Nein, das ist keine Düse, um Chemtrails zu versprühen, sondern eine Antenne

Nein, das ist keine Düse, um Chemtrails zu versprühen, sondern eine Antenne

Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln

Auf Facebook verbreitete ein Nutzer am 18. April Fotos, die angeblich belegen sollen, dass es sogenannte Chemtrails gibt.  

Hinter dem Begriff Chemtrails steckt der seit Jahren bekannte Verschwörungsglaube, dass Kondensstreifen am Himmel, die durch Wasserdampf aus den Düsen von Flugzeugen verursacht werden, in Wahrheit Chemikalien seien. Diese würden angeblich versprüht, um das Klima zu beeinflussen. 

Das Umweltbundesamt hat sich bereits 2011 ausführlich dazu geäußert und erklärt, dass diese Behauptungen unglaubwürdig sind.

Die Fotos in dem Facebook-Beitrag belegen zudem nicht die Existenz von Chemtrails. Eines davon zeigt einen roten Trichter am Heck eines Flugzeugs. Es wirkt, als zeige es eine Düse, mit der etwas versprüht werden kann. Es handelt sich aber um eine Antenne. 

Das Flugzeug ist eine Boeing für militärische Zwecke 

Wir suchten nach dem Foto mit Hilfe einer Rückwärtssuche bei Google. So stießen wir unter anderem auf der Webseite „Chemtrail-Fragen“ auf Hinweise, dass das Bild eine militärische Boeing E-6 Mercury zeigen könnte.

Die Flugzeuge dieses Typs werden für die US Navy hergestellt. Sie haben am Heck einen roten Trichter (auch hier und hier zu sehen).  

In einem Video auf Youtube von „US Military News“ wird das trichterförmige Teil am Heck von Nahem gezeigt. Es wird erklärt, dass es sich dabei um eine Antenne handele (ab Minute 3:55). 

Die Antenne in Nahaufnahme (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

In einem Artikel der spanischen Zeitung El Confidencial von 2017 fanden wir dann dasselbe Foto, das auf Facebook verbreitet wurde, zusammen mit einer Skizze des Flugzeugs. Auch hier wird erklärt, dass der rote Trichter eine Antenne ist. Es handelt sich dabei um sogenannte Schleppantennen, die während des Flugs aus der Maschine herausgelassen werden kann. 

Das Foto der Antenne im Artikel von „El Confidencial“ (automatisch übersetzt aus dem Spanischen mit Google Translate / Quelle: El Confidencial / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Auf Nachfrage bestätigte uns zudem ein Pressesprecher von Boeing per E-Mail, dass es sich um eine Antenne handelt, mit der das Flugzeug kommunizieren kann. 

Die weiteren Fotos aus dem Facebook-Beitrag haben wir in Faktenchecks hier überprüft. 

Redigatur: Uschi Jonas, Matthias Bau

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Das Umweltbundesamt hat sich bereits 2011 ausführlich dazu geäußert und erklärt, dass diese Behauptungen unglaubwürdig sind.

Die Fotos in dem Facebook-Beitrag belegen zudem nicht die Existenz von Chemtrails. Eines davon zeigt einen roten Trichter am Heck eines Flugzeugs. Es wirkt, als zeige es eine Düse, mit der etwas versprüht werden kann. Es handelt sich aber um eine Antenne. 

Das Flugzeug ist eine Boeing für militärische Zwecke 

Wir suchten nach dem Foto mit Hilfe einer Rückwärtssuche bei Google. So stießen wir unter anderem auf der Webseite „Chemtrail-Fragen“ auf Hinweise, dass das Bild eine militärische Boeing E-6 Mercury zeigen könnte.

Die Flugzeuge dieses Typs werden für die US Navy hergestellt. Sie haben am Heck einen roten Trichter (auch hier und hier zu sehen).  

In einem Video auf Youtube von „US Military News“ wird das trichterförmige Teil am Heck von Nahem gezeigt. Es wird erklärt, dass es sich dabei um eine Antenne handele (ab Minute 3:55). 

Die Antenne in Nahaufnahme (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

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Das Foto der Antenne im Artikel von „El Confidencial“ (automatisch übersetzt aus dem Spanischen mit Google Translate / Quelle: El Confidencial / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

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Die Flugzeuge dieses Typs werden für die US Navy hergestellt. Sie haben am Heck einen roten Trichter (auch hier und hier zu sehen).  

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Die Antenne in Nahaufnahme (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

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