Festival am Fühlinger See in Köln: Summerjam-Veranstalter: „Ich versuche, ein bis zweimal im Jahr nach Jamaika zu fliegen“

Festival am Fühlinger See in Köln: Summerjam-Veranstalter: „Ich versuche, ein bis zweimal im Jahr nach Jamaika zu fliegen“

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Interview

Festival am Fühlinger See in KölnSummerjam-Veranstalter über Neuerungen, Lieblingsact und Ticketpreise

Lesezeit 4 Minuten
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Zum Summerjam-Festival kommen jährlich Tausende Musik-Fans nach Köln. (Archivfoto)

Copyright: Martina Goyert

Summerjam-Veranstalter Marius Brozi erklärt im Interview, wie das Booking für das Festival abläuft. Summerjam findet Anfang Juli in Köln statt.

Was ist in diesem Jahr neu für Festivalbesucherinnen und -besucher?

Marius Brozi: Das Deko-Thema haben wir noch weiterverfolgt, es wird also noch bunter. Außerdem haben wir das Rahmenprogramm weiter abgerundet. Beim Summerjam ging es ja schon immer darum, dass man mal eine Auszeit vom Alltag bekommt und die Seele baumeln lassen kann.

Viele Veranstalter klagen über gestiegene Kosten. Wie sieht es beim Summerjam aus?

Alles zum Thema Summerjam


Seit Corona wird alles von Jahr zu Jahr nur noch teurer. Trotzdem haben wir den Ticketpreis gegenüber letztem Jahr nicht erhöht. Wir wollen, dass das hier weiter für alle die wollen ein Ort ist, an dem man für ein paar Tage den Alltag vergessen kann. Es ist aber auf jeden Fall eine herausfordernde Zeit.

Burna Boy tritt am Sonntag beim Summerjam auf

Schauen wir uns einmal das Line-up an. Haben Sie einen Lieblingsact dieses Jahr?

Ich freue mich mega auf Burna Boy. Ich habe ihn 2019 gesehen, es war damals schon eine geile Show. Die anderen Shows letztes Jahr im Dezember habe ich leider nicht sehen können, weil ich da nach Jamaika geflogen bin. Ich habe nur von allen Leuten bei mir aus dem Bekanntenkreis gehört, dass das die absolut geilste Show gewesen ist, bei der sie die letzten Jahre waren.

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Marius Brozi ist Veranstalter des Summerjam-Festivals. (Archivfoto)

Copyright: Annika Müller

Wie entsteht eigentlich das Line-up? Sie haben vorher erwähnt, dass Sie nach Jamaika geflogen sind.

Ja, genau. Ich versuche, ein- bis zweimal im Jahr nach Jamaika zu fliegen, um zu gucken, was dort passiert. Das Festival ist sehr von der Karibik geprägt. Die Bewegungen aus Jamaika kommen hier oft erst ein halbes oder dreiviertel Jahr später an. Deshalb macht es total Sinn, dass man da vor Ort ist, um das mitzubekommen. Das Festival-Booking für nächstes Jahr ist auch schon im vollen Gang.

Hat sich das Booking in den letzten Jahren verändert? Ist es schwieriger, Artists zu bekommen?

Ich glaube, es war immer schon eine große Herausforderung, so ein vielfältiges Line-Up zusammenzustellen und gleichzeitig auf Budgets zu achten. Wir haben eben schon darüber gesprochen, dass die ganze Technik und die ganze Produktion selbst teurer geworden ist und das trifft natürlich auch die Artists. Heute ein Festival zu produzieren, mit allem, was dazu gehört, ist gegenüber vor zehn Jahren deutlich teurer geworden. Am Ende ist es trotzdem schön, dass wir meistens noch auf denselben Nenner kommen können.

Summerjam ist ein Reggae-, Dancehall- und Afrobeats-Festival. Manch Fan beschwert sich darüber, dass einige Acts auf der Bühne nicht in dieses Genre passen.

Wir haben vor zehn Jahren auch schon Materia, Kontra K oder auch Cro dabeigehabt. Das ist keine neue Entwicklung. Die ganzen Genres haben sich auch deutlich geöffnet. Wenn ich zum Beispiel an Reggae-Artists wie Protoje denke, der hat mittlerweile sehr viele andere Impulse in seiner Musik. Und so ein Festival spiegelt das wider, was generell in der ganzen Musikindustrie passiert. Auf der einen Seite kann ich nachvollziehen, dass manche Leute das schade finden. Auf der anderen Seite ist es halt auch wichtig, weil wir das Festival so vielfältig halten können. Und es gibt ja immer Optionen, wo man parallel hingehen kann.

Wir werden versuchen, weiterhin unsere Wurzeln beizubehalten und gleichzeitig auch neue Sachen auszuprobieren

Marius Brozi, Summerjam-Veranstalter

Apropos woanders hingehen: Berücksichtigen Sie das bei der Planung immer, dass parallel zu einem Act, der etwa eher in Richtung Hip-Hop geht, auch ein Reggae-Act auf der anderen Bühne spielt?

Ja genau. Damit die Reggae-Fans weiterhin ein Angebot haben, mit dem sie glücklich sind. Und gleichzeitig wollen wir ein Angebot schaffen, das auch andere Leute anspricht, die dann auf dem Festival mit dem Vibe gecatcht werden und dann darüber hinaus zu Hause vielleicht auch mal den ein oder anderen Reggae-Artist hören, auch wenn sie vorher damit gar keine Berührungspunkte hatten.

Wohin soll sich das Festival in den nächsten fünf oder zehn Jahren entwickeln?

Wir wollen noch schöner, noch bunter werden. Ansonsten werden wir jetzt das Rad nicht neu erfinden. Wir werden versuchen, weiterhin unsere Wurzeln beizubehalten und gleichzeitig auch neue Sachen auszuprobieren.

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