Werbung mit kölschen Sprüchen: Eurowings wirbt mit „Paveier“-Hit – und bekommt einen tollen Konter

Rundschau | Werbung mit kölschen SprüchenEurowings wirbt mit „Paveier“-Hit – und bekommt einen tollen KonterVon Thorsten Moeck27.06.2024, 14:21 UhrLesezeit 3 Minuten Werbekampagne von Eurowings und Köln/Bonn Airport mit kölschen Slogans und LiedtitelnCopyright: EurowingsDie beiden Musiker Micky Brühl und Erry Stoklosa reagierten auf die Eurowings-Werbung auf sehr humorvolle Weise.Kürzlich ploppte ein Foto auf dem Handy des Musikers Micky Brühl auf, das ein befreundeter Busfahrer irgendwo in der Stadt aufgenommen hatte. „Guck mal, ihr hängt in der ganzen Stadt“, lautete die Nachricht. Auf dem dazugehörigen Bild war ein Werbeplakat der Fluggesellschaft Eurowings zu sehen und der riesige Schriftzug: „Buenos Dias Matthias“. Das gleichnamige Lied hatte Brühl einst gemeinsam mit Detlef Vorholt in der gemeinsamen Zeit bei den Paveiern geschrieben. „Ich empfinde das als Ehre für dieses Lied, das die Mutter aller Mallorca-Hits ist“, meint Micky Brühl. Die Werbekampagne von Eurowings und Köln/Bonn Airport mit kölschen Slogans und Liedtiteln.Copyright: EurowingsDie Airline wirbt in diesen Tagen auch mit einem Liedtitel der Bläck Fööss. „Drink doch ene met“ ist auf Plakaten und den digitalen Megalights zu lesen, wobei es eigentlich „eine“ heißen müsste. Die beiden Musiker haben auf Facebook mit einer lustigen Fotomontage geantwortet. Micky Brühl und Bläck Fööss-Urgestein Erry Stoklosa lehnen an einem Eurowings-Flieger und äußern sich – wie in einem Comic – in Sprechblasen. „Wenn die schon kostenlos Werbung mit unseren Songs machen, haben wir dann wenigstens die Getränke an Bord umsonst?“, fragt Brühl. Die Antwort von Erry Stoklosa: „Glaube nicht, wenn ja, würde ich Tomatensaft nehmen.“ Die Werbekampagne von Eurowings und Köln/Bonn Airport mit kölschen Slogans und Liedtiteln.Copyright: EurowingsEurowings und der Flughafen Köln/Bonn werben derzeit gemeinsam mit Slogans, die zur Stadt passen sollen. Die beiden Liedtitel von Fööss und Paveiern sind nur ein Bestandteil der Kampagne. Mit dem Wortspiel „Kölle a Love“ wird Köln als geschlechterneutrale Feiermetropole geadelt, bei einer früheren Werbeaktion gehörte unter anderem „Himmel un Ääd“ zu den Slogans. „Eurowings ist inzwischen fester Bestandteil der Dommetropole – ob als Arbeitgeber oder als Airline der Kölner. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Flughafen Köln/Bonn unser Bekenntnis zu unserer Heimat in Form von kölschen Werbeplakaten entworfen“, teilt Eurowings mit. Die Kampagne habe auch weit über Köln hinaus „millionenfach Aufmerksamkeit und hohe Sympathiewerte“ erzielt.Mit ihrer Werbung verstoßen Flughafen und Fluggesellschaft nicht gegen das Urheberrecht. „Die Liedtitel sind nicht geschützt“, weiß auch Micky Brühl. Erst kürzlich kam der 1986 komponierte Hit „Buenos Dias Matthias“ auch bei RTL zu besonderen Ehren und wurde sozusagen zur Erkennungsmelodie der Serie „Der König von Palma“. Als die Paveier Ende der 1980er Jahre noch selbst zu Auftritten auf die spanische Ferieninsel flogen und im legendären „Ballermann 6“ spielten, wurden reihenweise T-Shirts mit dem Aufdruck „Buenos Dias Mathias“ verhökert. „Das war damals Massenware. Und wir haben nichts dran verdient“, stellt Brühl nüchtern fest.Werbekampagne nur in KölnBisher beschränkt sich die regionale Werbung von Eurowings auf den Firmensitz Köln. „Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Konzept auch für andere Eurowings Standorte adaptiert werden könnte“, meint eine Unternehmenssprecherin. Bei der Auswahl der Werbesprüche halte man sich „selbstverständlich immer an alle rechtlichen Vorgaben“, heißt es. In der Tat scheint die künstlerische Freiheit ein Geben und Nehmen zu sein, denn im bekannten „Spanien-Leed“ der Bläck Fööss wird seit Jahrzehnten auch die folgende Zeile inbrünstig gesungen. „Mer fleje dann mem Neckermann von Wahn noh Benidorm. Do weede mer schön brung un sin su richtich jroß en Form.“ Bislang ist nicht überliefert, ob die Fööss vorher bei Neckermann um Erlaubnis gefragt haben, den Firmennamen verwenden zu dürfen. Beschwert hat sich aber niemand.
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