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NS-DOK-Leitung: Was die CDU will – Antrag der SPD, Linken und Fraktion

NS-DOK-Leitung: Was die CDU will – Antrag der SPD, Linken und Fraktion

Report-K

Köln | Die Leitungsposition des NS-DOK ist seit dem Ausscheiden von Dr. Werner Jung im November 2021 vakant. Seit Wochen tobt eine Diskussion um die Nachbesetzung, die deutschlandweit bereits für Aufsehen sorgte. Report-K sprach mit Dr. Ralph Elster, kulturpolitischer Sprecher der Kölner CDU zu deren Vorstellungen. Zudem berichtet Kölns Internetzeitung über einen neuen Antrag im Rat und die Redaktion kann die Frage nicht beantworten, ob die Stadtverwaltung über eine Teamlösung für die Leitung des NS-DOK nachdenkt oder doch eine Führungsfigur suchen will.

Die CDU in Köln sieht Stadtgeschichte nicht empathisch genug präsentiert

Die CDU will dem neuen Kölner Kulturdezernenten Charles die Möglichkeit geben ein neues Konzept vorzuschlagen, wie die immense Kölner Kulturgeschichte neu und zusammenhängender präsentiert werden kann. Die CDU sieht die Kölner Stadtgeschichte in ihrer Dimension unterrepräsentiert. Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Dr. Ralph Elster macht deutlich, dass es für die Präsentation der Stadtgeschichte in Köln viel Luft nach oben gebe und sich die Stadt damit in der Vergangenheit nicht selten verzwergt anstatt sich in bestem Licht präsentiert habe.

Köln sei die einzige Millionenstadt nördlich der Alpen, die auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken könne, von der Römerzeit, über das Mittelalter mit Kaiserin Theophanu bis in die Neuzeit als Stadt neben dem Regierungsdorf Bonn, aus dem einst die Geschicke der Bundesrepublik mehrere Jahrzehnte lang geleitet wurden.

Es müsse mit der Historischen Mitte und ihrer Neugestaltung gelingen, den Einfluss Kölns auf die Weltgeschichte zu erzählen, so Elster und diese erfahrbar zu machen. Auch neue Technologien und multimediale Angebote, wie Virtual-Reality oder Augmented Reality-Formate schweben dem CDU-Kulturmann vor . Römisch-Germanisches Museum, Kölnisches Stadtmuseum stehen als Museen und Sammlungsorte für diese Geschichte, die aber in den Häusern getrennt dargestellt werde. Dazu kämen die Schnittstellen mit Originalschauplätzen, an erster Stelle der Kölner Dom, aber auch die Via Culturalis mit Miqua oder die romanischen Kirchen. Die neuen Häuser entstünden mit der Historischen Mitte neben dem Dom. Hier ist es der CDU wichtig, die Relevanz der Kölner Stadtgeschichte und ihren Einfluss auf das Weltgeschehen im Kontext darzustellen.

Der neue Kulturdezernent Charles – auf den Elster große Stücke hält – soll für diese neue Einordnung und Sichtbarmachung der Kölner Stadtgeschichte ein neues Konzept vorschlagen und vor allem auch die Chance haben, dieses überhaupt zu entwickeln und dann vorzustellen. Vor allem bei den beiden Häusern Römisch-Germanisches Museum und Kölner Stadtmuseum, kann sich Elster eine engere – auch personell verzahntere – Lösung vorstellen. Insgesamt wünscht sich die CDU eine Präsentation der Kölner Geschichte, die deren Bedeutung unterstreicht und nicht wie bisher ins Klein-Klein zerfällt und vor allem die stringenter mit modernen Methoden erzählt wird. Aber Elster will Charles nicht vorgreifen, sondern dem neuen Mann an der Spitze der Kulturverwaltung Kölns die Möglichkeit bieten, neue Ideen einzubringen und diese in einem Konzept zu präsentieren.

In der Diskussion um die Besetzung der Leitungsstelle des NS-DOK ist Elster davon überzeugt, dass das Team derzeit die Vakanz auf der Leitungsposition bis diese neu besetzt ist, hervorragend vertreten kann. Das NS-DOK sieht Elster auch differenzierter in seiner Form als Gedenkstätte und verweist auf die Unterstützung für das Haus in den vergangenen Jahren durch die CDU-Fraktion im Kölner Rat. Er geht davon aus, dass Kulturdezernent Charles und OB Reker jetzt die Ausschreibung für die Position an der Spitze des NS-DOK zeitnah in die Personalmärkte einschleusen werden. Die Kölner Kunstmuseen sollten nach Elster nicht Teil dieses Konzepts zur Historischen Mitte werden.

