FK-Boss: „Ich habe richtiggehend Angst vor dem nächsten 11.11…“

Report-K

Köln | Die jecken Karnevalstage in Coronazeiten liegen nun rund vier Wochen zurück. Nach den tollen Tagen hatten Bürger des Viertels Kwartier Latäng vergangene Woche zu einer Versammlung geladen, um die Probleme, die während der Zeit entstanden sind, zu analysieren. Das Protokoll liegt report-k vor.

Grund der Versammlung: Die Eskalation vieler Gäste mit dem Alkoholkonsum und die große Aggressivität, die teilweise entstanden sei.

Andreas Hupke, ehrenamtlicher Bezirksbürgermeister der Innenstadt und Deutz  erläuterte: „Ich habe viele Emails erhalten und unzählige Telefonate mit Bürgern aus dem Kwartier Latäng geführt, in denen es viele Beschwerden wegen der Karnevalstage gegeben hat. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Themen ansprechen und Lösungen finden.“

2017 habe in dieser Sache bereits eine erste Versammlung mit hochrangigen Vertreter*innen der Stadtgesellschaft & Verwaltung stattgefunden – ohne nennenswerte Ergebnisse.

Hupke stellte fest, dass das Kwartier Latäng mittlerweile in den Medien nur noch als Feiermeile Zülpicher Str. wahrgenommen und als „Zülpicher Viertel“ bezeichnet werde. Besonders Jugendliche fielen an den Tagen negativ auf.

Andreas Hupke (Die Grünen) hier im Gespräch mit Kölns OB Henriette Reker. Foto: Bopp

Kwartier Lätang hat Problem mit alkoholisierten Jugendlichen

Markus Vogt vom Gastroverein Kwartier Lätang betonte: „Wir haben kein Problem damit, dass es voll ist, aber wir haben ein Problem mit dem Klientel, das fast nur noch aus ca. 16jährigen Betrunkenen besteht. Ich kenne das Kwartier Latäng seit 50 Jahren als lebendiges Viertel und habe diesen Wandel seit einigen Jahren miterleben müssen.“

Deshalb hatte er vor vier Jahren die Interessensgemeinschaft mitgegründet und merkt an: „Der Wandel ist und wird von außen gesteuert. Zum 11.11. und an den übrigen Karnevals[1]tagen sehen wir immer dieselben Bilder. ­­In meinem Lokal sind an den Wochenende keine Stammgäste mehr da.“

Deshalb fordere er ein Alkoholverbot an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten. „Nicht um die Konkurrenz – die Kioske – zu schädigen, sondern weil es dem Wandel des Veedels, in dem ich seit 46 Jahren wohne und seit 20 Jahren als Gastronom tätig bin, etwas entgegenzusetzen gilt. Ich beobachte an der Zülpicher Str. eine ausgeuferte „Kiosk“- Landschaft, die nichts mehr mit der einstigen „Büdchen“-Kultur zu tun habe. Sie dienen nur noch dazu den öffentlichen Raum 24/7 mit Alkohol zu versorgen.“

Karneval: Polizei war mit 1100 Beamten im Einsatz

Die Polizei hatte über die Karnevalstage rund 1100 Beamte im Einsatz, In diesem Jahr kam es zu massiven Widerständen: Drei Mitarbeiter wurden verletzt; einer so schwer, dass er ins Krankenhaus musste und bis heute dienstunfähig ist. Zudem wurde eine sexuelle Belästigung verzeichnet.

Bezirksleiter Ulrich Höver weiß: „Das Kwartier Latäng wird zum Freiluft-Besäufnis genutzt und als Freiluft-Kneipe mit Freiluft-Toiletten missbraucht! Das Entfernen von Kot, Urin und Erbrochen müssen die Anwohner*innen entfernen. Die Ordnungskräfte werden bespuckt, beschimpft und verprügelt. Wir müssen etwas tun.“

FK-Präsident Christoph Kuckelkorn. Foto: Bopp

Karneval: Festkomitee teilt die Forderungen der Bürger

Christoph Kuckelkorn hörte sich die Probleme an und sagte dazu: „Wir vom Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval zeigen uns hier, weil wir ihre Forderungen teilen. Diese Exzesse haben nichts mehr mit Kulturgut zu tun.“

Nun müssten Konzepte entstehen, die für die kommende Session greifen. Denn Kuckelkorn gibt zu: „Ich habe richtiggehend Angst vor dem nächsten 11.11., da es auf ein Wochenende fällt.“

Deshalb werden sich nun Gremien zusammenfinden, um Lösungen zu erarbeiten. Hupke betont „Veedel heißt auf Hochdeutsch Heimat. Wir möchten unsere Heimat erhalten.“

Deshalb wurde als Fazit des Ganzen die Einrichtung eines Veedelsbeirats einstimmig beschlossen.

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