Sportausschuss-Chef: Bei diesem Thema krieg ich Tränen in die Augen

Sportausschuss-Chef: Bei diesem Thema krieg ich Tränen in die Augen

Report-K

Köln | Quo vadis, Sportstadt Köln? Die Pandemie hat die Entwicklung der Kölner Vereine klar zurückgeworfen.

Im Gespräch mit report-k.de beschönigt Oliver Seeck (47) nichts. Der Sportausschuss-Chef und zweifache Familienvater aus Köln-Ehrenfeld nimmt zu aktuellen Thematiken und Missständen Stellung! Das Interview.

Herr Seeck, welches Thema beschäftigt Sie als Vorsitzender des Sportausschusses derzeit am meisten?

Seeck: Kinder und Jugendliche haben durch die Pandemie am meisten gelitten, gerade im Bereich Sport. Die Rolle der Vereine ist noch wichtiger als vor der Pandemie. Das muss noch mehr gewürdigt werden. Es geht um die Ausstattung von Hallen und Plätzen.

Ich kriege Tränen in die Augen, wenn ich die Liste im Sportausschuss von den geschlossenen Hallen sehe. In Chorweiler wird die Halle der Heinrich Böll-Gesamtschule aus statischen Problemen geschlossen, tausende Stunden Sportunterricht und Vereinssport sind so nicht möglich.

Dazu gibt es marode Anlagen wie z.B. in Bocklemünd…

Seeck: Die Bezirkssportanlage Bocklemünd ist ein gutes Beispiel, sie wird jetzt angegangen. Für die Cologne Crocodiles wird ein Kunstrasenplatz fertig gestellt. Da muss aber noch mehr passieren. Die Dreifachhalle ist marode.

Wenn das für den FC infrage kommt, wäre ein Synergieeffekt mit den Crocodiles sinnvoll. Ich sehe meine Funktionen so, Vereine zusammenzubringen. Sie sollen sich nicht untereinander kannibalisieren. Alle Vereine sollen im Sinne des Sports zusammenarbeiten.

Der Zustand der Anlage in Bocklemünd vor wenigen Monaten. Foto: Cologne Crocodiles

Apropos FC. Wie ist der Stand in der Debatte um den Standort Geißbockheim?

Seeck: Der FC hat sich sehr gut verhalten. Über diejenigen, die umgefallen sind, ist schon berichtet worden. Mein Ansatz wäre: Wie bekommt man einen Schritt nach vorne, wo kann man dem FC Alternativen anbieten? Das Bündnis hat Marsdorf vorgeschlagen, das möchte der FC aber nicht. Von daher kam Bocklemünd ins Gespräch. Das muss man aber sauber hinbekommen, damit man nicht Sport gegen Sport ausspielt.

Bocklemünd hat super Potenzial, da soll Sport stattfinden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das in Kooperation mit dem FC geschieht. Die Mehrfachnutzung der Plätze ist wichtig. Ein kompliziertes Planungsverfahren ist in Bocklemünd, anders als in Marsdorf, nicht nötig. Was die Schnelligkeit angeht, ist Bocklemünd sehr attraktiv. Der FC ist zeitlich nicht in der Lage lange zu warten.

Das Geißbockheim aus der Vogelperspektive. Foto: Bopp

Hat der Weggang von FC-Boss Wehrle auf die Entwicklung Auswirkungen?

Seeck: Wehrle ist ein Verlust, weil er top im Thema war, aber auch die anderen beim FC sind total professionell unterwegs.

Was stellen Sie selbst in Ihrer täglichen Arbeit mit Jugendlichen fest?

Seeck: Ich bin in der Ausbildung von Sportlehrern unterwegs. Wie ich eingangs sagte: Die Entwicklung ist verheerend. Kinder, die eh schon wenig Bewegung hatten, sind auf null runtergefahren. Und jetzt, wo es wieder hochgefahren werden soll, müssen die Strukturen in den Vereinen stimmen. Daher brauchen sie jede Unterstützung.

Sportausschuss-Chef will sich für Glücksspielsucht-Prävention engagieren

Welches Projekt können Sie sich vorstellen, zukünftig mit anzuschieben?

Seeck: Glücksspielsucht-Prävention. Ich finde es beschämend, dass durch das Suchtverhalten die Millioneneinnahmen zustandekommen. Die Folgen trägt nachher die Allgemeinheit. Weil Menschen ausfallen und in die Verschuldung gehen.

Man kann sich nicht zurücklehnen und sagen, das sei das Problem der Anfälligen. Aber das kann nicht eine Kommune regeln oder ein Sportausschuss. Dennoch wäre es gut, dort einen Anpack zu finden.

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