Kritik an Corona-Abwassermonitoring – Seit 4 Wochen keine Kölner Daten öffentlich

Kritik an Corona-Abwassermonitoring – Seit 4 Wochen keine Kölner Daten öffentlich

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Berlin | red, dts | Der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigte Ausbau des Corona-Abwassermonitorings verläuft bisher nur sehr schleppend. Köln ist einer der 20 Standorte in denen das Abwasser auf die Viruslast hin untersucht wird. Es gibt Kritik an der Auswerte- und Veröffentlichungspraxis der Werte. Für Köln weist der Wochenbericht des Robert Koch-Instituts seit vier Wochen keine Daten aus, auf Basis des aktuell abrufbaren Covid-19-Lageberichts vom 10. November.

In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion, über die die „Welt“ berichtet, werden 105 Standorte in Deutschland aufgelistet, die systematisch die Coronaviruslast im Abwasser messen. Dabei handelt es sich um 20 Klärwerke, die durch die Europäische Union gefördert werden, 24, die vom Bundesforschungsministerium finanziert werden und 61 Standorte, die von den Bundesländern bezahlt werden.

Kritik an Lauterbach

Allerdings werden die erhobenen Daten bisher nur in sehr geringem Umfang auch ausgewertet und veröffentlicht. So werden in dem Pandemieradar des Robert-Koch-Instituts maximal 22 Standorte ausgewiesen, im Wochenbericht der Behörde sind es höchstens 25. Dies ist den jeweiligen Internetseiten zu entnehmen. „Dass von über 100 Klärwerken in Deutschland nur weniger als ein Viertel vom Bund ausgewertet wird, ist eine erbärmliche Zwischenbilanz für Minister Lauterbach“, kritisierte Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag.

Statt unter Hochdruck ein Frühwarnsystem aufzusetzen, würden die Daten vieler Kommunen schlicht liegen gelassen werden. „Die Bundesregierung hatte zwei Jahre Zeit, eine geeignete Infrastruktur für die Übermittlung und Auswertung der Daten aufzubauen.“ Es sei „inakzeptabel“, dass sie nicht in der Lage sei, das Land bestmöglich auf den dritten Pandemiewinter vorzubereiten.

Das sagt das RKI

„Im Pandemieradar werden Daten von Standorten berücksichtigt, die auf einer einheitlichen Vorgehensweise in Bezug auf verschiedene fachtechnische Anforderungen basieren“, heißt es von einer RKI-Sprecherin. „Diese werden noch nicht von allen Standorten erfüllt.“ Das Umweltbundesamt, das die Daten von den Bundesländern bekommt und nach Prüfung ans RKI weitergibt, teilte auf Anfrage mit: „Es gibt keine Herausforderungen bei der Datenübermittlung.“ Die Daten weiterer Standorte würden derzeit kontinuierlich in das Pandemieradar implementiert.

Die Kölner Datenlage

Das RKI gibt die Daten des Abwassermonitorings grafisch aufbereitet einmal wöchentlich auch für Köln bekannt. Dabei veröffentlicht das Institut aber keine Zahlen, sondern stellt die Trends in unterschiedlichen Farben dar. Auf der Website des RKI stellt das Institut diese Daten in einem Wochenbericht als PDF zum Download bereit. Die Datei vom 17. November funktioniert aber nicht. Der letzte öffentlich zugängliche Bericht stammt vom 10. November. Hier weist der Bericht seit vier Wochen für Köln keine Zahlen mehr aus und zwar ab Kalenderwoche 41. Der letzte Wert aus Kalenderwoche 40 war dunkelrot und wies auf ansteigende Infektionszahlen hin.

Zu dem Abwassermonitoring merkt das RKI in seinem Wochenbericht an und weist auf dessen Pilotstatus hin: „Abwasserdaten erlauben keinen Rückschluss auf die Krankheitsschwere. Aus Abwasserdaten kann nach aktuellem Stand nicht präzise auf Inzidenz/Prävalenz oder die „Dunkelziffer“ geschlossen werden. Die ermittelten Werte können durch eine Vielzahl von Faktoren (z.B. Starkregenereignisse) beeinflusst werden.“

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Berlin | red, dts | Der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigte Ausbau des Corona-Abwassermonitorings verläuft bisher nur sehr schleppend. Köln ist einer der 20 Standorte in denen das Abwasser auf die Viruslast hin untersucht wird. Es gibt Kritik an der Auswerte- und Veröffentlichungspraxis der Werte. Für Köln weist der Wochenbericht des Robert Koch-Instituts seit vier Wochen keine Daten aus, auf Basis des aktuell abrufbaren Covid-19-Lageberichts vom 10. November.

In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion, über die die „Welt“ berichtet, werden 105 Standorte in Deutschland aufgelistet, die systematisch die Coronaviruslast im Abwasser messen. Dabei handelt es sich um 20 Klärwerke, die durch die Europäische Union gefördert werden, 24, die vom Bundesforschungsministerium finanziert werden und 61 Standorte, die von den Bundesländern bezahlt werden.

Kritik an Lauterbach

Allerdings werden die erhobenen Daten bisher nur in sehr geringem Umfang auch ausgewertet und veröffentlicht. So werden in dem Pandemieradar des Robert-Koch-Instituts maximal 22 Standorte ausgewiesen, im Wochenbericht der Behörde sind es höchstens 25. Dies ist den jeweiligen Internetseiten zu entnehmen. „Dass von über 100 Klärwerken in Deutschland nur weniger als ein Viertel vom Bund ausgewertet wird, ist eine erbärmliche Zwischenbilanz für Minister Lauterbach“, kritisierte Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag.

