SEK-Einsatz in Köln-Bocklemünd: Mieter vom Görlinger Zentrum nach Explosion vor Gericht

Rundschau | SEK-Einsatz in Köln-BocklemündMieter vom Görlinger Zentrum nach Explosion vor GerichtVon Daniel Taab06.07.2024, 08:12 UhrLesezeit 3 Minuten Polizisten wurden beim Zugriff im Görlinger Zentrum verletzt.Copyright: Thomas BanneyerIn einem Hochhaus in Bocklemünd kam es im November 2023 zu einer heftigen Explosion durch eine Gasflasche – jetzt beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.Zerstörte Wohnung, schwer verletzter Mieter und Spezialeinsatzkräfte am Rande ihrer Kräfte: Nach der schweren Explosion in einem Hochhaus in Bocklemünd im November 2023, wird der Fall nun vor dem Landgericht juristisch aufgearbeitet. In der kommenden Woche muss der mutmaßliche Täter (56) auf der Anklagebank Platz nehmen. Dem Mann werden versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Für den Prozess sind derzeit elf Verhandlungstage vorgesehen.Bocklemünd: Drama im Görlinger ZentrumDer Kriminalfall begann am 22. November in der tristen Hochhaussiedlung am Görlinger Zentrum. Der 56-Jährige kündigte gegenüber seiner Lebensgefährtin gegen 6 Uhr an, dass er sich das Leben nehmen will. Die Frau lief zu ihren Angehörigen, die ebenfalls in dem Hochhaus wohnen. Sie erzählte, dass ihr Mann Tabletten genommen habe, er sei mit einem Messer bewaffnet und habe damit gedroht. „Er soll ebenfalls angekündigt haben, die Gasflasche in der Wohnung zur Explosion zu bringen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Schwester der Lebensgefährtin rief die Polizei und berichtete von den Drohungen des Mannes. Damit wurde ein großer Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Spezialeinsatzkommando rückte an, Beamte sperrten das Viertel ab, und die Feuerwehr eilte herbei.Polizeieinsatz: Kontakt zum Mieter vergeblichPolizisten versuchten über vier Stunden Kontakt mit dem Mieter aufzunehmen. Doch dies gelang den Beamten nicht. Schließlich entschloss sich die Einsatzleitung zum Zugriff durch die Spezialkräfte. Während des Zugriffs soll der Angeklagte die Gasflasche geöffnet und das ausströmende Gas angezündet haben. Ein Couch in der Wohnung stand danach sofort in Flammen, berichtete die Kölner Polizei. „Es kam zu einer starken Hitze- und Rauchentwicklung“, sagten Beamte am Tatort.   Zwei Polizisten gerieten bei dem Einsatz in Not und konnten sich nur noch in die oberen Etagen des vollkommen verrauchten Treppenhauses flüchten. In den Akten zu dem dramatischen Fall ist protokolliert, dass die Beamten im dichten Qualm teilweise die Orientierung verloren hatten und zeitweise Atemnot hatten. Sie mussten durch die Feuerwehr mit einer Drehleiter gerettet werden. Der Angeklagte war derweil vom Balkon gesprungen und hatte sich dabei eine komplexe Fraktur zugezogen. Der Angeklagte soll psychisch erkrankt sein, heißt es vor dem Prozess. Durch die Verpuffung und die starke Rauchentwicklung wurden auch mehrere Mieter in dem Haus verletzt. Einige Mieter des Gebäudes mussten sogar zunächst woanders unterkommen. Die Räume über der Wohnung des 56-Jährigen sind ebenfalls stark verrußt gewesen und auf den ersten Blick nicht mehr bewohnbar. Flammen haben mehrere Fenster in dem Wohnkomplex zerspringen lassen.
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