In Dünnwald: Köln bekommt ein neues Naturschutzgebiet

In Dünnwald: Köln bekommt ein neues Naturschutzgebiet

Rundschau |

In DünnwaldKöln bekommt ein neues Naturschutzgebiet

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Sonnenlicht glitzert in einem Buchenwald.Köln bekommt ein neues Naturschutzgebiet. (Symbolbild)

Copyright: dpa

Eine Waldfläche an der Stadtgrenze zu Leverkusen und Bergisch Gladbach soll Kölns 24. Naturschutzgebiet werden.

Der Eisvogel ist hier zu Hause, der Mittelspecht, der Grauschnäpper und der Waldlaubsänger. Und bald sollen auch Krickente, Pirol, Star, Waldschnepfe und Baumpieper hier wieder dauerhaft eine Heimat finden. In Dünnwald, an der nordöstlichen Stadtgrenze zu Leverkusen und Bergisch Gladbach, wird ein neues Naturschutzgebiet eingerichtet. Es heißt „Isborns Heide und Hommelsheimer Bruch“, wird das 24. Naturschutzgebiet auf Kölner Boden sein und liegt in der Nähe des Naturschutzgebiets Nummer 12 „Am Hornpottweg“ (siehe Grafik).

Am 27. Juni entscheidet der Stadtrat über die Einleitung des Verfahrens zur Änderung des Landschaftsplans. Ziel ist, das 176 Hektar große Gebiet, das der Stadt Köln gehört, gemäß Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz zu stellen. Die Zustimmung des Rates gilt als Formsache.

Die Bezirksvertretung Mülheim, der Naturschutzbeirat und der Umweltausschuss haben bereits ihr Okay gegeben. Im August 2022 hatte der Umweltausschuss einstimmig ein Konzept zur Neuausweisung und Erweiterung von Naturschutzgebieten   beschlossen. Das Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt hatte 2021 die Ausweisung eines weiteren Naturschutzgebietes vereinbart. Nun wird der Plan konkret.

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Grafik zum geplanten Naturschutzgebiet in Köln-Dünnwald.

Copyright: Harald Woblick

Laut Grünflächenamt ist das gesamte Gebiet „mit Wald bestockt, der in Teilen noch sehr naturnahe Feuchtwälder und trockene Standorte der Heideterrasse aufweist. Der Wald wird von zwei Bächen (Katterbach und Hoppesheider Bach) und Entwässerungsgräben durchzogen.“ Dieser Bereich ist bereits als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen, der 71,8 Hektar große östliche Teil des Waldes als Naturwaldentwicklungsfläche.

Wald soll nicht mehr bewirtschaftet werden

Die besondere Schutzwürdigkeit des Gebietes ergibt sich nach Angaben der Stadt „aufgrund der besonderen Boden- und Standortverhältnisse der Wälder auf Dünenstandorten und nährstoffarmen Sandböden der Bergischen Heideterrasse. Diese schutzwürdigen Laubwälder sowie Sumpf-, Bruch- und Moorwälder in Verbindung mit Fließ- und Stillgewässern sollen als Naturschutzgebiet langfristig gesichert und entwickelt werden.“ Ziel sei, durch eine „vollständige Aufgabe der Waldbewirtschaftung (…) die biologische Vielfalt im Gebiet zu erhöhen und die wertgebenden Lebensraumtypen nachhaltig zu entwickeln“.

Der Vorsitzende des BUND NRW, Holger Sticht, begrüßt die Pläne. „Wir freuen uns sehr“, sagte er der Rundschau. Von den 13 möglichen neuen Schutzgebieten, die die Stadt vorgeschlagen habe, sei es „die Fläche, die das größte Potenzial hat“. Im Prinzip finde man hier „die letzten Moore von Köln“, die es unbedingt zu erhalten gelte, so Sticht.

„Hochwasser-, Klima- und Naturschutz par excellence“

In der Vergangenheit seien Entwässerungsgräben angelegt worden, um den Bruchwald trockenzulegen und so den forstwirtschaftlichen Ertrag zu steigern. Der BUND habe im Sommer 2023 damit begonnen, diese Flächen wieder zu vernässen, um die ökologisch sehr wertvollen Flächen für die Zukunft zu sichern und zu erweitern. Damit werde die Artenvielfalt gesteigert und Lebensraum für Amphibien und seltene Libellen-Arten geschaffen, so Sticht. Außerdem würden Moore Regenwasser und Kohlendioxid speichern. „Das ist Hochwasser-, Klima- und Naturschutz par excellence.“

Zur Wiedervernässung verschließe man die Gräben mit Dämmen aus Holz und Erde und lasse sie bewachsen. Der BUND wolle künftig die Betreuung des Gebiets übernehmen. Werden dort dann bald Holzstege durchs Moor gebaut wie im Hohen Venn? „Das wäre eine Möglichkeit“, sagt Sticht. „Aber dort sind bereits Wanderwege vorhanden, die an Mooren vorbeiführen.“ Diese könnten weiterhin genutzt werden, man wolle aber die besonderen Lebensräume besser sichtbar machen.

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