Wo sich die Lebensverhältnisse in Deutschland angleichen und wo nicht

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Regionen mit schrumpfender Bevölkerung stehen laut einem Bericht der Bundesregierung zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse aktuell vor großen Herausforderungen.

Weniger Unterschiede bei Geburtenrate, Straftaten und Nähe zum Supermarkt

Der am Mittwoch vom Kabinett beschlossene Gleichwertigkeitsbericht 2024 zeigt laut Bundesregierung jedoch auch, dass die Unterschiede zwischen den Regionen bei einer Mehrheit der untersuchten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sonstigen Indikatoren in den vergangenen Jahren abgenommen haben. Die Ampel-Regierung betont, in dieser umfassenden Form sei man diesen Fragen bislang nicht nachgegangen.

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Den Angaben zufolge nähern sich 27 von insgesamt 38 Gleichwertigkeitsindikatoren an. Knapp 90 Prozent der Deutschen finden demnach, dass es in der Nähe ausreichend Supermärkte, Discounter und kleinere Lebensmittelläden gibt.

Auch wenn es in Städten weniger Waldfläche gibt, hat der Anteil der Wälder deutschlandweit zugenommen – und die regionalen Unterschiede nehmen ab. Ähnliches gilt für die Arbeitslosigkeit: In Ostdeutschland gibt es weniger Arbeitslose als bisher, es gleicht sich Westdeutschland an. Auch wenn Frauen dort weniger Kinder bekommen als in Westdeutschland, werden auch diese Unterschiede kleiner.

Weiterhin werden in Städten die meisten Straften verübt. Insgesamt hat die Zahl der Delikte bundesweit aber abgenommen. Das hat zur Folge, dass es absoluten Zahlen weniger Unterschiede zwischen den Regionen gibt.

Männer verdienen weiterhin mehr als Frauen

In mancherlei Hinsicht entwickeln sich die Regionen jedoch weiter auseinander: Besonders Eltern in Städten empfinden, dass sich das Betreuungsangebot von Kindern in den letzten fünf Jahren verschlechtert hat. Auch leben dort immer mehr Menschen in Einpersonenhaushalten – weil die Städte generell gewachsen sind. Außerdem leben in Ost- und Norddeutschland nun anteilig deutlich mehr ältere Menschen als in Süd- und Westdeutschland.

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Keine statistisch relevante Veränderung gab es, was die Unterschiede bei der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen (sogenannter Gender Pay Gap) angeht: Sie sind weiterhin im Westen deutlich größer als im Osten – in Ostdeutschland verdienen Frauen in manchen Regionen sogar mehr als Männer.

Gut die Hälfte der Fördermittel fließt in den Osten

Veröffentlicht werden zudem regional aufgeschlüsselte Daten zum sogenannten Gesamtdeutschen Fördersystem für strukturschwache Regionen (GFS), das seit 2020 Kern der Gleichwertigkeitspolitik der Bundesregierung ist.

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Den Angaben zufolge lag das GFS-Fördervolumen 2022 bei 4,2 Milliarden Euro. Knapp mehr als die Hälfte der Mittel sei 2022 in den ostdeutschen Kreisen eingesetzt worden. Relativ hohe Pro-Kopf-Zahlungen gab es demnach auch in strukturschwachen Regionen Norddeutschlands, im Ruhrgebiet, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und entlang der bayerischen Grenze zu Tschechien. dpa/nak

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