Initiative aus Chorweiler: Kölner CDU-Mitglieder gründen jüdische Partei-Organisation

Rundschau | Initiative aus ChorweilerKölner CDU-Mitglieder gründen jüdische Partei-OrganisationVon Christopher Dröge07.07.2024, 18:28 UhrLesezeit 2 Minuten Der Vorstand des Jüdischen Forums in der CDU NRW bei seiner konstituierenden Sitzung.Copyright: Roman FriedrichDas frisch gegründete „Jüdische Forum in der CDU NRW“ ist eine landesweite Organisation – den Anstoß dazu aber gab der Ortsverband Chorweiler. Die unterschiedlichen Flügel der CDU organisieren sich in parteiinternen Organisationen, wie der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) oder der Frauen-Union. Im NRW-Landesverband gibt es seit kurzem eine weitere: Das „Jüdische Forum in der CDU NRW“, das die Parteimitglieder jüdischen Glaubens versammeln soll und das ihnen als Schnittstelle zu Organisationen außerhalb der Partei dienen soll.Im Juni fand die konstituierende Sitzung im Beisein von Parteigrößen wie Paul Ziemiak und Serap Güler statt – Idee und Initiative zur Gründung des Forums aber kamen aus dem Ortsverband des Stadtteils Chorweiler.Initiative kommt aus Köln-ChorweilerRoman Friedrich, Geschäftsführer des Jüdischen Forums und Mitglied des Ortsverbands, sowie der Ortsverbandsvorsitzende Thomas Welter, Mitglied des Kölner Stadtrats, entwickelten die Idee bereits 2021, dem Jubiläumsjahr für 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland. „Es ist durch eine Notiz des Kaisers Konstantin von 321 urkundlich belegt, dass die jüdische Gemeinde in Köln die älteste nördlich der Alpen ist“, sagt Welter, „deswegen war für uns klar, dass eine solche Initiative aus Köln kommen musste.“Die Vorbereitungen zur Gründung fanden in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Synagogengemeinde Köln statt, die in Chorweiler ein Begegnungszentrum betreibt. „Früher war die Gemeinde hier sehr verschlossen. Im Zuge des Projekts der Chorweiler Friedensglocke aber hat man erleben können, wie sie sich dem Stadtteil immer weiter geöffnet hat“, so Welter.„Für uns war ausschlaggebend, dass die jüdische Bevölkerung befähigt werden soll, an politischen Prozessen teilhaben zu können – um Antisemitismus zu bekämpfen, aber auch um ihre Kompetenzen einzubringen“, sagt Roman Friedrich. Die Chorweiler Gemeinde etwa unterhalte gleich mehrere Beratungsstellen. „Die tragen wesentlich dazu bei, dass das gesellschaftliche Leben in Chorweiler so gut funktioniert“, meint er. Als Interessensvertretung von gleichem Rang wie etwa die CDA verfügt das Forum künftig auch über einen Sitz im Landesvorstand der CDU. „Darauf sind wir durchaus ein wenig stolz“, so Welter.  Vorsitzender des Forums ist Dr. Roman Salutov, seit 2011 Mitglied der CDU, der auch im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Köln vertreten ist. Auch er möchte jüdischen Menschen Gelegenheit geben, sich politisch zu betätigen. „Sonst sehe ich keine politische Kraft, die Juden angemessen vertreten würde“, sagt er.Nach den Sommerferien plant der Vorstand eine „Kickoff“-Veranstaltung, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. „Aufgabe in der ersten Zeit wird die Vernetzung sein“, sagt Salutov, „nicht nur mit Gemeinden, sondern auch mit jüdischen und pro-israelischen Organisationen, sowie Recherche-Stellen für antisemitische Vorfälle. Wir wollen dazu beitragen, all diese Einrichtungen zu einem Ganzen zusammenzuführen.“
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