So machst du dein Auto fit für den Sommerurlaub

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Deutschland bleibt das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen. Die meisten – fast drei Viertel – nehmen für die Reise das Auto, zeigen Zahlen des Deutschen Tourismusverbandes. Gerade auf langen Strecken werden Autos aber stark strapaziert. Wie du sicher ankommst, erklären Experten von ADAC und Auto Club Europa (ACE).

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Was muss ich vor der Reise überprüfen?

Gerade vor weiten Strecken lohnt sich ein Check in der Werkstatt: Denn Hitze macht etwa der Batterie laut ADAC genauso zu schaffen wie Kälte – auch Bremsen und die Klimaanlage sollten vor einer langen Fahrt gut in Schuss sein. Einiges kannst du aber auch selbst kontrollieren.

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Wenn der Kofferraum randvoll ist, gilt: Scheinwerfer tiefer stellen und Reifendruck erhöhen. Denn wer mit zu niedrigem Druck fährt, verbraucht mehr Sprit, riskiert einen höheren Verschleiß der Reifen oder schlimmer noch, einen Unfall. Dann verlängert sich der Bremsweg und auch die Kurvenlage verschlechtert sich, warnt der ADAC. Entweder findet man Angaben zum richtigen Reifendruck in der Bedienungsanleitung oder oft auch als Aufkleber an der Mittelsäule des Autos, den man bei geöffneter Fahrertür sieht.

Außerdem solltest du überprüfen, dass noch genügend Profil auf den Reifen ist. Dazu kannst du zum Beispiel eine 1-Euro-Münze in den Reifen stecken: Verschwindet der goldene Rand, ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter locker eingehalten.

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Besonders wichtig: Der richtige Öl- und Kühlmittelstand. Bei zu wenig Öl drohen Motorschäden. Wer Kühlmittel nachfüllen muss, sollte das nur genau nach Bedienungsanleitung und bei kaltem Motor tun – denn bei Hitze steht das System unter Druck. Öffnest du dann den Deckel, kannst du dich schwer verbrennen.

Um die vielen Insekten, die auf der Autobahn im Sommer immer an der Windschutzscheibe kleben, wieder abwaschen zu können, solltest du sicherstellen, dass deine Scheibenwischergummis in gutem Zustand sind. Und ausreichend Scheibenwischwasser einfüllen.

Was sollte ich auf der Fahrt dabei haben?

Ein Kanister Scheibenwischwasser kann sich wegen der erwähnten Insekten lohnen, außerdem eine Sonnenbrille und ausreichend Getränke. Alle mit modernen Dieselfahrzeugen sollten genügend AdBlue dabei haben – die Flüssigkeit, die den Schadstoffausstoß verringert.

Was muss ich bei Hitze beachten?

Wer in ein heißes Auto einsteigt, sollte laut ACE erst einmal alle Fenster und Türen öffnen – und erst danach die Klimaanlage einschalten. Zudem solltest du darauf achten, dass es im Auto nicht viel kälter wird als draußen, denn die extremen Temperaturunterschiede belasten den Körper.

Bei Hitze solltest du immer etwas Luft im Tank lassen. Denn der Sprit kann sich ausdehnen, entweichen und im schlimmsten Fall entzünden.

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Und niemals Kinder oder Tiere im geparkten Auto zurücklassen: Pro Minute steigt die Temperatur darin um etwa ein Grad, sodass es blitzschnell bis zu 70 Grad werden – dann droht Lebensgefahr.

Darf ich auch mit Flip-Flops fahren?

Es wird allgemein angenommen, dass mit Flip-Flops fahren entweder verboten ist – oder zumindest eine schlechte Idee, weil es die Sicherheit beim Fahren beeinträchtigt. Letzteres stimmt, denn nur mit festem Schuhwerk kann man sicher eine Notbremsung hinlegen.

Der Gesetzgeber schreibt in der Straßenverkehrsordnung aber nur vor, dass jeder Autofahrer für die Verkehrssicherheit seines Fahrzeuges verantwortlich ist. Von ungeeignetem Schuhwerk ist dort nirgends die Rede. Verschiedene Gerichtsurteile belegen das: Demnach ist es etwa egal, ob man mit Birkenstocksandalen ohne Rückriemen (OLG Celle, AZ: 322 Ss 46/07) oder in Socken (OLG Bamberg, AZ: 2 Ss OWi 577/06) fährt.

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Auch die Haftpflichtversicherung zahlt laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in aller Regel für Unfälle, wenn der Unfallverursacher Flip-Flops getragen hat. Nur die Kostenerstattung fürs eigene Fahrzeug kann sie verweigern, wenn sich die Flip-Flops etwa unter den Pedalen verklemmt haben – und der Fahrer so grob fahrlässig gehandelt hat.

Was steht nach dem Urlaub an?

Reifendruck und Scheinwerferhöhe wieder anpassen, die Scheiben auf Steinschläge untersuchen – und alles aus dem Kofferraum ausräumen. Auch Dachboxen und Fahrradträger direkt abbauen – pro 100 zusätzlichen Kilo verbraucht das Auto zusätzlich 0,3 Liter mehr Sprit auf 100 Kilometern.

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