Familie als Reibungsfläche einer Sozialisation

Familie als Reibungsfläche einer Sozialisation

Report-K

Köln | Artothek zeigt Sonderausstellung „Docks“ von Moritz Krauth

Was bedeutet Familie? Woraus besteht eine Familie? Wie verändert sie sich, wenn ein neues fiktives Mitglied dazu kommt? Was passiert, wenn ein Mitglied von den „althergebrachten“ Normen abweicht und sich zum Beispiel der queeren Community zuordnet? Gibt es überhaupt noch die klassische Kernfamilie? Welche neuen Formen von Familie entstehen? Inwieweit ist die Familie ein Spiegel der Gesellschaft? Und wie sieht die Zukunft von Familie aus?

Das sind Fragen, die beim Besuch von „Docks“, der neuen Sonderausstellung in der Kölner Artothek auftun. Der 1990 in Hamburg geborene Künstler Moritz Krauth setzt sich in seinen acht großformatigen Digital-Collagen und in einem Video mit diesem Thema intensiv auseinander.

Moritz Krauth hat an der Kunstakademie Düsseldorf studiert

„Es war der Versuch eines sozialen Modells, das eine Kernfamilie genau untersucht, um zu schauen, was man daraus gesamtgesellschaftlich ableiten kann“, sagt Krauth, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat. Sein Studium hat er 2019 in den Klassen von Dominique Gonzalez-Foerster, Keren Cytter und Christopher Williams als Meisterschüler abgeschlossen.

Aktuell arbeitet Krauth als Stipendiat des Kunstvereins Düsseldorf im Mataré-Haus, ein wichtiger Ort auch für die aktuelle Ausstellung. Zuvor waren Arbeiten von ihm zum Thema bereits im Mai und Juni bei „Gold + Beton“ am Ebertplatz zu sehen. „Bei einer Lesung im Kunstverein Düsseldorf habe ich mich im November erstmals damit auseinandergesetzt. Dafür hatte ich „Momo“ von Michael Ende aus queerer Sicht umgeschrieben.“

Soziales Modell blickt auf die Kernfamilie

In seinem sozialen Modell geht es um eine Konstellation, wie sie zum Beispiel in der Kernfamilie als soziale Norm in den westlichen Gesellschaften zu finden ist. Diese wird in den Fokus des visuellen Geschehens gerückt. Die Kernfamilie wird stellvertretend für die Gesellschaft zur Reibungsfläche einer Sozialisation.

Der hinterfragte Status quo wird über das vermeintliche Fehlen eines Mitglieds und die daraus resultierende fiktive Erweiterung um eine Schwester auf ambivalente Weise verhandelt. Die Installation der Kunstwerke führt auf die Frage hin, ob die betrachtende Person eventuell dieses Mitglieds evozieren kann oder sogar dessen Rolle einnimmt.

Das Video wurde mit der eigenen Familie gedreht

Die Konstellation der Kunstwerke mit den digitalen Collagen und dem Video ist zwar klassisch, wird von Krauth, der in Düsseldorf und Paris lebt und arbeitet, aber inhaltlich erweitert und bleibt sehr persönlich. Das Video wurde mit der eigenen Familie größtenteils in Hamburg aufgenommen. Auch in den Collagen finden sich Familienmitglieder, wie Krauths Bruder.

Service: Zu sehen ist „Docks“ von Moritz Krauth in der Kölner Artothek im Haus Saaleck, Am Hof 20, noch bis zum 27. August. Die Artothek hat als Raum für junge Kunst dienstags bis freitags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

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