Zweites EM-Spiel in Köln: Tausende schottische Fans feiern vor dem Dom

Rundschau | Zweites EM-Spiel in KölnTausende schottische Fans feiern vor dem DomVon Thorsten Moeck19.06.2024, 14:44 UhrLesezeit 2 Minuten Schottische Fans feiern am Kölner Dom.Copyright: Daniel TaabDie Kölner Innenstadt ist fest in schottischer Hand. Am Nachmittag steht der Fanmarsch zum Stadion an, die Rheinuferstraße verwandelt sich erstmals in eine Public-Viewing-Zone. Mit englischem Kommentar.Falls es den Fußballgott wirklich geben sollte, hat er es am Mittwoch äußerst schwer. Mit größtmöglicher Andacht entzünden Fans aus Schottland und der Schweiz Teelichter im Kölner Dom, manche verharren in kurzem Schweigen, ein Organist probt Lieder. Die Bereitschaft zum Zündeln ist groß – Plätze auf dem riesigen Kerzenständer sind fast so heiß begehrt wie Eintrittskarten für ein EM-Spiel. Tausende vornehmlich schottische Fans haben die Kölner Innenstadt fest im Griff.Großer Anziehungspunkt für die Fans ist der Kölner Dom. Auf dem Bahnhofsvorplatz dominieren blaue Trikots. Doch vor dem Gaffelbrauhaus stehen fünf Männer im Kilt und trinken Weißbier aus Flaschen. „Wir probieren auch gerne Kölsch“, meint einer von ihnen. Der Inhaber eines Cafés am Bahnhof lässt kurzerhand einen Kasten Kölsch kaufen, denn der Wunsch nach Kaffee hält sich bei den britischen Gästen in Grenzen.Das erste Bier? “Heute Morgen um acht”Spätestens seit Montag sorgt die „Tartan Army“, wie die schottischen Fans genannt werden, für sehr viel EM-Flair in Köln. Tausende haben sich in den Hotels eingebucht, viele sind zum Spiel auch aus Düsseldorf angereist. Michel Clark, der in den schottischen Highlands lebt, hisst mit seinen Kumpels die blau-weiße Landesfahne. Nur die rote Schrift ist ungewöhnlich „Ich hasse Bier“ steht dort in englischer Sprache geschrieben und weiter „Oh, guck mal, da gibt’s Bier.“ Wann er sein erstes Bier geöffnet habe? „Um acht Uhr heute Morgen“, sagt er. Also zum Frühstück. Das Auftaktspiel in München hat er gesehen, das Spiel in Köln wird sein EM-Abschluss sein. „Morgen geht es zurück nach Hause. Und zurück in die Realität“, sagt er.Um 14 Uhr erklingen auf dem Roncalliplatz Dudelsackklänge, dann geben die Musiker von Kasalla ein spontanes Konzert, das sich immerhin rund 100 Volunteers und Fans anschauen. Aber die wahre Fan-Party spielt sich währenddessern wenige Meter weiter auf den Treppen zum Bahnhofsvorplatz ab. Fangesänge schallen über den Platz, Bälle werden in die Höhe geschossen und dann von den Tausenden Fans in der Luft gehalten. So viel EM-Gefühl wie an diesem Mittwoch hat die Stadt bislang noch nicht erlebt.
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