Strenge Auf- und Abbau-Zeiten: Händler klagen über Zeitdruck und Sanktionen auf Nippeser Wochenmarkt

Rundschau | Strenge Auf- und Abbau-ZeitenHändler klagen über Zeitdruck und Sanktionen auf Nippeser WochenmarktVon Bernd Schöneck21.06.2024, 09:14 UhrLesezeit 3 Minuten Der Nippeser Marktsprecher Mustafa Özcan (l.) und Markthändler Artik Mus klagen über zu knappe Auf- und Abbauzeiten für die Marktleute. Bei Überschreitungen drohen Sanktionen der Marktleitung.Copyright: Bernd SchöneckDie Händler auf dem Nippeser Wochenmarkt sind in Sorge: Wer sich nicht an die eine Stunde Auf- und Abbauzeit hält, wird sanktioniert.„Eigentlich ist der Nippeser Wochenmarkt so ein schöner Ort“, findet Mustafa Özcan. „Man kann einkaufen, Kaffee trinken und Leute treffen. Jahrzehntelang ging alles gut, doch seit einiger Zeit haben wir nur noch Ärger.“ Schon seit 45 Jahren steht Özcan mit seinem Textilstand am Wilhelmplatz, seit 20 Jahren ist er Nippeser Marktsprecher.Mit seiner Klage spricht er etlichen Marktleuten am Wilhelmplatz aus der Seele – denn die Stand-Inhaber klagen, dass die Zeiten zum Auf- und Abbau nicht ausreichen. Erst ab sechs Uhr morgens dürfen die Marktleute ihre Stände aufbauen, um sieben Uhr, zu Beginn des Marktbetriebs, muss alles geschafft sein. Das gleiche, nur umgekehrt, gilt mittags: Nach dem Marktschluss um 13 Uhr muss die Platzfläche bis 14 Uhr geräumt sein, damit die Abfallwirtschafts-Betriebe (AWB) den Wilhelmplatz reinigen können.Bei zu spätem Abbau drohen KonsequenzenFingen die Marktleute früher mit dem Aufbau an, oder brauchten sie mittags etwas länger, um abzubauen, war dies bis vor einiger Zeit kein großes Problem. Alles änderte sich mit einer Beschwerde aus der Nachbarschaft wegen morgendlichen Lärms; seitdem achte das Marktamt laut Beobachtung der Händler besonders darauf, dass nicht zu früh mit dem Aufbau begonnen wird. Ebenso, dass die Platzfläche ab 14 Uhr frei ist. Händlern, die gegen die Zeitfristen verstoßen, drohen Konsequenzen bis hin zu zeitweiligen Marktverboten. Alles zum Thema Wochenmarkt Köln„Viele Marktleute kommen unter Tränen zu mir“, berichtet Özcan. „Eigentlich müsste das Marktamt uns unterstützen, damit wir gemeinsam eine Lösung suchen.“ Einer, den es erwischt hat, ist Obst- und Gemüsehändler Artik Mus. Weil er mittags die Abbauzeiten überschritten habe, durfte er neulich zwei Tage nicht auf dem Markt präsent sein. „Manchmal dauert es eben zehn bis fünfzehn Minuten länger. Wir haben ohnehin schon eine schwere Arbeit hier.“ Und was die Zeiten am Nachmittag betreffe, komme die AWB meist ohnehin erst gegen 15 Uhr auf den Platz, um zu reinigen. „14.30 Uhr, das wäre für uns Markthändler wunderbar“, so Mus. „Aber wenn es so weitergeht, können wir hier nicht mehr arbeiten.“Stadt verweist auf laufendes Klageverfahren aus NachbarschaftDie Stadt weist die Vorwürfe der Händler zurück und verweist auf die Kölner Marktordnung. Der Markt finde montags bis freitags von 7 bis 13 Uhr statt, samstags bis 14.30 Uhr; die jeweils eine Stunde für Auf- und Abbau (samstags also bis 15.30 Uhr) sei dort festgehalten.„Eine Änderung der Auf- und Abbauzeiten für den Wochenmarkt in Nippes ist nicht vorgesehen“, so Stadt-Sprecherin Simone Winkelhog. Bereits am 15. April habe im Bürgeramt Nippes ein interfraktionelles Gespräch unter anderem mit einigen Händlerinnen und Händlern sowie dem Marktsprecher statt, bei dem dies der Gruppe bereits mitgeteilt wurde.Hintergrund für die strenge Handhabung der Auf- und Abbauzeiten sei ein derzeit laufendes Klageverfahren seitens einiger Anwohnerinnen und Anwohner. Jedoch werde den Händlern beim mittäglichen Abbau und Abfahrt eine Karenzzeit von 15 Minuten eingeräumt.Bei Verstoß gegen die Bestimmungen erfolgten zunächst eine Ermahnung, dann eine Abmahnung und erst beim dritten Verstoß eine Anhörung mit dem Hinweis des Marktverbotes. „Bisher wurde drei Händlerinnen und Händlern ein ein- bis zweitägiges Marktverbot erteilt.“ Ziel sei, einerseits das Recht der Nachbarschaft auf Lärmschutz, andererseits den Marktbetrieb zu gewährleisten.
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