EM 2024: So läuft der Verkauf von Fanartikeln in Köln – ein Trikot suchen alle vergeblich

EM 2024: So läuft der Verkauf von Fanartikeln in Köln – ein Trikot suchen alle vergeblich

Rundschau |

EM 2024So läuft der Verkauf von Fanartikeln in Köln – ein Trikot suchen alle vergeblich

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Köln ist schwarz-rot-gold: Diese Fangruppe hat sich auch ohne aktuelles EM-Trikot vorbildlich aufs Public Viewing vorbereitet.

Copyright: Meike Böschemeyer

Nach dem fulminanten Auftaktsieg der deutschen Mannschaft gegen Schottland hat die Nachfrage nach Trikots und Deko noch einmal angezogen.

Selbst an der Quelle ist der wohl begehrteste Stoff des Sommers aktuell nicht mehr zu bekommen. Wer sich im Online-Shop des Sportartikel-Herstellers Adidas mit dem Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eindecken will, schaut in die Röhre. Gleiches gilt für große Teile des Kölner Einzelhandels. Vor allem Kunden, die nach dem lila-pinkfarbenen Auswärtstrikot suchen, haben es schwer. Und gehen am Ende möglicherweise mit leeren Händen nach Hause. „Sowas hatten wir noch nie“, staunt ein Mitarbeiter in der Sportscheck-Filiale auf der Schildergasse. Die gelieferte Menge des heiß diskutierten Jerseys decke die Nachfrage nicht im Ansatz. Adidas habe den Ansturm auf das polarisierende Trikot offenbar unterschätzt, vermutet er.

Wenn das deutsche Team am Mittwoch gegen die Ungarn erstmals in Lila auf der großen EM-Bühne einläuft, wird das die Nachfrage möglicherweise noch einmal in die Höhe schießen lassen. Immerhin: Das weiße, mit schwarz-rot-goldenen Applikationen versehene Heim-Trikot hängt noch in vielfacher Ausführung zum Kauf bereit.

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Die Kölner Sportartikel-Läden werben in diesen Tagen mit Deutschland-Trikots.

Copyright: Meike Böschemeyer

Wer für das mögliche Sommermärchen 2.0 mit den offiziellen Outfits perfekt ausgerüstet sein will, der muss dafür tief in die Tasche greifen. 100 Euro kostet ein Trikot. 22 Euro kommen obendrauf für eine Rücken-Beflockung. Die ist in diesem Jahr durchaus gefragt. Der beliebteste Kicker ist dabei Toni Kroos. 70 bis 80 Prozent entscheiden sich bei Sportscheck für den Flock des amtierenden Champions-League-Siegers von Real Madrid, der seine Karriere nach der EM beenden wird. Auf Platz zwei und drei folgen die jungen Überflieger Florian Wirtz und Jamal Musiala.  

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Doch nicht nur Deutschland-Trikots sind in diesen Tagen auf der Schildergasse gefragt. Am Wochenende sei die Filiale förmlich überrannt worden von Fans aus Ungarn und der Schweiz. „Vor allem die Trikots der Schweizer Nationalmannschaft waren in kürzester Zeit ausverkauft.“ Auch die Trikots der Schotten und Engländer seien begehrt.

Fußball-EM in Köln: Auch die DFB-Retro-Trainingsjacke ist vielerorts ausverkauft

Bei JD Sports auf der Hohe Straße suchen viele Fans am Dienstag erfolglos nach Trikots der DFB-Elf. „Sobald wir neue Trikots bekommen haben, waren sie immer sofort wieder ausverkauft“, erklärt der Filialleiter. Aus der Not heraus begrüßen nun die rot-weißen Leibchen der Schweizer „Nati“ die Kunden. „Wir versuchen irgendwie, den Bedarf zu decken.“

„Überdurchschnittlich“ laufe das Geschäft mit der Fußball-EM auch ein paar Meter weiter bei Peek & Cloppenburg. Sowohl bei den Männer-, als auch bei den Frauen- und Kindergrößen. Dennoch: Die Filiale in der Schildergasse gehörte zu Beginn der Woche zu den wenigen Läden in der Kölner Innenstadt, bei denen das lila-pinke Auswärtstrikot noch zu haben war. Ausverkauft ist dagegen die DFB-Retro-Trainingsjacke, die vor allem in den sozialen Medien gefeiert wird.

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Auch die Deiters-Filiale auf der Gürzenich-Straße, direkt an der EM-Fanzone, profitiert vom Turnier im eigenen Land.

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Auch Deiters profitiert in Köln von der Heim-EM

Von der Heim-EM profitiert auch Karnevals-Ausstatter Deiters. Schwarz-rot-goldene Fan-Artikel sind zwar durchgängig Teil des Sortiments, für das Turnier hat das Unternehmen mit Sitz in Frechen die Menge aber stark erhöht. „Die Leute kaufen aktuell sehr viele Verkleidungen, die etwa über eine banale Fahne hinausgehen“, sagt ein Sprecher. „Man versucht, kreativ mit Outfits und Accessoires zu arbeiten. In den letzten Tagen zieht der Deko-Verkauf stark an. Die Menschen dekorieren Büros oder Gaststätten“. Die Nachfrage sei deutlich höher als bei den vergangenen Turnieren und habe nach dem fulminanten 5:1-Auftaktsieg gegen die Schotten noch einmal zugenommen. „Menschen, die vorher noch nicht so im Fußball-Fieber waren, hat es jetzt doch gepackt.“ Auch ausländische Fans gehörten vor allem in der Filiale in der Gürzenich-Straße zu den Kunden. „Tatsächlich decken sich hier viele Fans noch mit Landesflaggen ein, aber auch mit allem, was Krach macht“, sagt der Deiters-Sprecher.

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Internationales Geschäft: Mit seinem Fanartikel-Stand auf der Kalker Hauptstraße spricht Mustafa Ileri vor allem Menschen im Veedel an.

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Eine kritische Meinung zum Thema Deko vertritt Mustafa Ileri. „Als Austragungsort der EM hätte man die Stadt schon etwas mehr dekorieren können“, findet er. 2006 bei der Heim-WM sei das noch ganz anders gewesen. Mit seinem Fanartikel-Stand auf der Kalker Hauptstraße will er seinen Beitrag für ein buntes Fußball-Fest leisten. Touristen verirren sich eher nicht hier hin, er spricht mit seinem Angebot eher das multikulturelle Kalker Veedels-Publikum an. Vor allem die türkischen Farben dominieren das Bild, doch auch die Flaggen, Schals, Hüte oder Außenspiegel-Fahnen der Albaner und Italiener seien gefragt. Gut gelaunt schwenkt Ileri, stilecht mit Deutschland-Fischerhut ausgestattet, die Türkei-Fahne. Vielleicht, so seine Hoffnung, wird es ja doch noch ein bisschen wie 2006. 

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