Nein, Patente auf Sprühtechnologien für Flugzeuge beweisen nicht, dass es Chemtrails gibt

Nein, Patente auf Sprühtechnologien für Flugzeuge beweisen nicht, dass es Chemtrails gibt

Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln

Auf Facebook verbreitete ein Nutzer am 18. April Fotos, die angeblich belegen sollen, dass es sogenannte Chemtrails gäbe.  

Hinter dem Begriff Chemtrails steckt der seit Jahren bekannte Verschwörungsglaube, dass Kondensstreifen am Himmel, die durch Wasserdampf aus den Düsen von Flugzeugen verursacht werden, in Wahrheit Chemikalien seien. Diese würden angeblich versprüht, um das Klima zu beeinflussen. Das Umweltbundesamt hat sich bereits 2011 ausführlich dazu geäußert und erklärt, dass es keinerlei Beweise für diese Theorie gibt.

Die Fotos in dem Facebook-Beitrag belegen zudem nicht die Existenz von Chemtrails. Drei davon zeigen Dokumente von Patenten für Technologien, mit denen Flugzeuge etwas versprühen können. Sie sind jedoch kein Beleg dafür, dass es Chemtrails gibt.

Umweltbundesamt: Behauptungen über Chemtrails sind „nicht glaubwürdig“

Das Umweltbundesamt (UBA) schrieb bereits 2011: Seit 2004 ein Artikel mit dem Titel „Die Zerstörung des Himmels“ in einer Zeitschrift erschienen sei, erreichten das Amt „zahlreiche Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger“. In dem Artikel ging es darum, dass im Rahmen geheimer Projekte der USA Chemikalien in die Atmosphäre gebracht werden. 

Das UBA recherchierte daher 2011 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), bei der Deutschen Flugsicherung, dem Deutschen Wetterdienst und dem Bundesministerium für Verteidigung. Keine der Institutionen, die sich umfassend mit dem Thema Wetter und dem Flugverkehr in Deutschland beschäftigen, konnte demnach bestätigen, dass Flugzeuge Chemikalien versprühen. „Das Hauptquartier der US-Luftwaffe Europa teilte mit, dass es die beschriebenen Projekte bei der US-Luftwaffe weder gibt noch gegeben hat“, schreibt das UBA. 

Theoretische Überlegungen, ob man das Klima mit Hilfe von Chemikalien in der Atmosphäre beeinflussen könne, habe es zwar gegeben. Aber keine dieser Ideen sei umgesetzt worden. Insgesamt seien die Behauptungen über Chemtrails „nicht glaubwürdig“. Fotos angeblicher Chemtrails seien Kondensstreifen von Flugzeugen oder sogenannte Zirruswolken

Patente haben nichts mit Beeinflussung des Klimas zu tun

Doch was genau zeigen die Patente in dem Facebook-Beitrag?

Das erste Bild ist lediglich eine Skizze eines Flugzeugs mit Tanks. Sie stammt von einem Patent für ein System, um Brände aus der Luft zu löschen (Aerial Delivery System). Löschflugzeuge kommen in manchen Ländern bei Waldbränden zum Einsatz. 

Dieses Patent bezieht sich auf ein System, um Brände aus der Luft zu löschen (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

In dem Facebook-Beitrag werden aber noch zwei weitere Dokumente von Patenten aus den 1970er-Jahren gezeigt. 

Das zweite Bild zeigt ein Patent für ein System namens Centrifugal Aerosol Dispenser Assembly. Es soll dazu dienen, Aerosole (kleinste Partikel) wolkenförmig in die Atmosphäre auszustoßen, zum Beispiel um einer Radarortung zu entgehen. 

In dem dritten auf Facebook abgebildeten Patent geht es um eine Vorrichtung zur Erzeugung von einer Art „Kondensstreifen“ aus farbigem Pulver (pigment powder). Es soll dabei helfen, Flugzeuge besser zu orten beziehungsweise zu sichten. 

Keines der drei Patente beweist also, dass es Chemtrails gibt, oder dass Chemikalien in der Atmosphäre versprüht werden, um das Klima zu beeinflussen. 

Die weiteren Fotos aus dem Facebook-Beitrag haben wir in Faktenchecks hier überprüft. 

Redigatur: Uschi Jonas, Matthias Bau

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