Jecken-Sprecher zur Zoch-Absage: „Wichtig war uns, ein klares Zeichen zu setzen“

Jecken-Sprecher zur Zoch-Absage: „Wichtig war uns, ein klares Zeichen zu setzen“

Report-K

Köln. Chaos in der Welt, Hektik auch in Köln. Denn als sich die Ereignisse in der Ukraine am Morgen des 24. Februar überschlugen, standen auch bei den Verantwortlichen des Kölner Karnevals pünktlich zu Weiberfastnacht die Drähte nicht mehr still.

Im Interview mit report-k.de schildert Festkomitee-Sprecher Michael Kramp das Chaos des Tages und die Sicht der Kölschen Oberjecken an einem traurigen Datum für Europa und die Welt.

Michael, die Befürchtungen für eine russische Invasion der Ukraine gab es seit Tagen. Haben die Ereignisse den Kölner Karneval dennoch überrumpelt?

Michael Kramp: Wir haben die Entwicklung in der Ukraine natürlich schon länger aufmerksam verfolgt. Dennoch war nicht absehbar, wie schnell der Konflikt eskalieren würde. Dass nun in den Morgenstunden des Weiberfastnachtstages ein Angriff erfolgte, konnte man sicher nicht vorhersehen. Viele Jecken waren zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg in die Kölner Innenstadt, andere haben sich nach den Nachrichten möglicherweise noch einmal umentschieden und sind zu Hause geblieben.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Friedensdemo am Neumarkt. Copyright Eduard Bopp Sportfotografie mail@fotobopp.de

Kölner Karneval: Michael Kramp zur Rosenmontag-Absage

War die Entscheidung zur Absage des Stadionfests am Rosenmontag schnell getroffen oder stand im Raum die weitere Entwicklung abzuwarten?

Kramp: Wir mussten uns am Vormittag erst einmal ein Bild der Lage verschaffen, bevor wir eine Grundlage für eine Diskussion hatten. Als diese Informationen vorlagen, war uns schnell klar, dass wir eine Alternative zum Rosenmontagsfest im Stadion suchen wollen. Wichtig war uns, ein klares Zeichen zu setzen. Das wird uns mit der Demonstration am Rosenmontag hoffentlich gemeinsam mit vielen Kölnern gelingen.  

Michael Kramp ist Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval. Foto: Kramp

Kann / Muss man auch für den Karneval von einem historischen Datum heute sprechen?

Kramp: Der Karneval hat in den fast 200 Jahren seines Bestehens viele Krisen erlebt: Weltkriege, Wirtschaftskrisen und nicht zuletzt die Corona-Pandemie. Und immer haben die Kölner ihn als Ventil genutzt. Diesmal werden wir den Rosenmontag völlig anders erleben, aber was kann es besseres geben, als sich solidarisch zu zeigen und sich für den Frieden in Europa einzusetzen? 

Woraus schöpft das Festkomitee jetzt Kraft, was ist die Botschaft an die Jecken?

Kramp: Uns motiviert das positive Echo der Kölner, den Demonstrationszug am Rosenmontag zu unterstützen. Viele Menschen suchen gerade eine Möglichkeit, sich zu artikulieren. Am Rosenmontag haben sie die Gelegenheit dazu. Das wird hoffentlich sehr laut und sehr bunt werden.

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