Barrierefreiheit: Aufzüge an der Lohsestraße kosten fast 18 Millionen

Barrierefreiheit: Aufzüge an der Lohsestraße kosten fast 18 Millionen

Rundschau |

BarrierefreiheitAufzüge an der Lohsestraße kosten fast 18 Millionen

Lesezeit 3 Minuten
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Mitten auf der Neusser Straße gibt es an der Florastraße seit langem einen Aufzug zur Stadtbahn-Haltestelle.

Copyright: Thomas Banneyer

Für eine Rekordsumme von fast 18 Millionen Euro soll die Stadtbahnhaltestelle Lohsestraße barrierefrei und erneuert werden.

Eigentlich sollten sie schon seit Jahren vorhanden sein. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf für zwei Aufzuganlagen an der Stadtbahnhaltestelle Lohestraße in Nippes. In einer Beschlussvorlage für den Verkehrsausschuss am 11. Juni legt die Stadtverwaltung ihre Pläne für einen Baubeschluss dar. Allerdings zu einem Preis, der mehr als dreimal so hoch ist wie das, was im Jahr 2015 angesetzt war. Statt rund 5,5 Millionen Euro werden jetzt Kosten von 17.800.000 Euro veranschlagt.

„Im Rahmen der Planung der beiden neuen Aufzüge ergaben sich grundlegend neue Anforderungen an die bestehenden betriebstechnischen Anlagen“, heißt es in der Begründung der Baubeschluss-Vorlage. Diese neuen Anforderungen betreffen unter anderem elektrische Energieanlagen, Lüftungstechnische Anlagen, Anlagen der Gebäudeautomation, Feuerlöschanlagen, Wasser- und Abwasseranlagen. „Die vorhandenen Anlagenteile wurde auch im Hinblick auf ihre jeweilige Restnutzungsdauer bewertet. Dabei war das erstellte Brandschutzgutachten eine wichtige Planungsgrundlage. Ein signifikanter Anteil der betroffenen Anlagenteile wird erneuert“, so die Verwaltung. Sie erwähnt auch, dass neben der Vergrößerung des Projektumfangs  eine erhebliche Steigerung der Baupreise zu Buche schlägt.

Grundlegende Neuerungen im Haltestellenbereich

Als eine wesentliche Anforderung aus dem Brandschutzgutachten wird eine neue „trockene“ Feuerlöschanlage, die nur zur Löschwasserversorgung der Feuerwehr dient, errichtet. Auch die Beleuchtungsanlagen über den beiden Seitenbahnsteigen und in den Zwischenebenen werden erneuert. Ebenfalls Teil der Baumaßnahme ist  eine Notstromversorgung der kompletten Haltstelle durch eine mobile Netzersatzanlage. Dazu soll ein Gerät auf den Nebenflächen der Neusser Straße aufgebaut werden.  Erstmals sollen durch eine neue Lautsprecheranlage auch Durchsagen für die Fahrgäste in der Fahr- und Verteilerebene möglich werden.Die bisherige Anlage in der Haltestelle Lohsestraße dient ausschließlich betrieblichen Durchsagen.

Die beiden Aufzüge werden die Straßenebene direkt mit den Seitenbahnsteigen verbinden. Sie sollen an den nördlichen Bahnsteig-Enden entstehen. Bodenindikatoren sollen dafür sorgen, dass auch Menschen mit Sehbehinderung die Wege sicher finden. Die Aufzüge sind als maschinenraumlose Seilaufzüge mit einer Kabinengröße von 1,10 mal 2,10 Meter geplant. Die Detailausstattung wurde mit den Behindertenverbänden im Jahr 2019 im Rahmen der Anhörung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz abgestimmt.

Ursprünglich gab es bereits im Jahr 2015 einen Planungsbeschluss für eine Aufzuganlage an der Haltestelle Lohestraße. Durch Probleme bei der Ausschreibung kam es zu erheblichen Verzögerungen. An der Haltestelle, die das südliche Nippes und das nördliche Agnesviertel bedient, verkehren die Linie 12 und 15. Im weiteren Verlauf der Einkaufsmeile Neusser Straße sind an den Haltestellen Florastraße und Neusser Straße/Gürtel Aufzugsanlagen vorhanden. Die Anlage Neusser Straße/Gürtel wurde im Jahr 2014 in Betrieb genommen und kostete damals rund 5,4 Millionen Euro. Bei der Baumaßnahme an der Lohsestraße sollen rund 63 Prozent der Kosten durch Fördergelder refinanziert werden.

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