„Badewanne Kölns“: Schwimmen im Fühlinger See ist an zwei neuen Stellen erlaubt

„Badewanne Kölns“: Schwimmen im Fühlinger See ist an zwei neuen Stellen erlaubt

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Das Schwimmen im Fühlinger See ist wieder legal. Seit Freitag können sich alle an heißen Sommertagen kostenlos in See 1 und See 7 abkühlen, ohne für das Strandbad an See 5 zahlen zu müssen. Dass das möglich geworden ist, sei ein „langer Prozess“ gewesen, sagt SPD-Stadtbezirksvorsitzende Mattis Dieterich.

Zwei Jahre lang setzte er sich für kostenlose Badestellen am Fühlinger See ein. Mit Erfolg. Um das zu zelebrieren, springt Dieterich am Freitag selbst in das kalte Wasser des Fühlinger Sees und ist dabei nicht der einzige Schwimmer an diesem Tag. 

Neue Badestellen am Fühlinger See: Auch die Anwohner freuen sich

Bleigrau liegt der See 1 da, seine Oberfläche kräuselt sich leicht, sobald ein kühler Wind darüber streicht. Für Mitte Mai ist es ziemlich frisch. Das scheinen auch die Gänse und Enten zu merken – statt im Wasser bleiben sie lieber auf dem Trockenen und beäugen von dort die Silhouette eines Mannes, der im See seine Runden dreht. Ab und zu ist sein Keuchen zu hören, wenn sein Kopf auftaucht und er an den roten Bojen vorbeischwimmt. 

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Fast eine halbe Stunde verbringt der Schwimmer, der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, im Wasser. Und das, obwohl bei den schweren Wolken so gar keine Badestimmung aufkommen will. Der 69-Jährige winkt ab. Das sei gut für die Gesundheit. Ob Schnee, Eis oder dunkle Wolken: „Kein Problem.“ Nur bei Starkregen oder Sturm überlege er es sich. Dass das Baden nun außerhalb des Strandbads möglich ist, freue ihn als Anwohner sehr: „Es ist ein schöner Ort, um zu schwimmen.“

Dabei war das lange Zeit nicht möglich: Ein Verbot galt ab 1984, wurde aber erst seit 2021 strenger durchgesetzt, nachdem es zu Badeunfällen mit teils tödlichem Ausgang gekommen war. Wer das Verbot missachtete, musste mit hohen Bußgeldern rechnen. „Das war vielen Menschen nicht bekannt“, sagt Dieterich. Er selbst habe das Verbot für wenig umsetzbar oder gar praxisnah gehalten. 

Köln: Musikverbot am Fühlinger See wurde wieder aufgehoben

Gerade für einkommensschwache Familien sei der Fühlinger See oftmals die einzige Möglichkeit, sich abzukühlen oder das Schwimmen zu erlernen. Angesichts der hohen Zahlen an Nichtschwimmern sei das wichtig, so Dietrich. Den See beschreibt er zudem als Ort der Erholung und der Entspannung, obwohl dieser schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei.

„Der Fühlinger See ist die Badewanne Kölns“, sagt Dieterich. Und genau in die begibt er sich – ohne Neoprenanzug, dafür aber mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, das auch nicht verschwindet, nachdem er sich rücklings ins Wasser fallen lässt.

Die Badezonen See 1 und See 7 sind unbewacht. Im Notfall kann ein Notruf über eine SOS-Säule in der Nähe abgesetzt werden. Allerdings appelliert Mattis Dieterich daran, aufeinander achtzugeben – das gelte zudem für die Nutzung von Musik. Das ursprünglich geplante  Verbot von Musik an den Badestellen hatte für Unmut gesorgt. Mittlerweile wurde die erste Satzung abgeschwächt – Musik ist erlaubt, solange sie niemanden belästigt.

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