus dem Spiel waren, blieb nur mehr der Heumarkt und als Ergänzungsfläche das Tanzbrunnen-Gelände übrig. 7500 Menschen soll die Fläche in der Altstadt fassen. Eine große, zentrale Video-Leinwand wird in Richtung Rhein aufgebaut, zwei kleinere Varianten sollen die äußeren Ecken des Platzes bespielen.

Platz für 7500 Menschen

Das gesamte Gelände wird umzäunt, um bei Überfüllung schnell die Schotten dicht machen zu können. Der Zugang erfolgt über drei Eingänge an den Nord-, West- und Ostseiten des Heumarkts, die Ein- und Ausgänge der Tiefgarage unter dem Heumarkt werden gesondert „eingehaust“. Für Essen und Trinken ist an mehreren Ständen ausreichend gesorgt, die sanitären Anlagen sollten bei halbwegs fachgerechter Nutzung ebenfalls ausreichend sein.

Die Fan-Zone ist nicht Bestandteil des eigentlichen Nutzungskonzeptes für die Platzflächen in der Innenstadt, sondern wurde als fester Bestandteil der Kölner Bewerbung für die EM-Spiele geplant und vertraglich festgelegt. Deshalb bedarf es eines gesonderten Beschlusses, um die Veranstaltung durchführen zu können. Zurzeit arbeite man laut Verwaltungsvorlage an einem Schallschutzkonzept, um „sämtliche zumutbaren technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz der Nachbarschaft vor Lärm umzusetzen“. Die Übertragungen werden zudem „messtechnisch überwacht“.

Letzte Sitzung vor der EM

Die Sitzung des AVR ist die letzte turnusgemäße Möglichkeit, den Beschluss noch vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft zu fassen. Es sei der Verwaltung nicht möglich gewesen, die Vorlage fristgerecht einzureichen, da laut Vorlage „umfangreiche verwaltungs-interne Abstimmungen finalisiert werden mussten“.

Dass die Stadt mit besonderem Bedacht vorgehen muss, machte Oberbürgermeisterin Henriette Reker in einem Austausch mit der Bezirksvertretung Innenstadt deutlich. „Die Beschwerdelage am Heumarkt ist nicht mehr wegzudiskutieren“, erklärte sie. Laut Immissionsschutzgesetz ist ist die Zahl von lärmintensiven Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen eigentlich auf 18 Tage beschränkt, speziell auf dem Heumarkt dürften es allerdings deutlich mehr sein. Bislang hat niemand dagegen geklagt. Allerdings hatte die Stadt allein schon auf die Androhung einer Klage hin das Weinfest auf den Neumarkt verlegt. Man sei in „schwierigen Verhandlungen“ mit den Anwohnern, damit man nicht direkt nach dem ersten Spiel mit einem einstweiligen Anordnungsverfahren rechnen müsse.

Reker kündigte darüber hinaus ein Veranstaltungsmanagement für die Innenstadt an: „Die Stadt wird nach jeder Veranstaltung schlechter hinterlassen als sie vorgefunden wurde. Wir sollten uns überlegen, was wollen wir? Welche Veranstaltungen passen in unsere Stadt?“ Cologne Pride und Karneval, die seien gesetzt. Auch das Weinfest bezeichnete sie als gehobene Veranstaltung. Aber darüber hinaus? „Wir werden diese Veranstaltungstage, die wir jetzt haben, nie wieder haben“, machte sie deutlich. „Die Stadt muss auch mal atmen können.“

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