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SPD kritisiert Verkehrskonzept zum neuen Quartier Deutzer Hafen

SPD kritisiert Verkehrskonzept zum neuen Quartier Deutzer Hafen

Report-K

Köln | In Deutz gibt es gigantische Veränderungen, die schon an den Abbrucharbeiten der Mühle zu erkennen sind. Das neue Quartier Deutzer Hafen ist im Werden. Jetzt lud die Stadt Köln zu einer Infoveranstaltung wie das neue Quartier verkehrlich angebunden werden soll. Die SPD in Poll äußert Kritik an der Veranstaltung und dem verkehrlichen Konzept.

Hinweis der Redaktion: Am Ende des Artikels findet sich eine Linksammlung zu den Originaldaten und dem Livestream der Veranstaltung der Stadt Köln, der noch bis 30. Juni einsehbar ist.

Noch ist das neue Quartier Deutzer Hafen nur eine Animation auf dem Bildschirm von Zeichnungen und Illustrationen. Aber seine Dimensionen werden deutlich. Denn auf 37,7 Hektar und davon 8,1 Hektar Wasser werden rund 3.000 Wohnungen entstehen und 550.000 Bruttogeschossfläche gebaut. Rund 6.900 Menschen sollen hier einmal wohnen und noch einmal 6.000 Menschen arbeiten. Also fast 13.000 Menschen ohne Besucher*innen werden hier Mobilität nachfragen und benötigen. Aktuell findet vom 9. Juni bis 11. Juli die Offenlage des Bebauungsplan-Entwurfs statt. Dieser kann digital eingesehen werden. Auch die verkehrliche Anbindung ist auf den Plänen gut zu erkennen. Die Erschließung findet ausschließlich über die Siegburger Straße statt. Einige Knotenpunkte werden verschoben oder neu eingerichtet, die das Gebiet Deutzer Hafen anbindet. Quartiersstraße für KFZ-Verkehr. Keine Anbindung des KFZ-Verkehrs über die Alfred Schütte Allee. Die Drehbrücke wird nur dem Radverkehr und Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen.

Am 20. Juni informierte die Stadt Köln in einer digitalen Information über das Verkehrsgutachten. Bis zum 30. Juni kann der mehr als zweistündige Livestream zur Veranstaltung noch eingesehen werden.

Das plant die Stadt Köln

Die Stadt Köln setzt auf eine Veränderung im Mobilitätsverhalten und vertraut darauf, dass der motorisierte Individualverkehr abnehmen wird und plant dennoch mit hohen Verkehrszahlen für diesen. Dreh- und Angelpunkt ist die Siegburger Straße. Martin Busse von der BRK GmbH stellte Erkenntnisse rund um den Verkehr und die Planungen vor. Im Jahr 2016 ließ die Stadt Köln den Verkehr in der Siegburger Straße annähernd im Poller Zentrum zählen und dokumentierte 15.800 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. 47 Prozent dieser Fahrten wurden vom Durchgangsverkehr verursacht.

Das aktuelle Verkehrsgutachten berücksichtigt lediglich die Anbindung des neuen Quartiers im Deutzer Hafens mit der Buslinie 150 und nicht wenn die Stadt- und S-Bahn ausgebaut werden. Allerdings schränkt Klaus Harzendorf, Stadt Köln, ein, dass ein Ausbau von Stadt- und S-Bahn nicht zeitgleich mit der Errichtung des neuen Quartiers möglich sein könne. Zudem rechnet er nicht mit einer Verlängerung der Stadtbahn in den Deutzer Hafen.

Die Buslinie 150 wird zum Bahnhof Deutz geführt. Von der Politik beraten wird eine Taktverdichtung der bestehenden Stadtbahnlinie 7 entlang der Siegburger Straße. Eine Nutzung der HGK-Trasse können sich die Verkehrsplaner derzeit nicht vorstellen, da diese noch genutzt werde und später der mögliche Gleisradius eine Anbindung auf die Siegburger Straße nicht durchführbar mache. In den Überlegungen ist auch eine S-Bahn-Linie 16 die ringförmig um Köln herum geplant werden könne über die Deutz-Messe, Hauptbahnhof, Südbahnhof und dann Deutzer Hafen und Flughafen.

Der Radverkehr im Quartier soll gestärkt und die Alfred Schütte Allee wird zwischen Am Schnellert und der Drehbrücke autofrei und damit zur Radtrasse. Auch die Drehbrücke wird autofrei. Über das Hafenbecken soll es eine weitere Radverkehrsbrücke und Anbindung der Siegburger Straße geben. Die Südbrücke soll für den Radverkehr ertüchtigt werden, damit Radfahrer einfacher die Rheinseite wechseln können. Der Masterplan sieht eine weitere Brücke für Rad- und Fußgängerverkehr zwischen links- und rechtsrheinisch vor, die dann den Deutzer- mit dem Rheinauhafen verbinden würde. Im Quartier selbst wird der Rad- und Fußgängerverkehr auf den gleichen Trassen geführt.

