Stadt Köln unterzeichnet Projektpartnerschaftsvertrag mit Dnipro

Stadt Köln unterzeichnet Projektpartnerschaftsvertrag mit Dnipro

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Köln | Die Stadt Köln gibt ordentlich Gas bei der Projektpartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Dnipro. Am 20. Juni beschloss der Kölner Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Projektpartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Dnipro und schon am 29. Juni unterzeichnete Bürgermeister Wolter in Kattowitz eine Vereinbarung mit dem Vize-Bürgermeister von Dnipro Volodymyr Miller.

Die Debatte im Kölner Rat war von Zustimmung zur Projektpartnerschaft mit Dnipro geprägt. Kritische Stimmen hinterfragten warum die Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Wolgograd aufgegeben wurde. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker klärte auf und sagte, dass die Partnerschaft mit Wolgograd nur ruhe und nicht aufgekündigt sei. Im Rat gab es Freude darüber, dass die ukrainische Stadt Dnipro Köln vertraue und bereit sei sich für eine Projektpartnerschaft öffne.

Köln wird humanitäre Hilfe leisten und strebt eine entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Dnipro an. Für den Katastrophenschutz wird Köln finanzielle Unterstützung, Drohnen oder Nachtsichtgeräte zur Verfügung stellen. Dazu kommen Notfallmedikamente oder Lebensmittel.

Treffen in Kattowitz

Bürgermeister Andreas Wolter traf seinen ukrainischen Amtskollegen auf dem World Urban Forum im polnischen Kattowitz am Mittwoch, 29. Juni. Wolter und Miller unterzeichneten eine Vereinbarung. Der endgültige Kooperationsvertrag zwischen den beiden Städten soll noch von den Oberbürgermeistern Reker und Borys Filatow später offiziell gezeichnet werden.

Das undatierte Foto zeigt Dnipro

Die Stadt Dnipro

Dnipro ist eine Millionenstadt in der Ukraine. Aktuell sollen sich rund 220.000 Binnenflüchtlinge in der Stadt aufhalten. Eine Parallele mit Köln ist, dass Dnipro wie Köln auch die viertgrößte Stadt ihres Landes ist. Anders als Köln ist Dnipro das administrative Zentrum der Oblast Dnipropetrowsk und des Rajon Dnipro. Dnipro liegt rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew und mitten in der zentralöstlichen Ukraine. Der Fluss Samara mündet in den hier aufgestauten Dnepr.

Die Stadt war ein wichtiges Zentrum zu Sowjetzeiten der Kernenergie-, Waffen. und Raumfahrtindustrie. Heute haben mehrere Finanzinstitute und Industrieunternehmen ihren Standort in Dnipro. Die ukrainische Armee hat hier ihr operatives Armeekommando Ost. Anders als Köln ist die Stadt Dnipro erst 200 Jahre alt. Das Klima in der Stadt ist eher mediterran, die Winter feucht und die Sommer warm und trocken.

Name wurde geändert

Der Name der Stadt wurde immer wieder geändert und der englischsprachige Spitzname ist „Rocket City“, da hier einst die Dnepr-Raketen gebaut wurden. Am 19. Mai 2016 wurde die Stadt in Dnipro umbenannt. Vorher hieß sie Dnipropetrowsk. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zeichnete ein Gesetz dass kommunistische Namen verbot auch als Städtenamen. Die Besiedelung der Region begann allerdings schon im Paläolithikum. Im 8. und 11. Jahrhundert verlief auf dem Gebiet des heutigen Stadtgebiet eine wichtige Handelsroute zwischen Byzanz und Skandinavien. Am 9. Mai 1787 wurde in Anwesenheit Katharinas II. und von Kaiser Joseph II. der Grundstein der heutigen Stadt gesetzt. Dazu war die Zarin mit einer Flottille von 80 Schiffen von Kiew angereist, um das Zentrum eines „Neuen Russland“ zu gründen. Es sollte das „Petersburg des Südens“ werden. Mit der beginnenden Industrialisierung siedelte sich Industrie an, da die Stadt günstig an der Eisenbahnstrecke von Zentralrussland auf die Krim lag. Stahl-, Walz- und Röhrenwerke prosperierten wie auch eine Gießerei, später eine Mähdrescherfabrik und Eisenbahnreparaturwerkstätten.

Mit der Industrialisierung verzehnfachte sich in nur 40 Jahren die Bevölkerung bis 1900. Ein Drittel der Bevölkerung waren Juden und 1906 entlud sich der Antisemitismus in Judenpogromen. In der Zeit der russischen Revolution gehörte die Stadt der roten Republik Donezk-Krywyj Rih an, später zur deutschen Besatzungszone, dann zur roten Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik und später zum von der Weißen Bewegung kontrollierten Gebiet des Weißen Südrusslands. Die Stadt wurde nicht zerstört, später von der Roten Armee erobert. In der Zeit des Holodomor verhungerten Millionen Menschen und es kam auch in der Oblast ihren Ursprung in der Oblast zu Kannibalismus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zerstört. Die Rote Armee sprengte die Staumauer und der Stausee lief leer. Die Deutschen bauten die Staumauer wieder auf. Nach ihrem Rückzug aus der Stadt bombardierten die Deutschen die Staumauer, die anschließend wieder aufgebaut wird.

Vor dem Holocaust Zentrum jüdischen Lebens

Im Zweiten Weltkrieg verübten die Deutschen Besatzer ein Massaker an den jüdischen Einwohnern der Stadt. Am 13. Oktober 1941 wurden 11.000 jüdische Einwohner*innen der Stadt ermordet. Vor dem Holocaust war die Stadt ein Zentrum jüdischen Lebens. In den Jahren 2014 kam es zu prorussischen Protesten in der Stadt, allerdings waren die Protestbewegungen Pro Ukraine zahlenmäßig größer. Dnipro ist Partnerstadt von 16 Städten in der Welt, darunter Xi´an, Taschkent, Vilnius, Thessaloniki. Dalian, Bern, Stettin oder Lexington. Die Städtepartnerschaften mit Städten in Russland wie Samara, Krasnojarsk oder Ulan-Ude wurden 2016 beendet. Die meisten Einwohner sind orthodoxe Christen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Ich bin erschüttert über den Angriff auf Dnipro, die Zerstörung und das Leid, das dieser Krieg auslöst. Die Stadt Köln zeigt sich solidarisch und möchte mit der Projektpartnerschaft Dnipro und den Menschen in der Ukraine wirkungsvoll helfen.“

red01

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