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Südstadt: Koch vor Abschiebung – Wirt geht auf Behörde los

Report-K

Köln | „Der Junge ist gerade, hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Wir lassen nichts auf ihn kommen.“

Fassungslosigkeit bei den Betreibern des beliebten Veedels-Lokals „Bagatelle“ in der Kölner Südstadt. Denn Koch Habib K., der 2012 aus Bangladesh einreiste und im Veedel seine neue Heimat fand. droht die Abschiebung.

Mit einem emotionalen Posting in den sozialen Netzwerken protestierte Daniel Rabe gegen das Vorgehen des Ausländeramts, bat OB Henriette Reker und weitere Politgrößen direkt um Hilfe und Aufmerksamkeit.

Darin heißt es:

Liebe Menschen da draußen, heute ist ein schwarzer Tag für uns alle und vor allem für einen unglaublich sympathischen und netten jungen Herren. Unser Koch Habib ist heute morgen im Ausländeramt Siegburg festgenommen worden und wird jetzt abgeschoben.

Nach letzter Kenntnis, bevor ihm in unserem Beisein sein Handy weggenommen wurde, wird er gerade in eine Haftanstalt bzw. Abschiebegefängnis überführt. Das ist rechtswidrig, schreiend ungerecht, unmenschlich und hinterlistig vorbereitet worden. Es gibt einen Erlass des land.nrw, nachdem er alle Kriterien erfüllt um in Deutschland zu bleiben.

Er erfüllt alle aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen mit besonders guter Integration, Sprachkompetenz, Arbeitsstelle in Vollzeit und ehrenamtlichem Engagement. Seit 10 Jahren ist er in Deutschland, spricht unser aller Sprache sehr gut, hat sich bombastisch integriert, eine Beziehung geführt, bis ihm die Arbeitserlaubnis entzogen wurde hat er Vollzeit bei uns gearbeitet, er hat sich von der Küchenhilfe zum Chefkoch hochgearbeitet. Er war ein Vorbild für alle anderen Mitarbeiter. (…)

Und weiter: „Seit 10 Jahren setzen wir uns für Geflüchtete ein. Es waren auch schwarze Schafe dabei, die uns enttäuscht haben. Aber Habib abzuschieben, das ist eine solch schreiende Ungerechtigkeit, dass wir hier fassungslos sitzen und heulen und so unendlich sauer sind auf dieses unfassbar unfaire System in diesem Staat.“

Abschiebung von Habib: Das sagt das Ausländeramt

report-k fragte beim zuständigen Ausländeramt nach, was die Gründe für die Entscheidung sind. Eine Sprecherin führt aus, dass der Koch nicht kooperiert, gar gefälscht habe.

„Der Betroffene ist bangladeschischer Staatsangehöriger und reiste eigenen Angaben zufolge am 11.12.2012 in das Bundesgebiet ein. Sein Asylantrag wurde vom zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt, seine daraufhin eingereichte Klage vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesen, so dass er seit dem 3.11.2015 vollziehbar ausreisepflichtig ist“, heißt es zur Begründung der Abschiebung, „Aufgrund fehlender Identitätsdokumente wurde er bis heute im Bundesgebiet geduldet. Seinen Mitwirkungspflichten zur Identitätsklärung ist er seit Jahren nicht nachgekommen. Vielmehr hat er zunächst gefälschte Papiere vorgelegt und in Folge die Herausgabe seiner Geburtsurkunde über Jahre verweigert.“

Wieso wurde die Abschiebung nun angesetzt und die Festnahme vollzogen?

Die Sprecherin: „Seit Oktober 2021 liegen Passersatzpapiere vor.  Die Abschiebung steht jetzt unmittelbar bevor, da wegen seiner jahrelangen Verweigerungshalten im Passbeschaffungsverfahren nicht davon auszugehen ist, das er eigenständig ausreist. Heute wurde beim zuständigen Amtsgericht ein Antrag auf Anordnung von Abschiebungshaft gestellt, dem das Gericht entsprochen hat. Die Rechtsgrundlage für das Ausreisegewahrsam ist § 62 b Abs. 1 Satz 1 AufenthG.“

Die Bagatelle in der Südstadt. Foto: Bopp

Wirt verteidigt Koch gegen Schluder-Vorwürfe

Das kann und will Rabe so nicht stehen lassen. Der Wirt kämpft für seinen Mitarbeiter bedingungslos weiter und sagt uns, konfrontiert mit der Stellungnahme der Behörde am Donnerstagabend: „Er gilt als Bihari als Staatenlos in Bangladesch. Er hat die Unterlagen, die das Amt haben wollte, nicht bekommen und kann sie dann natürlich nicht vorzeigen.

Seit Jahren behauptet das Ausländeramt Siegburg das, es ist aber schlicht falsch. Er hat immer alles besorgt was er konnte und ist zu jedem Termim persönlich erschienen.“

Ob durch den Protest noch einmal Bewegung in die Sache kommt? report-k hält Sie auf dem Laufenden.

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