„Wasserflächen dringend benötigt“: Schwimmcontainer sind ab Juli in Köln im Einsatz

Rundschau | „Wasserflächen dringend benötigt“Schwimmcontainer sind ab Juli in Köln im EinsatzVon Gabi Bossler20.06.2024, 18:02 UhrLesezeit 2 Minuten Viel zu wenig Wasserzeiten für Schwimmunterricht gibt es in den Kölner Bädern. Jetzt schafft ein mobiler Container zumindest etwas Abhilfe.Copyright: dpaZweieinhalb Monat bleibt der Schwimmcontainer des Landes in Köln. Ratspolitiker und Initiativen hatten sich lange dafür eingesetzt.Endlich bewegt sich etwas in Sachen Schwimmausbildung für Kinder und Jugendliche in Köln. „Ab dem 1. Juli steht der Stadt ein moderner Schwimmcontainer des Landes zur Verfügung, der dringend benötigte Wasserflächen bietet“, teilte Oliver Seeck (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses mit. Eine entsprechende Mitteilung war in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses erfolgt. „Der Container ist ein entscheidenden Schritt zur Förderung der Wassergewöhnung und später der Schwimmkompetenz unserer jungen Generation.“ Damit, so Seeck, trügen die jahrelangen Bemühungen zur Verbesserung der Schwimmausbildung für Kinder und Jugendliche endlich Früchte.Container zuerst In Chorweiler im EinsatzWährend der Corona-Pandemie hatte der Erstschwimmer-Unterricht immer wieder über Monate nicht erteilt werden können. Die Folge: Tausende Kölner Kinder hatten während ihrer Grundschulzeit nicht die Chance, Schwimmen zu lernen (siehe Infokasten). Der Schwimmcontainer des Landes wird zuerst an der Grundschule Riphanstraße in Chorweiler zum Einsatz kommen. Weitere Standorte sind die Grundschulen Balsaminenweg und Lebensbaumweg, die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Chorweiler. Außerdem könne er von den umliegenden Kitas und dem Familiengrundschulzentrum genutzt werden, so Oliver Seeck. Das reine Schwimmbecken hat die Maße von 12 mal 2,8 Metern; hier können dann unter Aufsicht von Schwimmentrainerinnen und -trainern zwölf Kinder gleichzeitig das Schwimmen lernen; an den Container schließ sich eine Umkleidebereich an. Der Container bleibt bis zum 14. September in der Region Köln.iViele Nichtschwimmer im Grundschulalter4000 Kinder oder mehr können in Köln aufgrund fehlender Wasserzeiten nicht schwimmen lernen,3000 von ihnen müssten die Kölner Schwimmvereinen vertrösten, so Oliver Seeck. „Und bei der DLRG warten zusätzlich weitere 1000 Kinder auf einen Schwimmkurs.“ Von zehn Lehrschwimmbecken an Schulen können nur noch fünf genutzt werden. Zudem werden ab dem kommenden Jahr auch im Agrippabad Wasserzeiten für zehn Vereine und die innerstädtischen Schulen über eineeinhalb Jahre hinweg fehlen. „Die Situation für die Vereine verschlechtert sich seit Jahren deutlich“, bemängelt Dr. Robert Becker, Vorsitzender des Ortsverbands der Kölner Schwimmvereine (OKS). Als er das Amt im Jahr 2006 übernommen hat, trainierten 5000 Menschen in den Schwimmvereinen. „Inzwischen sind es 12 000.“ Aber an der zur Verfügung stehenden Wasserfläche habe sich nichts geändert.In der zweiten Jahreshälfte geht dann ein von der Stadt Köln betriebener Schwimmcontainer an den Start. Er wird an den Grundschulen Lustheiderstraße in Kalk, Buschfeldstraße in Holweide und Kettelerstraße in Meschenich eingesetzt.Schwimmen ist eine lebenswichtige Fähigkeit, die Kindern und Jugendlichen außerdem Spaß macht und sie in Bewegung bringt.Oliver Seeck, Vorsitzender des Sportausschusses„Schwimmen ist eine lebenswichtige Fähigkeit, die Kindern und Jugendlichen außerdem Spaß macht und sie in Bewegung bringt“, so Seeck. Wenn das Schwimmen nicht vor der Pubertät gelernt werde, seien die Jugendlichen nur noch sehr schwer erreichbar. Trotz des Einsatzes vieler Mitglieder des Sportausschusses und von Initiativen und Vereinen seien die vorhandenen Wasserflächen bisher völlig unzureichend gewesen. Mit der Anschaffung und Bereitstellung der Schwimmcontainer werde die Mangelsituation jetzt zumindest etwas entschärft. Die neuen Schwimmcontainer seien eine innovative und flexible Lösung, die es ermöglichten, unabhängig von bestehenden Schwimmbädern zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Sie würden in verschiedenen Stadtteilen und insbesondere dort aufgestellt werden, wo die Kinder die geringsten Schwimmmöglichkeiten hätten, teilte Seeck weiter mit.„Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die das Projekt Schwimmcontainer über lange Zeit hinweg unterstützt und vorangetrieben haben“, so der Vorsitzende des Sportausschusses. Allerdings würden Schwimmzeiten für Schulen und Schwimmvereine auch jetzt noch in erheblichem Maße benötig. Deshalb werde er sich auch weiterhin für mehr geeignete Wasserflächen und Schwimmzeiten im gesamten Stadtgebiet einsetzen.
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