Baustelle am 2009 eingestürzten Stadtarchiv: Wie Pumpen beim Neuanfang helfen

Baustelle am 2009 eingestürzten Stadtarchiv: Wie Pumpen beim Neuanfang helfen

Kölner Newsjournal

Pumpen sind für die Bauarbeiten am 2009 eingestürzten Kölner Stadtarchiv am Waidmarkt von zentraler Bedeutung. Ihre Aufgabe ist es, Beton in eine Grube im dritten Untergeschoss des Bauwerks zu verfrachten, in der später eine U-Bahn-Station entstehen soll. Insgesamt werden 1.360 Kubikmeter Beton und über 3332 Tonnen Gewicht verarbeitet. Um sicherzustellen, dass sich der Beton gleichmäßig verteilt, ist es notwendig, auch Nachtschichten einzuflechten. Das Material stammt aus drei Werken in Pulheim, Eschweiler und Hürth.

Wie der Beton zu der Baustelle kommt

Die Lieferwagen mit dem Beton werden von Norden oder Süden zur Baustelle gefahren. Das Betonmaterial wird entweder in eine Maschine, die ähnlich wie eine sehr starte Brunnenpumpe arbeitet, vor dem Friedrich-Wilhelm- Gymnasium oder in zwei weitere Betonpumpen auf der Baustelle von Süden her injiziert. Die eigentlichen Arbeiten finden unter Wasser statt. Industrietaucher haben die Schläuche so verlegt, um die Massen an den richtigen Stellen des Bauwerks zu leiten. Die Taucher haben auch die Kiesschicht, die auf dem Beton liegt, sortiert und saugen den Schlamm ab, der beim Ausschütten des Betons entsteht.

Obwohl das Auffüllen des Betons nur ein kleiner Schritt hin zur Wiederherstellung des Waidmarkts und der U-Bahn-Station ist, ist er dennoch sehr wichtig. Er dient als Grundlage für alle weiteren Arbeiten. Anfang des kommenden Jahres folgt deshalb auch ein ähnliches Manöver eine Etage höher. Metallplatten werden auf der Fläche verlegt und eine Wandschicht aus Beton um die obere Fläche des Lochs gebaut. Das große Zwischenziel: Der Waidmarkt soll oberirdisch bis Ende 2024 wieder begehbar sein, und die Verbindung zwischen der Innenstadt und der Südstadt wird wiederhergestellt sein, wenn alles gut geht, in einem Jahr.

Wie es mittel- und langfristig weitergeht

Nach diesem Stadium beginnen die anspruchsvollsten Arbeiten. Ein U-Bahn-Tunnel mit einem Wechselgleisbauwerk soll unter der Erde entstehen, genau an der Stelle, wo derzeit der Beton gegossen wird. Der Beton muss auf den verschiedenen Ebenen mit Wasserdruck wieder gesprengt und mit einem Kran aufwendig abtransportiert werden. Dabei wird eine Maschine gebraucht, die wie eine Gartenpumpe mit Druckschalter aussieht – nur sehr viel größer ist als eine Brunnenpumpe für den Garten. Dieser Arbeitsschritt wird wesentlich größer als die laufende, 17-stündige Dauerbefüllung sein.

Die Bauarbeiten am Waidmarkt erfordern viel Durchhaltevermögen und Geduld und sind sehr komplex. Die Bauarbeiter müssen die Richtung der Bauarbeiten immer wieder ändern, mal geht es nach oben, mal nach unten. Dennoch muss der Fortschritt ohne gleichzeitige Gefährdung der Sicherheit erreicht werden. Bis das Ziel vollständig erreicht ist, wird fast ein Jahrzehnt vergehen, wenn alles nach Zeitplan läuft. Die Arbeit wird von zahlreichen Baufirmen, Architekten und anderen Fachleuten durchgeführt. Wenn alles gut läuft, und der Plan eingehalten wird, soll die U-Bahn-Station Ende 2031 wieder in Betrieb genommen werden. Das ursprüngliche Ziel gegen Ende der 20er-Jahr das Thema Waidmarkt wieder abgeschlossen zu haben, wurde leider verfehlt, aber die Arbeiten gehen trotzdem weiter.

Quelle: News Factory, Fotocredit: KNJ/Martina Uckermann

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