Nein, Abstrichstäbchen von Corona-Schnelltests sind nicht „verseucht“

Im Netz kursiert aktuell ein Foto von zwei Verpackungen, die laut Aufschrift scheinbar Corona-Tests enthalten. Auf dem einen steht „positive control“, auf dem anderen „negative control“. Auf der Packung mit der Aufschrift „positive Kontrolle“ ist ein Symbol für Gefahren durch biologische Erreger („Biogefährdung“ oder „Biohazard“) zu sehen. 

Eine Facebook-Nutzerin behauptet, das Foto beweise, dass das „Teststäbchen“, mit dem der Abstrich für einen Corona-Test gemacht wird, „verseucht“ sei und Menschen krank mache. Diese Behauptung ist falsch.

Der Facebook-Beitrag mit der falschen Behauptung. (Quelle: Facebook / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Es handelt sich bei dem Test im Bild um einen Antigen-Schnelltest des Pharmakonzerns Abbott, wie an der Verpackung zu erkennen ist. Auf der Webseite Medplus, wo man den Test im Internet bestellen kann, ist ein Bild der Produktdetails zu sehen. Hier wird bereits klar, dass die Verpackungen mit der Aufschrift „positive control“ und „negative control“ nicht das lange Abstrichstäbchen enthalten. 

Produktinformation des Schnelltests von Abbott auf der Webseite Medplus. (Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Im Lieferumfang einer Packung mit 25 Antigen-Schnelltest sind laut Hersteller 25 sterile Abstrichstäbchen enthalten, mit denen der Abstrich am Nasenrachen gemacht werden soll. Zusätzlich enthält die Packung eine Probe zur „positiven Kontrolle“ und eine Probe zur „negativen Kontrolle“ (Quelle: PDF „Panbio COVID-19 Ag Rapid Test Device Nasopharyngeal Instructions for Use (Multilingual)“ zum Herunterladen)

Lieferumfang des Produkts laut Hersteller Abbott. (Quelle: Abbott / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Mit diesen beiden Kontrollstäbchen wird also kein Abstrich beim Patienten gemacht, sondern sie wurden vorab so vorbereitet, dass sie bei dem Schnelltest ein positives oder negatives Ergebnis hervorrufen. Mit ihnen kann kontrolliert werden, ob man den Test richtig anwendet, bevor man den Schnelltest mit einer echten Patientenprobe durchführt. 

Es geht also um die Frage, ob man alles richtig macht und der Test das zu erwartende Ergebnis anzeigt. 

Erklärung, wozu die positive oder negative Kontrollprobe gedacht ist. (Quelle: Abbott / Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)

Laut Hersteller kein Infektionsrisiko

Auf Nachfrage teilte ein Sprecher der Firma Abbott uns per E-Mail mit, von dem positiven Kontrolltupfer gehe kein Infektionsrisiko aus. Er diene dazu, den Testvorgang zu erlernen. „Der im Panbio Covid-19 Ag-Schnelltest enthaltene Positivkontrolltupfer enthält rekombinantes SARS-CoV-2-Nucleocapsid-Proteinkonzentrat und BSA [Anm. d. Red: Bernsteinsäureanhydrid]. Es besteht kein Infektionsrisiko, da das rekombinante Protein nicht ansteckend ist.“ 

Der Kontrolltupfer sei aber dennoch nicht für die Verwendung am Patienten vorgesehen, und der Test solle nur durch medizinisch geschultes Personal durchgeführt werden. 

Redigatur: Sarah Thust, Steffen Kutzner

Die wichtigsten, öffentlichen Quellen für diesen Faktencheck: 

  • Produktseite des Antigen-Schnelltests der Firma Abbott: Link

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