Die Miqua/Jüdisches Museum, obwohl deren Leitung in Händen des LVR liegt, will Elster in das Konzept eingebunden wissen. Dass die Miqua/Jüdisches Museum inhaltlich vom LVR betreut wird sieht Elster als Webfehler als das neue Haus aufgesetzt wurde und spricht davon, dass die CDU immer dagegen gewesen sei. Elster setzt die Erwartung dass die Stadt Köln, die das Haus errichtet, das mit 95 Prozent städtischer Leihgaben bespielt werden solle, ein erhebliches Mitspracherecht bei der inhaltlichen Ausgestaltung und der Option zur Vernetzung mit der gesamten Kölner Stadtgeschichte erhält.

Was plant die Stadt und der Antrag im Rat

Offen ist nach wie vor, wann die Stadtverwaltung die Leitung des NS-DOK neu ausschreibt. Dort soll es Diskussionen um eine Teamlösung gegeben haben, also dass die Leitungsposition selbst gar nicht mehr ausgeschrieben wird, sondern ein Team das NS-DOK in Zukunft führen soll. Allerdings gab es dazu weder von Kulturdezernenten Charles noch der Kölner Oberbürgermeisterin eine öffentliche Stellungnahme, die aber für sich korrekt nach der Gemeindeordnung reklamiert, alleinige Herrin des Verfahrens zu sein und dass sie aufgrund des Ratsbeschlusses vom 14. Dezember 2021 die Stelle derzeit nicht ausschreibe.

Die SPD, Linke und „Die Fraktion“ sowie Ratsfrau Gabrysch haben fristgerecht einen Antrag mit dem Titel „Museumsdirektor*in des NS-Dokumentationszentrums demokratisch benennen.“ für die Ratssitzung am 5. Mai gestellt. Dabei fordern sie im Beschlusstext: „Der Rat der Stadt Köln unterstützt den Ausschuss Kunst und Kultur in seinem Beschluss, die sofortige Neubesetzung der vakanten Leitungsstelle des NS-Dokumentationszentrums Köln in die Wege zu leiten.“ Im zweiten Punkt heißt es: „Mit dem Ziel der herzustellenden Transparenz und Mitwirkung der Stadtgesellschaft wird die Oberbürgermeisterin aufgefordert, die Expertise aller Beteiligten zu nutzen und einen Berater*innenkreis zu installieren, um nun schnell und zielführend eine*n neue*n Leiter*in für das NS-Dokumentationszentrum zu bestellen…“

Jörg Frank, der frühere Fraktionsgeschäftsführer der grünen Fraktion war, sieht in dem Antrag eine entscheidende Schwäche, da dieser die toxische Ziffer 1 aus dem Ratsbeschluss im Dezember 2021 nicht aufhebe, der die „Eingliederung“ des NS-DOK in die Historische Mitte beauftrage. Auf genau diesen Ratsbeschluss berufen sich eben auch Oberbürgermeisterin Reker und Kulturdezernent Charles.  Frank befürchtet, dass der Antrag der drei Fraktionen und von Gabrysch im Rat am 5. Mai keine Mehrheit bekomme und weiterhin der Ratsbeschluss aus dem Dezember des vergangenen Jahres die Verwaltungsentscheidung leite.

Mittlerweile soll sich Kulturdezernent Charles zum zweiten Mal mit dem Vorstand des EL-DE-Hauses getroffen haben und dort von einem Verfahren gesprochen haben, das im Juni gestartet wird, um die vakante Stelle zu besetzen. Allerdings soll Charles dort erklärt haben, dass die OB das letzte Wort habe. Der Verein EL-DE-Haus soll Charles gegenüber, die Rolle der Leitung für die vielseitige Aufgabenstellung Gedenkstätte – Forschung – pädagogische Arbeit – Kommunikation nach außen – Kommunikation und Führung nach innen betont haben. Berichtet wird von dem Treffen, dass Charles dort von einer „Teamlösung“ sprach. Von OB Reker wird berichtet, dass sie von Kritik aus den Reihen der Beschäftigten an einer Direktor*innen-Führung spreche, über die sie sich nicht hinwegsetzen könne. All diese Aussagen sind nicht eindeutig prüfbar, aber sie führen in einem Teil der Stadtgesellschaft, die jahrelang für das NS-DOK und die Gedenkstätte kämpfte, zu Irritationen und Verunsicherung.  Hier ist das Gestaltungsbündnis aus Grünen, CDU und Volt gefragt, sich klarer zu positionieren und gegebenenfalls ihren Ratsbeschluss vom 14. Dezember 2021 noch einmal zu präzisieren und damit der Stadtverwaltung klarere Vorgaben zu machen, oder in der Öffentlichkeit noch deutlicher ihre Position darzustellen.

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