Ist der Deutzer Hafen im Jahr 2034 einmal vollständig ausgebaut und erschlossen sei mit 23.000 KFZ-Fahrten pro Tag zu rechnen. Allerdings müssten die heutigen Fahrten, die hier einberechnet seien, abgezogen werden. Sie kommt die Prognose auf 18.000 oder 16.500 Fahrten je nachdem welches Mobilisierungskonzept betrachtet werde.

Wohin fahren die Autos aus dem Deutzer Hafen?

Zunächst einmal alle auf die Siegburger Straße. Von dort will die Stadt den Verkehr auf die Straße Im Hasental und dann weiter auf den östlichen Zubringer leiten. Im Zentrum Poll soll dagegen der Verkehr auf der Siegburger Straße reduziert und Durchgangsverkehre durch eine Verlangsamung etwa durch Signalisierung vermieden werden. Die Stadtbahn und Autos teilen sich eine Fahrspur, die Radfahrer erhalten einen wesentlich höheren Anteil der Verkehrsfläche.

Die Autofahrer sollen sich nicht den kürzesten Weg zur A4 suchen. Dabei soll diese nach dem Bundesverkehrswegeplan ab 2030 achtspurig ausgebaut werden.

Die von der Stadt derzeit favorisierten Verkehrsvarianten sagen folgendes voraus:
• Positive verkehrliche Wirkung und eine Entlastung der Siegburger Straße in Poll-Zentrum
• Verlagerung der Durchgangsverkehre auf das übergeordnete Straßennetz
• Verbesserung der Verkehrsverhältnisse auf der Siegburger Straße für ÖPNV, motorisierten Individualverkehr und Radverkehr
• Der Deutzer Hafen wird leistungsfähig erschlossen.

Die SPD in Poll übt Kritik

Zur Veranstaltung am Montag stellt die SPD in Köln Poll fest, dass sich im ehemaligen Fischerdorf am Rhein wenig zum Positiven verändern werde. Die Siegburger Straße bleibe in ihrer Grundstruktur bestehen, Taktverbesserungen beim ÖPNV seien nicht fest vereinbart und die Fragen der Verkehrslenkung in Richtung Östlicher Zubringer im Kern ungeklärt.

„Diese Bürgerveranstaltung lässt mich sprachlos zurück. Mit Hochglanzbildern wurde den Bürger:innen eine grandiose Zukunft vorgegaukelt, die sehr wahrscheinlich so nicht eintreten wird. Dreh- und Angelpunkt bleibt die Situation auf der Siegburger Straße. Vollkommen ideenlos wird hier von Verkehrsberuhigung gesprochen ohne vorstellbare Maßnahmen zur präsentieren. Betrachtet man die vorgestellten Maßnahmen im Bereich der Siegburger Straße genauer, stellt man fest, dass sich an der Verteilung im Straßenraum nur die Breite der Fahrradspur ändert. Der Autoverkehr wird weiterhin auf zwei Spuren durch Poll rollen. Das Chaos können wir uns jetzt schon zu Messetagen oder bei einem Stau auf der A4 anschauen“ erläutert Lukas Lorenz, örtliches SPD-Ratsmitglied und Mitglied im Verkehrsausschuss.

Die Buslinie, so befürchtet es die SPD in Poll, werde ebenfalls im Stau steckenbleiben.

Simon Bujanowski, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Porz, mit klaren Worten: „Unsere Forderungen sind klar, wir brauchen den beschleunigten Ausbau der SBahn über die Südbrücke und die Einrichtung eines Vorlaufbetriebes. Denn schon jetzt fahren bei Baustellen regelmäßig ein bis zwei RE-Verbindungen stündlich über die Brücke. Zudem benötigen wir die Nutzung der schon heute bestehenden Hafenbahntrasse für eine Stadtbahn in Richtung Deutzer Bahnhof. Die Pläne für die Siegburger Straße müssen komplett überarbeitet werden. Der drohende Schleichverkehr über den Rolshover Kirchweg muss unterbunden werden. Des Weiteren müssen Planungen für eine Fahrradrampe an der Südbrücke und einen Fahrradschnellweg in Richtung Kalk umgehend gestartet werden“.

Infos zum Deutzer Hafen
 
www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/deutzer-hafen/projektentwicklung-deutzer-hafen
 
www.modernestadt.de/projekte/deutzer-hafen/
 
Hier findet sich der Link zum Livestream:
www.meinungfuer.koeln/#href=%2Fnode%2F8052&container=%23main-content (Das Verkehrsgutachten wird ab Minute 22 vorgestellt).

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