FDP will Aktuelle Stunde im Verkehrsausschuss zur Situation bei der KVB

FDP will Aktuelle Stunde im Verkehrsausschuss zur Situation bei der KVB

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Symbolbild Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB): Haltestelle Rathaus

Köln | aktualisiert | Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben durch Corona Fahrgäste verloren und können diese nicht zurückgewinnen. Die KVB ist in jeder Hinsicht in einem maladen Zustand. Die Kölner FDP will darüber im Verkehrsausschuss des Rates der Stadt Köln sprechen.

Rückblende:  Die Fahrgastzahlen 2023

Die KVB hat gegenüber dem Vor-Coronajahr 2019 mehr als 50 Millionen Fahrgäste verloren. Und das trotz Deutschlandticket. Auch gegenüber 2022 verlor die KVB Fahrgäste in 2023. Die Zahl der Stammkunden nahm von 2022 auf 2023 wieder zu auf 298.100. Aber auch hier fehlen der KVB 18.100 Stammkunden im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019.

Dem Fahrdienst fehlten zum 31. Dezember 2023 insgesamt 60 Fahrerinnen und Fahrer für alle Beförderungsarten. Dazu kommt, dass die Auslieferung der bestellten neuen Fahrzeuge für die Stadtbahn sich um zwei Jahre verzögern wird. Damit einher gehen höhere Kosten, da die aktuelle Bestandsflotte länger ertüchtigt bleiben muss. Jetzt im April 2024 soll das letzte Fahrzeug der Baureihe 5300 für den Hochflurbetrieb ausgeliefert werden. Ab Frühjahr 2025 befürchtet die KVB nicht ausreichend Stadtbahnfahrzeuge zur Verfügung zu haben. Damit wird die KVB auch in 2025 nicht in den Regelfahrplan zurückkehren.

FDP will über die KVB sprechen

Die Kölner FDP übertitelt ihren Antrag mit „Quo vadis, Verkehrswende?“. Sie beruft sich auf Berichte, dass der Bedarf an Zuschüssen für die KVB ab dem Jahr 2035 bei 339 Millionen Euro liegen werde. Die FDP stellt die Frage, wer für diese Summe aufkommen soll. Bisher glich der Stadtwerkekonzern das Defizit der KVB aus. Das war allerdings deutlich geringer.

„Die veröffentlichten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit der KVB sind erschütternd. Bis zum Jahr 2035 würde sich der benötigte Finanzierungszuschuss mehr als verdoppeln. Ein Finanzloch dieser Größenordnung kann auch der Stadtwerkekonzern nicht mehr auffangen. Und das, obwohl in den kommenden Jahren große Summen in die Hand genommen werden müssen, um dringend benötigte Infrastrukturvorhaben umsetzen zu können. Die KVB drohen, den Rotstift anzusetzen und diverse Bauprojekte zu streichen. Politik und Verwaltung sind nun gefragt und müssen gemeinsam Antworten finden, damit die Kölner Verkehrswende nicht endgültig gegen die Wand gefahren wird. Vor diesem Hintergrund haben wir Liberale beschlossen, eine Aktuelle Stunde für die kommende Sitzung des Verkehrsausschusses zu beantragen. Wir erwarten Antworten von der Verwaltung und dem grün-schwarzen Ratsbündnis, wie sie garantieren wollen, dass der dringend notwendige Ausbau des ÖPNV doch noch gelingen kann.“, so Christian Beese, verkehrspolitischer Sprecher der Liberalen.

Der Antrag für die aktuelle Stunde betrifft die Sitzung des Verkehrsausschusses des Kölner Rates am 23. April 2024.

Linke befürchtet eine Gefährdung der Verkehrswende

Neben der FDP äußert sich zudem die Linke im Kölner Stadtrat zur aktuellen Lage der KVB. Sie sieht die Verkehrswende in Köln gefährdet. Die Linke sieht in der Debatte um die Ost-West-Achse und den Tunnel, dass die unterirdische Variante den Netzausbau der KVB blockiere. Als Beweis führt die Linke an, dass dies schon durch den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn bewiesen sei, da seit Bau dieser Verbindung nur 3,5 Kilometer neue Schiene in Köln hinzukam. Die Linke fordert einen Stopp der Tunnelpläne und 100 Kilometer neue Schienenkilometer. Der ÖPNV müsse Priorität in der Finanzplanung von Stadt und Stadtwerke-Konzern haben. Zudem sieht die Linke im Kölner Stadtrat Land und Bund stärker in der Pflicht die Stadt bei der Finanzierung zu unterstützen.

Albert Meinhardt, Sachkundiger Einwohner für Die Linke im Verkehrsausschuss, meint: „Die Linke hat mit den versetzten Haltestellen an Neumarkt und Heumarkt ein Konzept vorgelegt, das rasch und kostengünstig umgesetzt werden kann. Diese Maßnahme bietet gute städtebauliche Lösungen und eine Taktverdichtung der Stadtbahn. Dadurch kann auf den kostspieligen Ausbau der Haltestellen von Langzügen verzichtet werden.“

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