Zur „Cologne Pride“: „Queer as we are“-Festival setzt in Köln Zeichen für Diversität

Rundschau | Zur „Cologne Pride“„Queer as we are“-Festival setzt in Köln Zeichen für DiversitätVon Thomas Dahl02.07.2024, 15:02 UhrLesezeit 3 MinutenArnd Schäfer zeigt im Kunstraum Grevy (Rolandstraße 69) neue Arbeiten der Kölner Künstlerin Flaca.Copyright: Thomas DahlDie dritte Auflage des „Queer as we are-Festivals“ präsentiert internationale Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des „Cologne Pride“.„Ich habe mich immer gewundert, warum es in der Kunst- und Kulturstadt Köln nur so wenig begleitende Ausstellungen zum ‚Cologne Pride‘ gibt“, sagt Arnd Schäfer. Der Galerist verweilte nicht lange im Stadium der Irritation und rief mit seinen Künstlerinnen und Künstlern 2022 das erste „Queer as we are-Festival“ ins Leben, das die Groß-Demonstration von lesbischen, schwulen, bisexuellen, pansexuellen und intersexuellen Menschen sowie Transpersonen für gesellschaftliche Anerkennung mit visuellen Botschaften aus der Kunstwelt bereichern möchte.Im Folgejahr wurde Schäfers Team bereits durch Gastbeiträge erweitert. 2024 präsentiert sich die dritte Auflage mit mehr als 20 Teilnehmenden an vier Orten in der Südstadt und dem Belgischen Viertel. „Neben der kontinuierlichen Expansion freut es mich besonders, dass wir dieses Mal offizieller Bestandteil des ‚Cologne Pride‘-Programms (6. bis 21. Juli, Anm. d. Verf.) sind“, berichtet Schäfer.Von Anbeginn stand die Frage nach der Verarbeitung der Begrifflichkeit im Vordergrund des Projekts. „Was bedeutet ‚queer‘ eigentlich?“, sinniert der Galerist und liefert sogleich seine persönliche Einschätzung: „Jeder darf so sein, wie er ist, ohne dafür diskriminiert, benachteiligt, verfolgt oder angegriffen zu werden. Grundsätzlich wollen wir aber keine pauschalen Aussagen machen. Es gibt viele Antworten auf eine Frage.“ Die Werke des international besetzten Festivals bieten in jedem Fall eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten – aus den Bereichen „Malerei“, „Fotografie“, „Zeichnung“, „Skulptur“ und „Digital Art“.„Queer as we are-Festival“: Ein Leitgedanke – Vier AusstellungenDie Schöpferinnen und Schöpfer sowie deren Exponate werden in vier Ausstellungen präsentiert: Im Kunstraum Grevy (Rolandstraße 69) wird dabei das gesamte Kollektiv mit einzelnen Werken vorgestellt. Grevy Satellite (Löwengasse/Ecke Severinstraße) rückt unter dem Slogan „Queer Artists“ Künstlerinnen und Künstler in den Vordergrund, die sich selbst als Teil der queeren Gesellschaft sehen.„Queer Art“ bezeichnet den Überbegriff für die Präsentationen im Atelier Willi de Vries (Severinstraße 116). Hier stehen die Artefakte, etwa von der Kölner Digital-Art-Künstlerin Flaca, selbst im Fokus. Der Show-Room „Odo Art“ von Odo Rumpf (Neue Maastrichter Straße 12) zeigt dagegen explizit sexuell aufgeladene Werke, die der Erotik oder Pornographie zugeordnet werden könnten und teilweise einer Zensur unterliegen.Das Konzept des Festivals reduziert sich laut der Initiatoren jedoch nicht auf den Ausdruck seitens der Kunstschaffenden und die vermittelten Impressionen. Auch die Theorie, nach der sich die individuellen Lebenserfahrungen notwendigerweise in den Künsten widerspiegeln, soll beleuchtet werden. „Machen queere Künstlerinnen und Künstler denn andere Kunst, oder ist das ein Vorurteil, das es zu relativieren gilt?“, verweist Arnd Schäfer auf eine der psychischen Komponenten des multimedialen Events.Für die kommenden Jahre wünscht sich der Veranstalter weitere Ausstellungsorte für das Unterfangen, um die Sinnlichkeit des „Cologne Pride“ in ungesehenen Formen zu reflektieren.„Queer as we are-Festival“, 5. bis 26. Juli, unter anderem mit Beiträgen von Joanna Stange, Karl-Heinz Heinrichs, Norberto Luis Romero, Flaca, Thais Zumblick, Tanja Reitz, Patricia Ackerman, Ulla Struve, Stefan Lo Scuito, Willi de VriesVernissage: 5. Juli, 18 Uhr, Galerie Grevy, Rolandstraße 69, 50677 Köln (Hinterhof)Veranstaltungsorte: Galerie Grevy (5. bis 26. Juli); Atelier Willi De Vries (6. bis 20. Juli), Severinstraße 116, 50678 Köln; Grevy Satellite (6. bis 20. Juli), Löwengasse 1, 50676 Köln; Odo Art (ab 13. Juli), Neue Maastrichter Straße 12-14, 50672 Köln.Der Eintritt zu allen Häusern ist frei. Öffnungszeiten und Informationen zu den Künstlerinnen sowie Künstlern finden sich hier.
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