Kölner Köpfe und Orte: Albertus Magnus

Kölner Köpfe und Orte: Albertus Magnus

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Ein großer Gelehrter und Kirchenmann
  
Köln | Gelassen schaut Albertus Magnus von seinem Sockel vor dem Hauptgebäude auf das Treiben der Studenten auf dem nach ihm benannten Platz in Lindenthal. Dort kehrt in diesem Wintersemester nach der langen Corona-Zwangspause wieder etwas Leben ein. Neben den immer noch vorhandenen Onlineangeboten gibt es wieder Vorlesungen in den Hörsälen der Universität zu Köln, deren Vorläuferinstitution der berühmte Gelehrte und Kirchenmann einst leitete.
 
Albertus Magnus, der auch im Bezug auf seinen Geburtsort an der Donau unter dem Namen Albert von Lauingen bekannt war, lebte von etwa 1200 bis 1280. Er war nicht nur ein wichtiger deutscher Universalgelehrter, sondern auch ein Bischof, der wegbereitend für den christlichen Aristoletismus des hohen Mittelalters war. 1931 wurde er von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt. Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Albertus Magnus stammte vom niederen staufischen Dienstadel ab, studierte in Padua und kam 1223 als Novize des Dominikanerordens ins Kölner Kloster in der Stolkgasse.
 
Am Rhein studierte Albert Theologie und wurde zum Priester geweiht. Nach diversen Stationen in Europa kehrte er 1248 mit seinem begabtesten Studenten Thomas von Aquin aus Paris als Professor nach Köln zurück. Dort leitete er das Studium Generale der Dominikaner. Unter ihm zog die Kölner Klosterschule Studenten aus ganz Europa an. Sie war die Vorgängerinstitution der 1388 unter dem lateinischen Namen „Universitas Studii Coloniensis“ gegründeten Universität zu Köln. Diese zählt zu den ältesten Hochschulen Europas. Sie wurde allerdings 1798 während der Franzosenzeit geschlossen und erst 1919 als „Neue Universität zu Köln“ wiedergegründet. Sie war zunächst in der Südstadt beheimatet, wo heute die TH Köln ihren Hauptsitz hat.
 
1934 erfolgte der Einzug in den heutigen Standort in Lindenthal, wo auch Albertus Magnus seinen Platz mitten auf dem Campus gefunden hat. Die Skulptur aus dem Jahr 1956 stammt vom bekannten Bildhauer Gerhard Marcks (1889-1981). Ein Entwurf des Kunstwerks, das die Stadt 1954 beim Bildhauer in Auftrag gegeben hatte, gehört zur Sammlung des Museums Ludwig. Der Gelehrte schaut von einem Folianten, den er auf seinem Schoß liegen hat, neugierig auf den Campus und wirkt dabei wie eine Wächterfigur am Eingang des Hauptgebäudes der Uni.
 
Dabei war Albertus Magnus nicht nur als Universalgelehrter in Köln. In der Rheinmetropole spielte er eine wichtige Rolle als juristischer Vermittler beim Streit zwischen der Stadt und dem Erzbischof. 1260 wurde er zum Bischof von Regensburg und damit zum Reichsfürsten ernannt. 1269 kehrte er endgültig in das Kölner Dominikanerkloster Hl. Kreuz zurück. 1280 starb Albertus Magnus, seine Gebeine ruhen bis heute in einem antiken Sarkophag in der Krypta von St. Andreas.

DIE SERIE „KÖLNER KÖPFE UND ORTE“

In der Serie „Kölner Köpfe und Orte“ blicken wir auf Persönlichkeiten in der langen Geschichte der Domstadt. Diese hat Feldherren und Politiker genauso hervorgebracht wie herausragende Wirtschaftsführer und Sportler oder bekannte Künstler und Kulturschaffende.

In der ersten Folge drehte sich alles um einen Reitergeneral, der zur Legende wurde: https://www.report-k.de/der-reitergeneral-und-die-hochnaesige-magd/

In der zweiten Folge wird ein Mann beleuchtet, der die Kölner Museenlandschaft nachhaltig prägte: Der Kunstsammler und Gelehrte Ferdinand Franz Wallraf
https://www.report-k.de/koelner-namen-und-orte-der-kunstsammler-und-gelehrte-ferdinand-franz-wallraf/

Ein Kölner Komponist erlangt Weltruhm Jacques Offenbachhttps://www.report-k.de/koelner-koepfe-und-orte-ein-koelner-komponist-mit-weltruhm/

Der Kölner Bundeskanzler – Konrad Adenauerhttps://www.report-k.de/koelner-koepfe-und-orte-konrad-adenauer/

Kölns Stadtgründerin Agrippina: https://www.report-k.de/koelner-koepfe-und-orte-die-koelsche-stadtgruenderin-am-rathausturm/
 
Am kommenden Wochenende beschäftigt sich die report-K Serie Kölner Köpfe und Orte mit der Philosophin, Frauenrechtlerin und Nonne Edith Stein.

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