Statt unter Hochdruck ein Frühwarnsystem aufzusetzen, würden die Daten vieler Kommunen schlicht liegen gelassen werden. „Die Bundesregierung hatte zwei Jahre Zeit, eine geeignete Infrastruktur für die Übermittlung und Auswertung der Daten aufzubauen.“ Es sei „inakzeptabel“, dass sie nicht in der Lage sei, das Land bestmöglich auf den dritten Pandemiewinter vorzubereiten.

Das sagt das RKI

„Im Pandemieradar werden Daten von Standorten berücksichtigt, die auf einer einheitlichen Vorgehensweise in Bezug auf verschiedene fachtechnische Anforderungen basieren“, heißt es von einer RKI-Sprecherin. „Diese werden noch nicht von allen Standorten erfüllt.“ Das Umweltbundesamt, das die Daten von den Bundesländern bekommt und nach Prüfung ans RKI weitergibt, teilte auf Anfrage mit: „Es gibt keine Herausforderungen bei der Datenübermittlung.“ Die Daten weiterer Standorte würden derzeit kontinuierlich in das Pandemieradar implementiert.

Die Kölner Datenlage

Das RKI gibt die Daten des Abwassermonitorings grafisch aufbereitet einmal wöchentlich auch für Köln bekannt. Dabei veröffentlicht das Institut aber keine Zahlen, sondern stellt die Trends in unterschiedlichen Farben dar. Auf der Website des RKI stellt das Institut diese Daten in einem Wochenbericht als PDF zum Download bereit. Die Datei vom 17. November funktioniert aber nicht. Der letzte öffentlich zugängliche Bericht stammt vom 10. November. Hier weist der Bericht seit vier Wochen für Köln keine Zahlen mehr aus und zwar ab Kalenderwoche 41. Der letzte Wert aus Kalenderwoche 40 war dunkelrot und wies auf ansteigende Infektionszahlen hin.

Zu dem Abwassermonitoring merkt das RKI in seinem Wochenbericht an und weist auf dessen Pilotstatus hin: „Abwasserdaten erlauben keinen Rückschluss auf die Krankheitsschwere. Aus Abwasserdaten kann nach aktuellem Stand nicht präzise auf Inzidenz/Prävalenz oder die „Dunkelziffer“ geschlossen werden. Die ermittelten Werte können durch eine Vielzahl von Faktoren (z.B. Starkregenereignisse) beeinflusst werden.“

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In einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion, über die die „Welt“ berichtet, werden 105 Standorte in Deutschland aufgelistet, die systematisch die Coronaviruslast im Abwasser messen. Dabei handelt es sich um 20 Klärwerke, die durch die Europäische Union gefördert werden, 24, die vom Bundesforschungsministerium finanziert werden und 61 Standorte, die von den Bundesländern bezahlt werden.

Kritik an Lauterbach

Allerdings werden die erhobenen Daten bisher nur in sehr geringem Umfang auch ausgewertet und veröffentlicht. So werden in dem Pandemieradar des Robert-Koch-Instituts maximal 22 Standorte ausgewiesen, im Wochenbericht der Behörde sind es höchstens 25. Dies ist den jeweiligen Internetseiten zu entnehmen. „Dass von über 100 Klärwerken in Deutschland nur weniger als ein Viertel vom Bund ausgewertet wird, ist eine erbärmliche Zwischenbilanz für Minister Lauterbach“, kritisierte Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag.

Statt unter Hochdruck ein Frühwarnsystem aufzusetzen, würden die Daten vieler Kommunen schlicht liegen gelassen werden. „Die Bundesregierung hatte zwei Jahre Zeit, eine geeignete Infrastruktur für die Übermittlung und Auswertung der Daten aufzubauen.“ Es sei „inakzeptabel“, dass sie nicht in der Lage sei, das Land bestmöglich auf den dritten Pandemiewinter vorzubereiten.

Das sagt das RKI

„Im Pandemieradar werden Daten von Standorten berücksichtigt, die auf einer einheitlichen Vorgehensweise in Bezug auf verschiedene fachtechnische Anforderungen basieren“, heißt es von einer RKI-Sprecherin. „Diese werden noch nicht von allen Standorten erfüllt.“ Das Umweltbundesamt, das die Daten von den Bundesländern bekommt und nach Prüfung ans RKI weitergibt, teilte auf Anfrage mit: „Es gibt keine Herausforderungen bei der Datenübermittlung.“ Die Daten weiterer Standorte würden derzeit kontinuierlich in das Pandemieradar implementiert.

Die Kölner Datenlage

Das RKI gibt die Daten des Abwassermonitorings grafisch aufbereitet einmal wöchentlich auch für Köln bekannt. Dabei veröffentlicht das Institut aber keine Zahlen, sondern stellt die Trends in unterschiedlichen Farben dar. Auf der Website des RKI stellt das Institut diese Daten in einem Wochenbericht als PDF zum Download bereit. Die Datei vom 17. November funktioniert aber nicht. Der letzte öffentlich zugängliche Bericht stammt vom 10. November. Hier weist der Bericht seit vier Wochen für Köln keine Zahlen mehr aus und zwar ab Kalenderwoche 41. Der letzte Wert aus Kalenderwoche 40 war dunkelrot und wies auf ansteigende Infektionszahlen hin.

Zu dem Abwassermonitoring merkt das RKI in seinem Wochenbericht an und weist auf dessen Pilotstatus hin: „Abwasserdaten erlauben keinen Rückschluss auf die Krankheitsschwere. Aus Abwasserdaten kann nach aktuellem Stand nicht präzise auf Inzidenz/Prävalenz oder die „Dunkelziffer“ geschlossen werden. Die ermittelten Werte können durch eine Vielzahl von Faktoren (z.B. Starkregenereignisse) beeinflusst werden.“

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