Betreuung: Politiker wollen mit Notfallplan Kita-Misere in erstem Kölner Stadtbezirk lösen

Betreuung: Politiker wollen mit Notfallplan Kita-Misere in erstem Kölner Stadtbezirk lösen

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BetreuungPolitiker wollen mit Notfallplan Kita-Misere in erstem Kölner Stadtbezirk lösen

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Die Kita in der Usedomstraße ist eine von sechs Kitas stadtweit, die geschlossen werden sollen.

Copyright: Christopher Dröge

In Chorweiler sind die Aussichten für Eltern, Kitaplätze zu finden, weiterhin schlecht. Entsprechend sauer reagieren die Lokalpolitiker.

Die Planungen für den Ausbau an Betreuungsplätzen im kommenden Kindergartenjahr 2024/25 haben eine Schieflage offenbart: Stadtweit sollen zwar 368 Betreuungsplätze neu geschaffen werden, in Chorweiler und den rechtsrheinischen Bezirken Mülheim, Kalk und Porz, in denen die einkommensschwächsten Wohngegenden Kölns zu finden sind, sollen jedoch insgesamt sechs Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen werden, da sie „schwere bauliche Mängel“ aufweisen – in Chorweiler etwa trifft es die Kita Usedomstraße in Chorweiler-Nord. Zwar eröffnete im Februar die Kita Quäker-Pänz mit 70 Betreuungsplätzen. An der Versorgungsquote von gut 80 Prozent wird diese aber nichts ändern. Der Bezirk wird Schlusslicht in Köln bleiben.

Kitas in Köln: „Die soziale Ausgrenzung beginnt bei der Kindertagesbetreuung“

Die politischen Vertreter des Bezirks hielten angesichts dieser Entwicklung mit ihrem Unmut nicht hinter dem Berg: Mattis Dieterich und Helga Wagner, Co-Vorsitzende des Bezirksverbands der SPD im Kölner Norden, schlossen sich einer Erklärung weiterer SPD-Vertreter aus Mülheim, Kalk und Porz an, die ihren Protest gegen die Planungen zum Ausdruck brachten. „Die Fehlentwicklung der Kinderbetreuungsplätze erreicht im Jahr 2024 einen traurigen Höhepunkt“, befand Wagner.

„Der Mangel an Betreuungsplätzen setzt Familien unter enormen beruflichen Stress und belastet das familiäre Gleichgewicht, das ist einfach nicht mehr akzeptabel“. Köln ende nicht am Rhein, oder am Militärring, fügte Dieterich hinzu. „Es gilt alle Menschen und das ganze Stadtgebiet in den Blick zu nehmen. Die soziale Ausgrenzung beginnt bei der Kindertagesbetreuung und geht weit darüber hinaus“, sagte er.

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Auch die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler fordert Konsequenzen. „Im Grunde brauchen wir für Chorweiler ein Sonderprogramm, sonst kommen wir aus dem Schlammassel nicht mehr heraus“, sagte der Fraktionsvorsitzende Norbert Schott. Er kündigte eine Anfrage an die Verwaltung seiner Fraktion für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung an: Diese solle erklären, wie viele Kinder im Bezirk bereits im vergangenen Jahr keinen Kindergartenplatz erhalten hatten, wie viele Plätze jeweils in den einzelnen Stadtteilen fehlten und welche Maßnahmen gegen den Mangel in diesem Jahr zu erwarten seien.

Die Grünen im Bezirk lenkten den Blick außerdem auf die Jugendarbeit, die ebenfalls Sache der Jugendhilfe ist. Hier gebe es ein wenig Licht, aber auch viel Schatten, so Eike Danke, Co-Sprecherin des Bezirksverbandes. „Viele der Einrichtungen im Norden sind in sanierungsbedürftigen Gebäuden oder Provisorien untergebracht. Das Engagement der Sozialarbeiterinnen fängt vieles auf, aber es sind keine zufriedenstellenden Arbeitsbedingungen“, so Eike Danke, Co-Sprecherin des Bezirksverbandes.

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