Bis zu 4000 Euro brutto für den Installateur

Bis zu 4000 Euro brutto für den Installateur

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Bis zu 4000 Euro brutto für den Installateur

Xaver Meister, 26, arbeitet seit 2018 als Installateur. Er erzählt, warum seine Berufswahl auch mit einem Bauchgefühl zu tun hatte und wie er notfalls mit schwierigen Kund:innen umgeht.

Foto: Privat, Bearbeitung: SZ Jetzt

Xaver ist seit sechs Jahren gelernter Installateur und führt gemeinsam mit seinem Vater eine entsprechende Firma. Er erzählt im Interview, wie warum er privat keine Tipps für die neue Waschmaschine gibt und was er an seinem Job mag.

„Jeden Tag starten wir um 7:30 Uhr. Insgesamt sind wir acht Personen, sechs arbeiten draußen, also bei Kunden zu Hause oder auf einer Baustelle, der Rest im Büro. Die Tagesplanung liegt in der Verantwortung des Büros. Meist erfahre ich am Morgen, was am jeweiligen Tag bei mir ansteht. Unsere Aufgaben vor Ort sind immer unterschiedlich, zum Beispiel Badrenovierungen, Heizungstausch oder Fehlersuche, wenn etwas nicht mehr richtig funktioniert. Die Arbeitswochen sind deswegen sehr abwechslungsreich. Letzte Woche habe ich zwei Tage lang Heizungen ausgetauscht, dann einen Tag im Büro verbracht, und an den restlichen Tagen gab es Kleinigkeiten zu tun, zum Beispiel die Reparatur von defekten Heizungen. Normalerweise machen wir so um 16:30 Uhr Feierabend, aber ich bleibe meistens etwas länger im Büro, da ich im Betrieb meines Vaters arbeite und nicht der gängige Angestellte bin. Wir führen die Firma mittlerweile zusammen.“ 

„Als Kind bin ich oft mit meinem Vater zur Arbeit gefahren und habe ihm zugeschaut, das hat mir immer Spaß gemacht. Bevor ich auf die Fachhochschule gegangen bin, habe ich darüber nachgedacht, ob ich Koch oder Installateur werden soll. Letzten Endes habe ich mich entschieden, nicht in die Gastronomie zu gehen. Warum, kann ich nicht genau sagen, es war ein Bauchgefühl. Ich habe meine Ausbildung im Betrieb meines Vaters gemacht. Früher gab es zwei Ausbildungsberufe und zwei Meistertitel: einmal Gas- und Wasserinstallateur und einmal Heizungs- und Lüftungsbauer. Jeweils drei Jahre Ausbildung und ein Jahr Meisterprüfung. Vor ein paar Jahren wurden diese Berufe zusammengeführt. Der Job heißt jetzt Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, umgangssprachlich sagen die meisten Menschen aber immer noch Klempner.“ 

„Mein Alltag besteht vor allem aus meinem Beruf, für Hobbys habe ich keine Zeit. Wir sind alle noch ehrenamtlich im Technischen Hilfswerk aktiv, da treffen wir uns immer am Mittwochabend. Ansonsten verbringe ich Zeit mit Familie und Freunden.“ 

„Ich wusste, was auf mich zukommt. Natürlich hat man mal einen guten und mal einen schlechten Tag, aber das gilt für jeden Job. Bei meinem Vater und mir funktioniert die Zusammenarbeit ganz gut. Ich kenne viele, bei denen es nicht so wäre. Da gibt es viel Stress, wenn sie mit ihren Eltern zusammenarbeiten.“ 

„Das trenne ich strikt. Für mich sind Arbeit und Freizeit zwei getrennte Bereiche. Trotzdem werde ich natürlich immer wieder nach Lösungen für ganz unterschiedliche Probleme gefragt. Ein Münchner Klassiker ist die Kalk-Behandlung. Meist empfehle ich, dass sich die Menschen an einen Fachmann wenden, statt mich in meiner Freizeit zu fragen und dann selbst herumzuprobieren. Genauso wie bei einem Auto: Wenn der Motor nicht funktioniert, fängt man nicht selbst an, daran herumzuschrauben.“ 

„Das Schöne an unserem Bereich ist der riesige Tätigkeitsbereich. Als Firma können wir nicht alles abdecken, also haben wir uns auf einzelne Bereiche spezialisiert. Da mein Vater und ich ähnlich ticken, haben wir das ausgewählt, was uns beiden gefällt. Zum Beispiel Gas- und Wasserinstallationen, insbesondere Gasheizungen und Badrenovierungen. Ölbrenner zum Beispiel machen wir nicht, weil es eine schmierige Angelegenheit ist. Das Werkzeug ist voller Öl. Und dann geht man zum nächsten Termin und stinkt wie ein halber Öltank. Außerdem macht es mir Spaß, alte Geräte zu reparieren, die nicht viel Elektronik enthalten. Da muss man die Funktionsweise des Geräts verstehen und die Fehlerquelle manuell suchen. Es kann deprimierend sein, wenn man es nicht findet. Doch wenn es gelingt, ist ein befriedigendes Gefühl.“ 

„Einmal stand ein Kunde direkt hinter mir in einem winzigen Badezimmer. Das hat mich genervt. Ich habe ihn höflich gebeten, sich zu entfernen, damit ich arbeiten kann. Das Ganze hat sich vier bis fünf Mal wiederholt. Beim letzten Mal habe ich ihm gesagt, dass ich gehen und das Bad genauso hinterlassen werde, wie ich es vorgefunden habe, wenn er das Badezimmer nicht verlässt. Ich weiß nicht mehr, ob es sich um ein Waschbecken oder eine Toilette handelte, der neue Gegenstand hing auf jeden Fall noch nicht an der Wand. Er hat mich weiter genervt, also habe ich mein Werkzeug eingepackt und bin gegangen. Danach hat er im Büro angerufen und sich beschwert. Aber was soll ich machen, wenn er mich von meiner Arbeit abhält. So etwas passiert aber wirklich fast nie.“ 

„Auf jeden Fall benötigt man Wissensdurst und Geduld, denn manche Reparaturen können einen wirklich nerven. Doch das gehört zur Arbeit dazu. Eine gute Kommunikation mit Kunden ist ebenfalls sehr wichtig. Es gibt sicherlich Unternehmen, bei denen man den ganzen Tag auf der Baustelle ist und niemanden sieht, aber wir haben oft Kontakt mit Kunden. Da ist es wichtig, mit ihnen gut umzugehen, sich angemessen zu verhalten und mit ihnen kommunizieren zu können.“ 

„Ich bin jetzt Meister und die einzige Weiterbildung, die ich draufsetzen könnte, wäre ein Betriebswirt von der Handwerkskammer. Das Gehalt kann man verhandeln. Als junger Meister kann man mit einem Einstiegsgehalt von 2500 Euro brutto rechnen, aber ich kenne auch Leute, die zwischen 2700 und 2800 Euro brutto verdienen. Natürlich ändert sich das Gehalt, je höher man aufsteigt und je mehr man sich fortbildet. Ich arbeite seit sechs Jahren und bin seit Mitte 2021 Meister. Derzeit verdiene ich ungefähr 4000 Euro brutto pro Monat.“ 

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