Frieda Frost will in die Jury: „Breaking“ ist zum ersten Mal olympisch – diese Kölnerin will dabei sein

Rundschau | Frieda Frost will in die Jury„Breaking“ ist zum ersten Mal olympisch – diese Kölnerin will dabei seinVon Johannes Spätling01.07.2024, 11:35 UhrLesezeit 4 Minuten Frieda Frost in AktionCopyright: JNY PhotographyDie erfahrene Kölner Breakdancerin Friederike „Frieda Frost“ hofft auf eine Jury-Teilnahme in Paris. Sie will die Gleichberechtigung im Sport fördern.Von der Straße in den Olymp: Breakdance war einst eine reine Jugendkultur, und ist nun als „Breaking“ im Jahr 2024 endlich olympische Sportart. Nur wenige bringen es in Deutschland in diesem Sport zu Bekanntheit. Eine Kölnerin hat sich jedoch über 20 Jahre in der deutschen Breaking-Szene einen Namen gemacht: Friederike Frost heißt die 39-Jährige.Sie kam 2005 nach Köln, als in der Domstadt die Breaking-Begeisterung bereits groß war und sie hier an der Deutschen Sporthochschule Köln studieren konnte. Friederike ist unter dem Namen Frieda Frost bekannt und vielseitig unterwegs: Sie hofft, bei Olympia dabei zu sein – allerdings nicht als Sportlerin, sondern in der Jury für die neue Disziplin „Breaking“. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Cologne HipHop Institute der Universität zu Köln und arbeitet als freiberufliche Dozentin sowie als Choreografin. Gerade promoviert sie am Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln – natürlich über das Breaking.Breaking: 16 männliche und weibliche Breaker im DuellIhr Ziel ist jedoch die Teilnahme an der Jury, welche in Paris die Olympiasieger kürt. In rund einem Monat geht es los – bald erhält sie Bescheid, ob sie Teil der Kommission sein wird. Im Mai war sie schon Mitglied des Judge-Panels bei der Olympic Qualifier Series in Shanghai, einem der zwei letzten olympischen Vorentscheide. Womöglich ein gutes Omen.Alles zum Thema OlympiaBeim olympischen Breaking treten jeweils 16 männliche und weibliche Breaker in Tanzduellen an – sogenannten Battles. Ein Sieg in den Wettkämpfen bedeutet für viele Breaker auch zum ersten Mal Zugang zu finanzieller Unterstützung durch Förderprogramme und Sponsoren.Frieda Frost freut sich, dass ihr Sport endlich dabei ist: „Ich breake seit über 20 Jahren, habe bis 2019 noch aktiv bei Battles mitgemacht. Nun bin ich ins Jury-Dasein übergegangen, tanze aber immer noch selber.“ Ihr käme die Ehre zuteil, als Teil der ersten Jury den allerersten olympischen Champion im Breaking zu küren und auch die erste weibliche Breakdance-Siegerin auszuwählen. „Das ist eine unglaubliche Anerkennung, die einem da entgegengebracht wird.“Breaking: Qualität punktetFrieda Frost hat schon viel Erfahrung in der Breaking-Bewertung gesammelt, zum Beispiel bei den „European Games“ in Polen oder dem „Continental Qualifier Oceania“ in Sydney. „Wir bewerten dabei nicht nach Punkten, sondern nach qualitativen Maßstäben. Zwei Tänzer treten gegeneinander an, und wir bewerten, wer von den beiden besser war. Es gibt keine vorgegebenen Bewegungen, sondern es werden fünf Kriterien bewertet: Musikalität, Kreativität, Ausführung, Technik und Bewegungsrepertoire“.Von den neun Jurymitgliedern beim olympischen Breaking sind lediglich zwei weiblich: „Ich bin die einzige Frau, die Deutschland als Jurymitglied repräsentieren könnte“, erklärt die gebürtige Berlinerin. Vor allem die Aspekte, dass Frieda Frost in den letzten Jahren schon weit über 20 Events bewerten durfte und zudem viele internationale Breaking-Battles seit 2001 gewonnen hat, waren ausschlaggebend dafür, dass sie nun vielleicht die Chance auf der ganz großen Bühne erhält.Als Expertin dem Breaking-Sport dienenAllerdings stellt sich die Frage, warum eine der besten deutschen Breakerinnen der letzten zwei Jahrzehnte nicht selbst bei Olympia antreten möchte? „Ich wollte nach all den Jahren als aktive Tänzerin nun dafür sorgen, dass ich als Expertin andere Frauen fördern und das Breaking weltweit promoten kann.“ Vor allem geht es Frieda Frost dabei um Gleichberechtigung — zum ersten Mal in der Geschichte wird bei Olympia in Paris eine vollständige Geschlechterparität herrschen. „Ich war selber überrascht, dass diese Olympischen Spiele die ersten sein sollen, wo Männer und Frauen in gleicher Zahl vertreten sind. Auch das ist einer der Gründe dafür, dass ich unbedingt in der Jury dabei sein möchte“, betont Frieda Frost. Endlich ändere sich etwas in so mancher männlich dominierten Sportart – so auch im Breaking, wo lange patriarchalische Strukturen geherrscht hätten. „Jedes Land braucht adäquate weibliche Repräsentantinnen, in jeder Sportart. Jetzt ist es wichtig, dass die Frauen gefördert werden und dass der weibliche Nachwuchs eine Chance bekommt. Wir wollen zeigen: Jungs, wir können es genau so gut wie ihr – und vielleicht sogar noch besser!“
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