1. FC Köln und das Geißbockheim: Wie es nach dem Aus für Marsdorf nun weitergehen könnte

1. FC Köln und das Geißbockheim: Wie es nach dem Aus für Marsdorf nun weitergehen könnte

Rundschau |

Der 1. FC Köln wird keinen Campus im Marsdorf errichten und das Geißbockheim verlassen. Im Gegenteil: Nachdem eine finanzielle Einigung mit der Stadt Köln nicht stattgefunden hat, will der FC wieder den Ausbau im Grüngürtel vorantreiben. Doch wie soll dieser Ausbau aussehen, bei einer Politik, die sich gegen neue Fußballplätze auf der Gleueler Wiese wehrt? Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Art Minimallösung: Die Errichtung eines Nachwuchsleistungszentrums am Geißbockheim zunächst ohne Spielfelder.

Clubpräsident Werner Wolf erklärte: „Wir wollen als 1. FC Köln weiterhin im Grüngürtel ein Anlaufpunkt für alle Fans sein und im Sinne von Konrad Adenauer dort auch in Zukunft Repräsentant einer modernen und stolzen Sportstadt Köln sein.“ Der Verein betont seit Jahren, dass eine Verbesserung der Infrastruktur zwingend erforderlich ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der FC-Nachwuchs spielt dabei eine wichtige Rolle, gehörte er doch in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten in Deutschland. Ein neues, modernes Nachwuchsleistungszentrum würde das unterstreichen. Ein solches zwischen Franz-Kremer-Stadion und den südlich gelegenen Kunstrasenplätzen zu errichten, wäre der Weg des geringsten Widerstands. So hatte es der FC geplant.

Ausbau am Geißbockheim in zwei Etappen?

Auch aus dem Rathaus war gestern zu hören, dass dies eine realistische Lösung sei, die Unterstützung der Politik erfahren könnte. Die Erweiterung des Geißbockheims auf der Gleueler Wiese ist für viele Kommunalpolitiker jedoch derzeit tabu. Der Club benötigt aber drei weitere Fußballplätze, um seinem Leistungsanspruch gerecht zu werden. Diese könnten in einem zweiten Schritt entstehen. Wo ist allerdings noch unklar. Der FC setzt auf kurze Wege, deswegen sollen diese Plätze in der Nähe entstehen oder gefunden werden. Es gibt zahlreiche Sportanlagen in der Nachbarschaft, ob es bereits Gespräche zu einer möglichen Übernahme durch den Fußballclub gab, ließen die FC-Verantwortlichen unkommentiert.

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Wir wollen als 1. FC Köln weiterhin im Grüngürtel ein Anlaufpunkt für alle Fans sein und im Sinne von Konrad Adenauer dort auch in Zukunft Repräsentant einer modernen und stolzen Sportstadt Köln sein.

Werner Wolf, FC-Präsident

Möglicherweise schielt die Vereinsführung bereits auf die Kommunalwahl 2025. Sollten sich die politische Mehrheiten im Stadtrat deutlich verändern und die Grünen nicht mehr stärkste Fraktion sein, könnte neue Bewegung in den Ausbau auf der Gleueler Wiese kommen. Für den Ausbau ist der Club auf die Politik angewiesen, unabhängig vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) in Leipzig, von dem noch nicht sicher ist, dass es auch am 23. April bereits feststeht. Es könnte dauern, bis ein finales Urteil gefällt wird. Das BVerwG kann die Sache zur Beratung an das Oberverwaltungsgericht in Münster zurückweisen, das den Bebauungsplan im Grüngürtel aufgrund eines Verfahrensfehlers 2022 für unwirksam erklärt hatte. Unabhängig davon benötigt der FC für den Ausbau einen Pachtvertrag für die Wiese, über den die Politik entscheiden muss.

Um die Zeit bis zum Urteil und auch bis zur Kommunalwahl zu nutzen, könnte sich der Club also zunächst mit dem Bau des Leistungszentrums beschäftigen. Doch auch das wird keine einfache Aufgabe. Denn die ursprüngliche Planung müsste bearbeitet werden. Sollte das BVerwG den Bebauungsplan für wirksam erklären, könnte das schnell gehen. Allerdings sind da noch die Kosten: Vor Jahren sah die Schätzung für den NLZ-Bau eine Summe von knapp 40 Millionen Euro für ein entsprechendes neues Gebäude vor, mittlerweile geht der FC eher von 50 bis 60 Millionen Euro Kosten aus. Diese Summe soll dem Vernehmen nach für den Club wirtschaftlich darstellbar sein. Unter anderem ist in einer früheren Turnhalle ein neues Athletikzentrum entstanden. Der Campus-Neubau in Marsdorf sollte zuletzt rund 120 Millionen Euro kosten.

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