Natur, Geister und eine große Schlacht: Ein Spaziergang durch den Kölner Norden

Wä en Kölle jebore, hät e Räch si Levve lang, frei ze sin un frei ze odme, jede Minsch ne freie Mann!“ So hat es der kölsche Liedermacher Hans Knipp für die Bläck Fööss gedichtet und den Mythos von der legendären Schlacht von Worringen mit Pathos weiter gepflegt. Die Kölner befreiten sich 1288 von ihrem Herrscher, dem Erzbischof. „Däm jing et nur öm Maach un Jeld, nit öm uns Siel däm Kirchemann“, so Knipp. „Dat durf im nit jelinge, dröm moote mir noh Worringen hin.“ So lieben es die Kölner.

Natürlich ist auch etwas Wahres dran. Aber tatsächlich war es deutlich komplizierter und bei weitem nicht so ruhmreich. Die Beschreibungen der Schlacht berichten von einem wahren Gemetzel. Der Wegname „Am Blutberg“, dem wir auf diesem Spaziergang im Kölner Norden begegnen, deutet darauf hin. 

Doch zunächst lohnt ein Blick auf Blumenberg und die nächste Umgebung, wo der Spaziergang beginnt.

Wer noch nie hier war, sollte sich überraschen lassen von einem netten Ortsteil, dem es leider an Infrastruktur fehlt. Dafür hat er eine spektakuläre moderne Kirche. St. Katharina von Sienna (1) an der Döbrabergstraße ist nicht nur ein katholisches Gotteshaus sondern ein als Ortszentrum konzipierter Gebäudekomplex mit Pfarrzentrum, Wohnungen, Praxen und einer Tiefgarage.

Unser Spaziergang führt von der S-Bahnhaltestelle über Ernstbergstraße zur Mercatorstraße. Den Blick über die weiten Felder westlich von Blumenberg wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben, denn hier soll der neue Stadtteil Kreuzfeld (2) gebaut werden. Noch ist von Bauarbeiten weit und breit nichts zu sehen. Auch für dieses große Projekt braucht die Stadt trotz akutem Wohnungsmangel viel sehr Zeit. 

Feldweg übers Schlachtfeld

Der Weg führt rechts in den Blumenbergsweg und dann nach ein paar Metern links ins Landschaftsschutzgebiet durch blutgetränkte Schlachtfelder. Bis zu 15 000 Kämpfer sollen am Gemetzel von Worringen beteiligt gewesen sein. Überliefert ist die äußerste Härte, mit der…Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta